Schön sauber, aber schonend

Babykleidung waschen: Darauf solltet ihr achten

Mit einem Baby wachsen nicht nur die täglichen Herausforderungen, Sorgen, Ängste und Fragen, sondern auch die Wäscheberge. Wir haben und schlau gemacht, wie man die Kleidung der Kleinen am besten waschen sollte.

Welches Waschmittel für Babykleidung?

Die Auswahl an Waschmitteln in Supermärkten und Drogerien ist riesig. Für die Kleinsten gibt es sogar spezielles Baby-Waschmittel, das besonders sanft sein soll. Aber ist es wirklich verträglicher? Studien, dass diese Produkte besser für die Haut von Säuglingen sind als z. B. Öko-Waschmittel oder herkömmliche Waschpulver, gibt es (noch) nicht. Es stimmt aber, dass Waschmittel mit der Kennzeichnung "sensitiv" allgemein verträglicher für die Haut sind, da sie weniger Farb-, Duft und Konservierungsstoffe enthalten oder ganz darauf verzichten. "Diese Inhaltsstoffe, besonders Duftstoffe, können Kontaktallergien hervorrufen. Ein sanftes Waschmittel macht für Babys und kleine Kinder daher schon Sinn", erklärt Dermatologe Dr. Christoph Liebich. "Wichtig ist jedoch vor allem, dass in der Kleidung keine Rückstände vom Waschmittel verbleiben, die die Haut reizen können. Die Wäsche sollte daher immer gut durchgespült werden." Die meisten Waschmaschinen bieten bei der Programmauswahl einen extra Spülgang an, der hierfür hilfreich sein kann. Auf Kurzprogramme solltet ihr besser verzichten. Zudem ist auch die richtige Menge des Waschmittels wichtig: Viel Pulver oder Gel macht die Wäsche nicht sauberer. Haltet euch daher unbedingt an die Dosierungsempfehlung auf der Verpackung.

Wie entfernt man Flecken gründlich und trotzdem schonend?

Ob Windelunfälle, erbrochene Milch oder Möhrenflecken von den ersten Breiversuchen: Babykleidung wird häufig und leider auch hartnäckig verschmutzt. Bei vielen Flecken hilft es, wenn ihr das Kleidungsstück direkt in Wasser einweicht und dann möglichst bei 60 Grad wascht. Ist das nicht möglich, solltet ihr den den Fleck am besten mit natürlicher Gallseife vorbehandeln oder direkt ein wenig Flüssigwaschmittel darauf geben. Fleckenentferner auf chemischer Basis solltet ihr nur im Notfall benutzen – achtet anschließend darauf, dass die Wäsche gut ausgespült wird.

Darf man Weichspüler für Babykleidung benutzen?

Weich und flauschig soll die Wäsche fürs Baby sein. Was läge da näher, als Weichspüler zu benutzen? Aber: "Weichspüler steht unter Verdacht, Allergien auszulösen. Besser ist es, die Wäsche in den Trockner zu geben", so Dr. Liebich. "Das ist gerade bei Kindern, die unter trockener Haut oder Neurodermitis leiden, sehr wichtig, da kratzige Wäsche die Haut zusätzlich reizen kann." Alternativ gibt es auch bei Weichspülern "Sensitiv"-Produkte mit weniger oder gar keinen bedenklichen Zusatzstoffen. Auch mit einem Schuss Essigessenz beim Waschgang könnt ihr die Wäsche ein wenig weicher machen. Keine Sorge: Der Geruch verfliegt beim Waschen.

Sollte man neue Babykleidung vor dem ersten Tragen waschen?

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) warnt, dass Textilien eine Vielzahl chemischer Substanzen wie zum Beispiel Farbstoffe enthalten können. Neu gekaufte Babykleidung solltet ihr daher grundsätzlich erst einmal waschen, um Hautreizungen und Allergien zu vermeiden. Das gilt gerade für Bodys, Strampler, Schlafanzüge oder Strumpfhosen, weil diese direkt auf der Haut aufliegen. Auch beim Nuckeln an Kleidung, Decken, Tüchern oder Schlafsäcken können sich Schadstoffe und Chemikalien lösen und über den Speichel aufgenommen werden. Kleidung, die nach Öko-Tex-Standard 100 schadstoffgeprüft ist oder GOTS-zertifiziert ist ("Global Organic Textile Standard"), kann unter Umständen ebenfalls Rückstände oder Verschmutzungen von der Produktion oder vom Transport aufweisen. Sicherheitshalber solltet ihr auch diese Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen einmal durchwaschen. Auch Kuscheltiere gehören direkt nach dem Kauf in die Waschmaschine oder ins Waschbecken mit ein wenig Feinwaschmittel. Da sie zwischendurch immer mal wieder auf den Boden fallen oder auch mal angesabbert werden, wascht sie am besten regelmäßig mit. Nicht waschbare Kuscheltiere könnt ihr alternativ für ca. 48 Stunden in die Gefriertruhe legen. So werden Keime und Bakterien abgetötet, nur Flecken verschwinden leider nicht. Allerdings stört euch das als Eltern vermutlich mehr als die lieben Kleinen.

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Muss gebrauchte Kleidung ebenfalls erst einmal gewaschen werden?

Der Vorteil bei Second-Hand-Kleidung ist, dass durch das häufige Waschen bereits alle Chemikalien verschwunden sind. Allerdings solltet ihr darauf achten, dass gebrauchte Babybekleidung aus tier- und raucherfreien Haushalten stammt. Tierhaare können Allergien auslösen, Rauch, der an Kleidung haftet, wird als "Third Hand Smoke" bezeichnet. Dieser "Rauch aus dritter Hand" riecht nicht nur unangenehm, in verschiedenen Studien wurde belegt, dass die im Rauch enthaltenen Schadstoffe sich sehr lange in Textilien halten und gerade für Babys und kleine Kinder schädlich sein können.

Wie oft sollte man Bettdecken waschen?

Im Bettzeug sammeln sich jede Nacht Schweiß, Bakterien, Milben und deren Kot. Aus diesem Grund solltet ihr Laken und Bezüge alle zwei bis vier Wochen in die Waschmaschine stecken. Und zwar bei mindestens 60 Grad, denn nur bei hohen Temperaturen werden Bakterien und Milben abgetötet. Wenn euer Kind unter einer Hausstaubmilbenallergie leidet, kann ein spezieller Bezug ratsam sein, der allergische Reaktionen wie Reizhusten oder eine verstopfte Nase verhindern kann. Der deutsche Textilreinigungs-Verband empfiehlt zudem, Bettdecken und Kissen mindestens einmal pro Jahr nass zu waschen beziehungsweise reinigen zu lassen. Bei Allergien besser drei bis vier Mal im Jahr. Bei Daunen ist es ganz wichtig, diese nach dem Waschen gründlich durchtrocknen zu lassen. Bleiben die Federn feucht, besteht Schimmelgefahr. Matratzen könnt ihr beim Wechseln des Bettzeugs absaugen und wenden.

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Unser Experte

Dr. Christoph Liebich ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Inhaber der Praxis Dermazent in München.

Mehr Infos unter: www.dermazent.de

Autorin: Jana Kalla

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