Maniküre für Minis

Dem Baby die Fingernägel schneiden: So geht's!

Dem Baby die Nägel zu schneiden, treibt frischgebackenen Eltern Schweißperlen auf die Stirn. Aber keine Panik: Unsere Hebamme Franziska Luck weiß, wie's geht und verrät viele tolle Tipps.

Wenn es darum geht, die Baby die Nägel zu schneiden, bekommen viele Eltern schon bei dem Gedanken daran Schweißperlen auf der Stirn. Denn sie haben Angst, ihrem Kleinen wehzutun. Es gibt aber ein paar simple Tricks, die ich auch bei meinen Kindern angewendet habe und die sich über die Jahre hinweg bewährt haben. 

Ab wann darf man dem Baby die Fingernägel schneiden?

Nach der Geburt sind die Nägel noch sehr weich und brauchen in der Regel keine Pflege. Du solltest sie daher in den ersten vier bis sechs Wochen nicht schneiden, da der Übergang zum Nagelbett nur schwer zu erkennen ist. Da kann es schnell passieren, dass du die Fingernägel zu kurz schneidest und deinem Baby wehtust. Die erste Maniküre wird erst fällig, wenn die Fingernägel so lang sind, dass sich dein Baby kratzen könnte. Wenn die Nägel also deutlich über die Finger- bzw. Zehenkuppen hinausgewachsen sind.

Einige Kinder werden jedoch mit recht langen Nägeln geboren, vor allem Babys, die nach dem errechneten Termin auf die Welt kommen. Dann kann es passieren, dass das Kleine sich selbst (meistens im Gesicht) oder auch die Eltern oder Geschwisterchen kratzt. Häufig werden dann Söckchen empfohlen, die man dem Baby über die Hände ziehen soll. Da die Kleinen aber gerade am Anfang ihre Welt mit Händen und Fingern erkunden, sollten Babyfäustlinge, wenn überhaupt, immer nur kurz zum Einsatz kommen. Denn auch beim Stillen ist der Kontakt zwischen Babys Hand und Mamas Brust enorm wichtig. 

Wenn dein Baby sich in den ersten Wochen schon blutig kratzen sollte, ist es sinnvoll, die Nägel doch schon ganz vorsichtig zu kürzen. Du kannst sie entweder abknabbern – das hört sich zugegebenermaßen komisch an, klappt aber prima. Da Lippen sehr empfindsam sind, kann man mit ihnen sehr gut den Übergang zwischen Haut und Fingernagel fühlen. Wenn ein Nagel bereits eingerissen ist, kannst du ihn auch ganz behutsam seitlich nach oben abziehen.

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Fingernägel schneiden oder knipsen?

Ich rate immer zu einer Schere, die komplett aus Metall besteht. Diese Scheren liegen besser in der Hand und schneiden sehr gut. Es gibt spezielle Baby-Nagelscheren aus Metall mit einer abgerundeten Spitze*. Die Scheren mit Kunststoffgriff sind meistens stumpf und liegen nicht gut in der Hand. Von Nagelknipsern halte ich bei Babys generell nichts, da diese viel häufiger zu Verletzungen führen als Scheren. Bei einer Schere hat man einen deutlich besseren Überblick beim Schneiden, sodass es seltener zu Verletzungen der Haut kommt. 

Wie schneidet man die Fingernägel am besten?

Am einfachsten geht’s, wenn der Partner mitmacht: Einer hält, einer schneidet. Aber mit ein bisschen Übung klappt es auch allein: Du legst dir das Baby quer auf den Schoß und nimmst seine Hand in deine linke Hand, seine Finger sind etwas gespreizt. Jetzt nach und nach jeden Finger mit dem linken Zeigefinger und Daumen festhalten, Babys Fingerkuppe zeigt leicht nach unten. Linkshänder machen es andersherum.

Was tun, wenn das Baby zappelt?

Ein sattes und zufriedenes Baby ist die ideale Voraussetzung, um die Fingernägel zu kürzen. Einige Eltern warten, bis das Baby schläft – dann ist es maximal entspannt. Andere nutzen den Augenblick, wenn das Baby zufrieden an Mamas Brust trinkt. Auch ein abendliches Bad hat sich bewährt: Anschließend ist das Baby vielleicht schon ein wenig schläfrig, zudem sind seine Nägel schön weich und lassen sich leichter schneiden. Wichtig ist, dass du selbst auch ruhig bist und nicht unter Zeitdruck stehst. Gerade die ersten Maniküre-Versuche können etwas dauern. Wenn dein Kind zwischenzeitlich anfängt zu weinen, immer eine Pause einlegen, bis es sich beruhigt hat.

Wie kurz schneidet man die Nägel?

Arbeite dich am besten Stück für Stück vor und folge der natürlichen Rundung. Schneide immer erst mal nur ein kleines Stückchen des Nagels ab. So verringerst du das Risiko, dein Baby zu verletzen. Achte darauf, die Nägel nicht zu kurz zu schneiden, denn die Nagelhaut wächst bei Babys sehr weit nach vorne. Manchmal schaffst du es vielleicht nur, zwei Fingernägel zu kürzen, da die Geduldsdauer bei deinem Baby nicht sehr hoch ist. Dann machst du einfach bei anderer Gelegenheit weiter. Bei Kindern ab ein, zwei Jahren dürfen die Nägel dann gerne kürzer sein — auch aus Hygienegründen.

Fingernägel gerade oder rund schneiden?

Die Nägel sollten immer rund und ohne pieksende Kanten geschnitten werden. Einige Eltern schwören darauf, Nagelfeilen beim Baby zu verwenden. Dies kann hilfreich sein, wenn beim Kürzen der Nägel kleine Ecken zurückgeblieben sind. Dafür sollten allerdings spezielle Babynagelfeilen benutzt werden – Feilen für Erwachsene nehmen schnell zu viel vom Nagel weg, sodass es zu Verletzungen an der Fingerkuppe kommen kann. Fußnägel hingegen sollten möglichst immer gerade geschnitten werden, damit sie an der Seite nicht einwachsen und sich entzünden. 

Wie oft muss man Babys Nägel schneiden?

Wie oft du die Nägel schneidest, hängt davon ab, wie schnell sie wachsen — das ist bei jedem Kind unterschiedlich. Die Fingernägel von Babys können mitunter recht schnell lang werden, sodass sie alle ein bis zwei Wochen gekürzt werden sollten. Dabei muss eventuell nicht der ganze Nagel geschnitten werden, manchmal reicht es auch schon, überstehende Kanten wegzunehmen. Babys Füße sollten regelmäßig kontrolliert werden, um einwachsende Zehennägel zu verhindern. Im Schnitt reicht es aber aus, die Fußnägel zwei Mal im Monat zu schneiden. Die wachsen langsamer als die Fingernägel. 

Was tun, wenn man den Finger verletzt?

Wenn das Baby zappelt, kann es schnell passieren, dass man zu viel vom Nagel wegschneidet und der Finger rot wird. Die Fingerkuppe ist dann in der Regel für ein paar Tage ein wenig empfindsam. Sollte der Finger bluten, kann man mit einer sauberen Kompresse, die man auf die Wunde drückt, die Blutung stoppen. Anschließend am besten mit einem Spray, das nicht brennt, desinfizieren. Kein Pflaster aufkleben! Das könnte das Baby beim Saugen verschlucken. Was immer hilft: kuscheln. Auch wenn kleine Wunden nicht schlimm sind, sie führen häufig dazu, dass das Baby beim nächsten Mal Angst vorm Nägelschneiden hat und sich noch mehr wehrt. Daher den Nagel lieber ein wenig zu lang lassen als dem Baby wehzutun. 

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Unsere Autorin

Franziska Luck

Unsere Autorin ist seit 2009 ausgebildete Hebamme. Sie arbeitet in der Metropolregion Hamburg und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern südlich der Elbe.

Aufgrund ihres Fachwissens und ihrer langjährigen Erfahrung als Hebamme schreibt sie für leben-und-erziehen.de vor allem Artikel rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Baby.

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