Schritt für Schritt erklärt

Babymassage: So schööööön ...

Regelmäßige Babymassagen prägen das Körpergefühl und fördern Bindung und Kommunikation zwischen Kind und Eltern. Vor allem aber tun sie gut!

Ursprünglich kommt die Babymassage vermutlich aus Indien, wo Mütter seit Jahrtausenden ihre Babys mit liebevollen Berührungen im Leben willkommen heißen. Tatsächlich hat sie keinen speziellen Nutzen. Vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Aspekte, die sich positiv auf das Baby auswirken. Und nicht nur das – auch die Eltern haben etwas davon: Sie erfahren, was es bedeutet, sich wirklich Zeit zu nehmen und ohne Ablenkung für ihr Kind da zu sein. Das wirkt auch auf die Großen entspannend. Babys möchten berührt werden. Sie haben ein natürliches Bedürfnis nach Nähe, Wärme und Körperkontakt. Über ihren Körper erfahren und erleben sie sich und ihre Welt. 

Viele positive Aspekte

Berührung ist außerdem Sprache – zärtliche Berührungen drücken häufig so viel mehr aus als Worte. Und auch das Baby kommuniziert fleißig mit und schult so die Eltern im Umgang mit ihm. Sie lernen, Körpersignale des Babys sensibler wahrzunehmen und zu beachten. So unterstützt die Babymassage eine Bindung, die für die Entwicklung äußerst bedeutsam und lebenslang wichtig ist. Schon ein paar Minuten dieses intensiven Kontakts wirken harmonisierend. Auch bei konkreten Beschwerden wie Blähungen oder Schlafstörungen und Unruhe kann die Babymassage helfen.

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Jetzt kann’s losgehen

Eine Babymassage folgt keinen Gesetzen. Wer es schafft, sich auf seinen Instinkt zu verlassen und aufmerksam zu sein, tut meistens das Richtige. Wichtig ist, auf das Baby zu hören und ihm die Massage nicht aufzudrängen. Eltern müssen akzeptieren, wenn das Baby nicht will. Darüber lernt der Sprössling, dass seine Bedürfnisse ernst genommen werden, und es entsteht Vertrauen.

Schön ist, wenn Mama und Papa aus der Massage ein Ritual werden lassen, beispielsweise immer zu einer bestimmten Uhrzeit. Die immer gleiche entspannende Musik oder gesungene Lieder stimmen das Baby auf das nun folgende Programm ein und geben Sicherheit und Orientierung. Bei abgedunkeltem Licht wird es so richtig gemütlich. Und natürlich fühlt der Nachwuchs sich auf einer weichen Unterlage in einem warmen Raum am wohlsten. Das kann auf einem Handtuch auf dem Bett oder auf einer Kuscheldecke auf dem Fußboden sein. Gerne auch auf Mamas oder Papas Beinen liegend. Wichtig: Die Position sollte auch für die massierende Person angenehm sein. Die Hände der Eltern sollten nicht zu kalt sein – eventuell mehrmals schnell aneinander reiben – und ein möglichst geruchsneutrales Baby-Massageöl verwenden.

In der Regel handelt es sich bei der Babymassage um eine sanfte Streichmassage. Am schönsten ist es, wenn die Streichbewegungen langsam, ruhig und gleichmäßig ausgeführt werden. Babys lieben es, wenn die Massage an den Beinen beginnt, da Arme und Brustregion oft sehr berührungsempfindlich sind. Grundsätzlich wirken Massagegriffe von der Körpermitte nach außen hin entspannend, während Griffe, die von außen zum Körper hinführen, anregend wirken. Berührungen, bei denen beispielsweise beide Hände den Kopf des Babys umschließen, vermitteln Sicherheit und Geborgenheit. 

Brust und Bauch

Bei der Herzbewegung streichen die Hände von der Brust ein Stück Richtung Schulter und dann zum Nabel über die Hüftknochen. Diese Massage ist sehr anregend und lädt die Kleinen ein, sich zu bewegen.

Rücken

Die meisten Säuglinge liegen fast immer auf dem Rücken und erfahren dort ganz wenig differenzierte Berührung. Durch das sanfte Streichen von oben nach unten im Wechsel mit beiden Händen können sie ihren ganzen Rücken spüren.

Beine

Der Lotussitz kommt aus dem Yoga. Diese Übung ist bei Blähungen sehr hilfreich. Dabei werden die Beinchen zum Bauch geführt und dann wieder gestreckt.

Fußsohlen

Perlenketten-Massage: Babys Fußsohlen sind sehr empfindsam. Über sie erreicht man die Reflexzonen der Verdauungs- und Atmungsorgane. Bei der sogenannten Perlenketten-Massage streicht man mit sanftem Druck von der Ferse zu den Zehen. Das wirkt anregend.

Füße

Auch bei dieser Massageübung massieren Eltern die Reflexzonen ihres Kindes und erreichen somit alle Organe. Mit dem Daumen wird jedoch punktueller Druck über die ganze Fußsohle ausgeübt.

Hände

Die Kleinen haben anfangs noch einen sehr starken Greifreflex. Das Ausstrei- chen der einzelnen Finger von oben nach unten lockert die Fingerchen und die Handfläche.

Gesicht

Die Gesichtsmassage kann sehr beruhigend wirken– wenn die Kleinen sie zulassen. Denn das Gesicht ist ja eine sehr empfind- same Körperzone. Kinder, die sich gerne waschen und eincremen lassen, mögen sie sofort. Für diese Übung streicht man mit dem Dau- men von der Mitte der Stirn Richtung Kopf.

Arme

Brust

Diese Yoga-Übung beendet die Massage. Die Mutter (oder der Vater) fasst das Kind an den Händen. Durch das Öffnen und anschließende Überkreuzen der Arme über der Brust wird die Atmung aktiviert, der Brustkorb sanft gedehnt, und das Baby erfährt Halt.

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