Wenn Eltern kreative Namen aussuchen

Diese Vornamen wurden 2019 abgelehnt

Kaum kündigt sich der Nachwuchs an, müssen Eltern sich auf einen Vornamen einigen. Einige sind dabei besonders kreativ ...

Jedes Jahr aufs Neue freue ich mich auf Vornamen, die von Standesämtern abgelehnt wurden. Denn zum Teil sind da wirklich die kuriosesten Schöpfungen dabei. Zu meinen All-Time-Favorites gehören: Atomfried, Bierstübl, McDonald, Satan, Verleihnix oder Nelkenheini. Wie um alles in der Welt kommen Eltern auf die Idee, ihr Kind so nennen zu wollen? Das ist mir einfach absolut unbegreiflich. 

Zum Teil werden vom Standesamt aber auch Namen bestätigt, die ich für meinen Teil sehr fragwürdig finde. Ein paar Beispiele: Matt-Eagle, Brain, Emilia-Extra, Laser, Magic, Maier, Pumuckl, Schokominza, Sheriff oder Solarfried sind in Deutschland und Österreich in den vergangenen Jahren erlaubt worden. Schwierig, schwierig – da sind Hänseleien meiner Meinung nach doch vorprogrammiert. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jemandem die Hand schütteln und sagen: "Hallo, ich bin Windsbraut Kalla", würde ich mir doch sehr seltsam vorkommen. Aber ja, auch Windsbraut ist ein genehmigter Vorname. 

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Ein Blick auf 2019

Auch im vergangenen Jahr hatten es die Behörden wieder mit vielen kreativen Eltern zu tun. Letztlich hat das Standesamt das letzte Wort, ob ein Name zugelassen oder abgelehnt wird. Im Zweifelsfall wird meistens die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zu Rate gezogen. Dort wird nachgeforscht und geprüft, ob der gewünschte Name einem Kind zugemutet werden kann oder nicht. Im Vordergrund stehe dabei immer das Kindswohl. "Wir überlegen, ob sich das Kind – in welchem Kulturkreis auch immer – mit dem Namen wohlfühlt und nicht gehänselt wird", erklärte GfdS-Sprachberater Lutz Kuntzsch gegenüber der Bild-Zeitung

Geprüft und letztlich zugelassen wurden in diesem Jahr zum Beispiel folgende Namen: 

  • Kuba
  • Iggy
  • Bex
  • Curly-Fay
  • Bear
  • Filian
  • Castiel

Abglehnt wurden:

  • Seestern
  • Regenbogen
  • Voice
  • Ewert
  • Lord
  • O'Connor
  • Decay

Decay bedeutet im Englischen übrigens so viel wie Verfall. Ob sich die Eltern darüber wohl bewusst waren, als sie ihr Kind so nennen wollten? Für den Kleinen auf jeden Fall ein Glück, dass Standesämter hierzulande nicht alle Vornamen erlauben. 

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Unsere Autorin

Jana Kalla

Jana Kalla ist Chefredakteurin von Leben-und-erziehen.de. Vorher war sie viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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