Vertrauensmissbrauch

"Meine beste Freundin hat unseren Babynamen geklaut"

Viele werdende Eltern behalten den geplanten Namen für ihr Baby bis zur Geburt für sich. Konsequent. Wenn ihr die folgende Geschichte hört, wisst ihr, warum das keine schlechte Idee ist …

Es waren einmal zwei beste Freundinnen. Franzi und Nora*. Sie erzählten sich alles. Bis ins kleinste Detail. Ohne Hemmungen. Ob Perioden-Missgeschick oder peinlicher Sex-Unfall. Es wurde wild diskutiert. Und analysiert. Eines Tages stand auch folgendes Thema zur Diskussion: Babynamen. Denn beide waren gleichzeitig schwanger. Der wahr gewordene Traum von (vielen) besten Freundinnen. Doch was dann geschah, hat eine der beiden Schwangeren fuchsteufelswild gemacht.

(--> Fortsetzung folgt unten, *die Namen sind frei erfunden, die Geschichte jedoch nicht)

Ja, die Verschwiegenheit über den Vornamen für das (noch) ungeborene Baby ist eine heikle Angelegenheit. Unter engen Freunden verrät man häufig sehr intime Dinge, ja, auch den geplanten Babynamen flüstert man ihnen vielleicht ins Ohr. Doch das kann auch mal richtig in die Hose gehen. 

Babynamen verraten unter Freunden: Ist doch kein Ding!?

Franzi und Nora haben schon seit ihrer Schulzeit über potenzielle Namen für ihr zukünftiges Kind gesprochen. Es machte ihnen Spaß, sich ihre Familie in spe mit konkreten Namen vorzustellen. Und schon früh legte sich Franzi auf einen Favoriten fest. 

Die zwei Babybauch-Bald-Mamas lümmelten also eines Abends zusammen bei Netflix und Pizza auf der Couch. Auf den Film konzentrieren? Bei Frauen in der Regel ziemlich schwierig. Franzi bestätigte nochmals (!), dass sich an ihrem Wunschnamen nichts geändert hatte. Wie aufregend, nun wussten sie, wie ihre Tochter heißen sollte. Ja, dieser Name sollte es werden. Franzi und ihr Ehemann waren sich da einig. "Warum nicht darüber sprechen", dachte sie sich. "Ist doch nichts dabei. Schließlich rede ich mit Nora ja auch über Penisbrüche, Chlamydien und sonstige Peinlichkeiten." Da ist der Name des Babys doch harmlos. Über die Konsequenzen hatte sie sich keine Gedanken gemacht …

Enttäuschte Gesichter nach Geburtsnachricht

Nora hingegen war noch ahnungslos und grübelte schon seit Längerem über den richtigen Namen. Auch zusammen mit Franzi, ihrer besten Freundin. Praktisch, denn beide sollten ein Mädchen bekommen. Nora konnte sich aber mit keinem der Vorschläge so richtig anfreunden. Und schließlich sollte es so kommen, dass Nora ihr Baby zuerst bekam – ohne geringste Namensvorstellung. Für Franzi ein Grund zur Freude, na klar! Doch als sie Noras bebilderte WhatsApp-Nachricht sah, wurde ihr ganz schlecht. Ihre beste Freundin, ihre Quasi-Schwester, hatte ihr tatsächlich den Namen für IHR BABY geklaut. Zwar "nur" als zweiten Vornamen, aber Moment, wie bitte? Das fand sie nicht okay. Als Anmerkung dazu schrieb die frischgebackene Mama nur: "P.S.: Du hast doch nichts dagegen, dass wir uns für diesen hübschen Namen entschieden haben?"

Ehrliche Worte und Funkstille

Nach den Glückwünschen über die Geburt ihrer sehr niedlichen Tochter konnte Franzi allerdings nicht anders, als ihren (nicht kleinen) Unmut über den gewählten Namen des Kindes kundzutun. Sie stieß auf Unverständnis. Sie stritten sich. Erst nach ein paar Monaten Funkstille kamen sie wieder in Kontakt. Seither wurde das Thema totgeschwiegen. Bis die Übeltäterin ihr zweites Kind gebar …

Zweites Kind: Zeit für Wiedergutmachung?

Das zweite Kind kam zur Welt. Noch einmal würde sie sich sicherlich nicht solch einen Fauxpas erlauben, da war sich Franzi sicher. Doch erneut sollte sie eines Besseren belehrt werden …

An dieser Stelle sei gesagt: Es handelt sich tatsächlich um eine wahre Begebenheit aus meinem Bekanntenkreis, über den ich hier berichten darf (mit Erlaubnis).

Diesmal entschied sich Nora aus heiterem Himmel für einen Namen, der dem Vornamen von Franzis Tochter seeeehr ähnlich war. Ich kann an dieser Stelle natürlich nicht den wirklichen Namen verraten, doch hier ein Beispiel: Johanna und Hanna. Auslegungssache. Doch sie war nicht okay damit. Unverständnis. Erneute Funkstille. Bis heute. Freundschaft kaputt.

Wie denkt ihr darüber?

Fazit: Äußert euren Wunschnamen klar und deutlich!

Babynamen sind etwas sehr Intimes. Überlegt euch vorher, wem ihr den geplanten Namen für euer Kind verraten wollt. Denkt immer an diese Geschichte zurück, vielleicht habt ihr in eurem Bekanntenkreis ähnliche Erfahrungen miterleben müssen. Einmal gewählt, bleibt der Vorname für immer bestehen. Deshalb unser Rat: Wenn ihr darüber redet, macht klar, dass IHR den Namen WIRKLICH nehmen möchtet. Zu 100 Prozent. Und denkt noch mal gründlich darüber nach, ob ihr den Wunschnamen wirklich vorher verraten möchtet. Mein Mann und ich haben uns dagegen entschieden. Hinterher kann man dann ja genug darüber fachsimpeln. Und Menschen mit zu viel Meinung können euch dann auch nichts mehr schlecht reden.

Doch was tun, wenn es so kommt wie in meiner kleinen (wahren!) Geschichte? Nun, einige benennen ihr Kind nämlich trotzdem so, wie sie es ursprünglich geplant haben. Wer ist hier der Übeltäter? Wenn es so gehandhabt wird, dann drehen sich beim Playdate auf dem Spielplatz plötzlich zwei Kinder um, wenn das eine gerufen wird. Ob das ein Happy End ist? Das sei jedem selbst überlassen …

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