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Innovation und Datensammler?

"Smarte Windel": Datenschutz-Debatte erreicht das Babybett

Eine Windel, die genau weiß, wie es dem Kind geht und wann es Zeit wird, sie gegen ihre Nachfolger-Windel auszuwechseln? Klingt zu schön, um wahr zu sein? Mit "Lumi" stellt Pampers nun die erste smarte Windel auf dem Markt vor – und startet mit ihr eine weitreichende Grundsatzdiskussion.

Wechsel-Alarm, Tracking des Baby-Schlafes, Überwachung…

"Lumi" misst nicht nur mithilfe eines integrierten Sensors ihren eigenen Feuchtigkeitsgehalt und gibt Bescheid, wann die Eltern sie wechseln sollten, sondern bietet zeitgleich ein vollumfassendes Überwachungssystem für das Baby. So prüft sie dessen Schlaf, zeichnet die verschiedenen Phasen auf und wertet die entsprechenden Daten aus. Weiter können Eltern über eine angehängte Kamera in Verbindung mit der passenden App jederzeit einen Blick auf ihr – hoffentlich – schlafendes Kind werfen und so durchweg im Auge behalten.

Was nach Zukunftsmusik klingt, soll nun Wirklichkeit werden. Zunächst kommt das "Lumi"-System – übrigens in Kooperation mit Verily und Logitech hergestellt – in den USA auf den Markt. Der Preis: noch völlig offen. Ob und wann die "smarte Windel" auch in Deutschland erhältlich sein wird, steht ebenfalls noch nicht fest.

Datensammeln schon im Babyalter?

Gegenüber all den offensichtlichen Vorteilen, die ein solches System mit sich bringt, steht das ebenso offensichtliche Sammeln sensibler Daten sowie deren gewinnorientierte langfristige Weiterverarbeitung. Gerade in der heutigen Zeit, in welcher persönliche Daten unser höchstes Gut sind, gilt es, diese nachhaltig zu schützen. Schon als Erwachsener steht man in diesem Bereich tagtäglich bereits vor einigen Herausforderungen. Wie können wir da unsere in dieser Hinsicht handlungsunfähigen Babys einer solchen Situation bewusst aussetzen?

Dürfen wir das?

Klar, in Zeiten der Smartwatches und Fitness-Armbänder lassen wir unseren Schlaf, Puls und weitere aussagekräftige Körperfunktionen von vergleichbaren Systemen durchgängig prüfen und sehen darin offenbar flächendeckend Vorteile hinsichtlich unserer Gesundheit. Wir treffen diese Entscheidung jedoch höchst selbst. Auf dem Weg dorthin müssen wir zahlreiche dem Datenschutz dienliche Hürden überspringen: "Sind Sie wirklich damit einverstanden, Ihre so gesammelten Daten preiszugeben?" – Sind wir. "Sind Sie sicher?" – Natürlich.

Doch dürfen wir diese Entscheidung auch für unsere Babys treffen? Ein solches System wirft zahlreiche Fragen auf und heizt die aktuell andauernde Datenschutz-Debatte an – hebt sie gar auf ein neues Level.

Eltern sollten vor der Anschaffung und Nutzung dieser Neuerungen ganz genau überlegen, ob die Vorteile – welche diese zweifelsohne mit sich bringen – die ebenso deutlichen Nachteile überragen können. Fest steht: Wir werden über dieses Thema in naher Zukunft noch reichlich diskutieren!

Autor: Martin Piecha

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Unser Autor

Martin Piecha

Content Manager bei Junior Medien

"Man kann immer dazu lernen"

Martin stammt als studierter Sportjournalist und -manager sowie ehemaliger Redakteur für Fitness- und Gesundheitsthemen aus einem eher anderen Fachbereich. Er liebt jedoch die redaktionelle Herausforderung und stellt sich voller Freude und Enthusiamsus dem weiten Feld rund um das Elternwerden und Elternsein.

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