Gut für Babys und Erwachsene

Babyöl: ein Anwendungs-Alleskönner

Babyöl ist ein echtes Allround-Talent: Es pflegt nicht nur Babys Haut streichelzart, sondern kann auch Mama in vielen Belangen helfen.

Babyöl – wofür es alles verwendet werden kann

Hierzulande gibt es wohl kaum einen Wickeltisch, an dem nicht ein Fläschchen Babyöl steht. Das ist auch gut so, denn für die Pflege von Babys empfindlicher Haut ist es ideal. Die äußere Schutzhülle der Kleinen ist dünner als die von Erwachsenen und und neigt dazu schneller auszutrocknen oder wund zu werden. Zudem reagiert sie empfindlich auf äußere Einflüsse, da sich die Hautbarriere nach der Geburt erst noch vollständig entwickeln muss. Babyöl hinterlässt einen schützenden Film auf der Haut und schließt die Feuchtigkeit in der Haut im Vergleich zu Cremes und Lotionen viel länger ein. Die Haut wird so nachhaltig vor dem Austrocknen geschützt. Experten raten dazu Babys zwei bis drei Mal die Woche zu baden – entweder kann man einen Schuss Babyöl mit ins Badewasser geben. Oder nach dem Abtrocknen  eine sanfte Babymassage mit Öl anschließen. Bei der Benutzung von Öl bitte immer daran denken, dass die Haut rutschig wird!

Da Babyöl zudem reinigende Eigenschaften besitzt, empfehlen Hebammen es auch sehr gerne für die Reinigung des Windelbereiches. Dafür gibt man einfach ein wenig Öl auf ein Reinigungspad oder einen Waschlappen und wischt damit den Windelbereich sauber. Besonders Babys, die schnell wund werden, profitieren von den rückfettenden Eigenschaften des Öls. Wasser hingegen würde entzündete Haut nur noch weiter aufquellen lassen, Feuchttücher können durch Zusatzstoffe zu Reizungen führen. Bei einigen Babys werden in den ersten Tagen oder Wochen nach der Geburt fettige, gelblich-bräunliche Schuppen auf der Kopfhaut sichtbar. Dieser sogenannte Kopfgneis ist im Vergleich zum Milchschorf, der eine Form von Neurodermitis darstellt, harmlos und verschwindet für gewöhnlich von alleine. Möchten Eltern die Schüppchen, die durch eine Überproduktion der Talgdrüsen entstehen, dennoch entfernen, können sie dafür Babyöl nutzen. Die betroffenen Stellen einreiben und über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Morgen lässt sich der Kopfgneis ganz leicht mit einer weichen Bürste entfernen oder mit einem milden Babyshampoo wegwaschen.

Welches Öl fürs Baby?

Ein Thema, das immer wieder diskutiert wird, sind Mineralöle (Paraffine) und Silikone in Babyöl. Sie werden gerne verteufelt, bieten allerdings auch einige Vorteile: Sie sind lange haltbar, lösen so gut wie keine Allergien aus und sind kostengünstig. Allerdings haben sie tatsächlich keine pflegenden Eigenschaften und dichten die Haut ab. Das ist zwar gewollt, um die Feuchtigkeit in der Haut zu bewahren – allerdings können pflegende Inhaltsstoffe dann nicht in die Haut eindringen. Daher empfehlen viele Ärzte und Hebammen, natürliche Öle wie Jojobaöl, Mandelöl oder Nachtkerzenöl zu benutzen. Wichtig zu wissen: Pflanzliche Öle können Allergien hervorrufen und sind teurer. Auch Duftstoffe stehen häufig in der Kritik, da sie ebenfalls zu allergischen Reaktionen führen können. Viele Eltern empfinden den typischen Pflegeduft von Babyprodukten aber als besonders angenehm, reine Naturkosmetik kann ohne Duftstoffe sogar müffeln. Letztlich muss jede Familie für sich selbst entscheiden, was das Beste für Babys – und vielleicht auch Mamas Haut ist.

Babyöl für Erwachsene

Was fürs Baby gut ist, kann für Mamas (und Papas!) ja nicht schlecht sein ... stimmt! Schon beim Eincremen oder Massieren des Nachwuchses profitieren trockene Hände quasi nebenbei von den pflegenden Eigenschaften des Öls. Und besonders spröde und schnell splitternde Fingernägel freuen sich über eine Extraportion Fett und Feuchtigkeit.

Babyöl kann aber auch ganz gezielt zur Pflege bei Erwachsenen eingesetzt werden. Gerade in den ersten Monaten mit Baby kommt die eigene Me-Time ja gerne mal zu kurz. Wenn man die noch nasse Haut nach dem Baden oder Duschen mit Babyöl einreibt und anschließend nur mit einem Handtuch trocken tupft, spart man sich das Eincremen. Das Öl schließt die Feuchtigkeit in der Haut ein und macht sie herrlich weich. Und das Beste: Die Haut duftet wie das Baby – ein Geruch, von dem man ja ohnehin nie genug bekommen kann.

Babyöl zum Rasieren

Auch als Ersatz für Rasierschaum funktioniert Babyöl prima. Die Klingen gleiten dann besonders sanft über die Haut, was zu weniger Verletzungen und Irritationen wie Rasurbrand oder Pickelchen führt. Gleichzeitig beruhigt das Öl die frisch rasierten Partien und legt einen Schutzfilm auf die Haut – auch hier kann man sich das anschließende Eincremen sparen.

Mit einem Wisch ist alles weg

Es muss nicht immer der teure Make-up-Entferner sein. Babyöl entfernt sogar wasserfeste Mascara. Dafür einfach ein paar Tropfen auf ein Wattepad geben und sanft über das Augenlid wischen. Auch getönte Tagescremes und anderes Make-up sind mit einem Wisch weg – nur bei unreiner Haut sollte man das Babyöl anschließend besser noch mit einem Waschgel entfernen, um die Poren nicht zu verstopfen.

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Babyöl für die Haare

Auch für den Friseurbesuch ist in der ersten Zeit nach der Geburt meist kaum Zeit. Damit die Haare nicht zu sehr leiden, kann man die Spitzen mit Babyöl versiegeln. Die aufgeraute Schuppenschicht wird so umschlossen – Spliss wird vorgebeugt. Zudem lässt sich auch krauses Haar oder Frizz prima mit Babyöl in den Griff bekommen: Dazu einfach ein wenig Öl in den Handinnenflächen verteilen und damit vorsichtig über die Längen und Spitzen fahren, um sie zu bändigen. Den Haaransatz aussparen, da die Haare ansonsten schnell fettig aussehen können.

Für besonders weiche Haut

Füße, Hände, Ellbogen, Knie und Schienbeine sind gerne mal extra trocken oder gar schuppig. Macht nichts, hier kommt schnelle Hilfe in Form eines Peelings: Dazu einfach grobes Meersalz mit Babyöl vermischen und unter der Dusche mit kreisenden Bewegungen die betreffenden Hautpartien sanft abreiben. Alte Schüppchen werden entfernt und die "neue" Haut gleichzeitig mit Fett und Feuchtigkeit versorgt.

Haushalts-Helferlein

Und zu guter Letzt noch der Pro-Tipp für alle gestressten Mamis mit Baby und Geschwisterkind(ern): Babyöl entfernt auch Klebereste und Kaugummi aus Haaren. Dazu die betroffenen Strähnen mit Öl einreiben und so lange einarbeiten, bis sich der Kleber bzw. das Kaugummi löst. Dann mit einem feinzinkigen Kamm rausbürsten.

Unsere Autorin

Jana Kalla ist Chefredakteurin bei Leben & erziehen. Vorher war sie viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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