Cremes & Co

Welche Babypflegeprodukte du wirklich brauchst

Für frischgebackene Eltern gleicht die Drogerie oftmals einem Dschungel. Cremes hier, Babypuder da – und wofür benutzt man eigentlich eine "Cold Cream"? Ein Wegweiser durch das Angebot der Babypflegeprodukte.

Badezusatz

Eltern müssen mit Babys erstem Bad nicht warten, bis der Nabelschnurrest abgefallen ist. Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Körpertemperatur des Neugeborenen stabilisiert hat. Ob der Nachwuchs in purem Wasser oder mit Badezusatz gebadet wird, können Eltern nach Belieben entscheiden. Babybäder haben besonders milde Inhaltsstoffe und wirken rückfettend. Anschließend sollten Babys in ein Handtuch gewickelt oder geföhnt werden. Aber Achtung: Die Temperatur sollte immer mit einer Hand kontrolliert und der Windelbereich mit einem Tuch bedeckt werden. So werden die empfindlichen Genitalien geschont und man läuft keine Gefahr, dass ein Urinstrahl den Föhn trifft. Der Nabel muss  gründlich trocken getupft werden, damit er sich nicht entzündet.

Pflegecreme

Kinder haben in der Relation zu ihrem Körpergewicht eine viel größere Hautoberfläche als Erwachsene und verlieren dementsprechend mehr Feuchtigkeit. Auch die Hautschutzbarriere muss sich erst noch entwickeln. Das tut sie zwar von ganz alleine – wenn Eltern möchten, können sie ihre Babys aber z. B. nach dem Baden mit einer Pflegecreme einreiben. Hierfür eignen sich am besten Lotionen, die viel Wasser und wenig Fett enthalten. Sie schützen die Haut vor dem Austrocknen, indem sie Feuchtigkeit spenden und rückfettend wirken. Sie lassen sich auf empfindlicher Babyhaut besonders leicht verteilen und ziehen schneller ein als fetthaltigere Cremes.

Babyöl

Babys kommen in den ersten Lebensmonaten kaum mit Schmutz in Berührung. Dafür sammeln sich in den Falten gerne Hautschüppchen, Fussel von der Kleidung oder Milchreste. Und da die Kleinen meistens recht speckig sind, gelangt selbst beim Baden nicht immer Wasser an diese Stellen. Mit ein paar Tropfen Babyöl auf einem Wattepad lassen sich die empfindlichen Hautfalten gut ausstreichen und gleichzeitig vor dem Wundwerden schützen. Babyöl kann auch zum Massieren verwendet werden. Gerade in der Anfangszeit stärkt der liebevolle Hautkontakt zwischen Kind und Eltern die Bindung und festigt das Vertrauen. Und Babys, die mit Bauchweh zu kämpfen haben, profitieren zusätzlich von den krampflösenden und entspannenden Eigenschaften einer Massage.

Shampoo

Der zarte Flaum von Säuglingen benötigt in den ersten Lebensmonaten noch kein Shampoo. Entweder wischt man auf dem Wickeltisch ein bis zwei Mal die Woche mit einem Waschlappen und warmen Waser über das Köpfchen. Oder man wäscht die Haare beim Baden einfach mit. Dabei am besten die Hand an die Stirn des Babys halten, damit kein Wasser in seine Augen läuft. Praktisch sind auch 2-in-1-Produkte, die für Haut und Haar benutzt werden können. Wenn die Haare dichter werden, können diese mit einem Babyshampoo gewaschen werden. Die Inhaltsstoffe sind besonders mild – sie schonen die empfindliche Kopfhaut und brennen nicht in den Augen. Vorsicht bitte mit der Fontanelle: So lange die Schädeldecke noch nicht vollständig zugewachsen ist, sollte an dieser Stelle kein Druck ausgeübt werden. Nach dem Waschen sollten die Haare in jedem Fall gut abgetrocknet oder geföhnt werden, damit das Kleine sich nicht erkältet.

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Wundschutzcreme

Der Po eines Babys muss besonders gut gepflegt werden. Durch das feuchtwarme, luftdichte Milieu und den ständigen Kontakt mit Urin und Kot kommt es schnell zu entzündeter, wunder Haut, einer sogenannten Windeldermatitis. Wundschutzcremes enthalten entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ringelblumenextrakt oder Kamille und Zinkoxid, das Flüssigkeit bindet und die Haut trocken hält. Wundschutzcremes werden  dünn auf den Po aufgetragen, entweder vorbeugend oder zur Behandlung von geröteten, wunden Stellen. Bei einer akuten Windeldermatitis kann die Haut am besten mit Babyöl gereinigt werden – Wasser lässt die Haut nur noch mehr aufquellen. Wenn möglich sollte die Windel so viel wie möglich weglassen werden, damit Luft an die Haut kommt. Ansonsten alle zwei Stunden wechseln. Wenn die Entzündung nach zwei Tagen nicht besser wird, sollte der Kinderarzt einen Blick darauf werfen. Das gilt auch, wenn sich rote Bläschen bilden. Vermutlich ist zu der Entzündung dann noch eine Pilzinfektion (Windelsoor) hinzugekommen.

Babypuder

Früher wurden Babypopos viel und gerne gepudert, um sie vor wunden Stellen zu bewahren. Heute kommt Babypuder nur noch selten zum Einsatz. Der Grund: Das enthaltene Talkum ist sehr fein und kann beim Einatmen in die Lungen gelangen. Da es nicht wasserlöslich ist, haftet es sich an die Lungenbläschen und kann so schwere Entzündungen auslösen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher, Puder ohne Talkum zu verwenden. Eine andere Alternative sind Wundschutzcremes, die sich für besonders sensible Hautpartien wie Achselhöhlen oder Beugefalten eignen. Auch bei einer Windeldermatitis ist Babypuder nicht ratsam, da das Puder häufig verklebt und durch die anschließende Reinigung die Haut wieder gereizt wird.

Feuchttücher

Hebammen empfehlen, den Windelbereich nur mit lauwarmem Wasser und einem Waschlappen zu reinigen. Unterwegs ist das nur leider nicht immer möglich. In diesem Fall sind Feuchttücher praktische Begleiter. Um Hautirritationen zu vermeiden, sollten die Tücher ohne Parfüm, Konservierungsstoffe und Alkohol auskommen.

Wind- und Wetter-Creme

Beim Spaziergang ist das Baby für gewöhnlich warm eingepackt. Bis auf das Gesicht. Wenn es draußen sehr kalt ist, kann diese sensible Partie mit einer Wind- und Wetter-Cremes geschützt werden. Durch den sehr hohen Fettanteil legt sie sich wie ein Schutzfilm auf die Haut und schirmt so Kälte und Wind ab. Durch den geringen Wasseranteil kann sie zudem nicht auf der Haut gefrieren. Nach dem Ausflug sollte das Gesicht mit lauwarmem Wasser gereinigt werden, da sich ansonsten die Wärme unter der "Cold Cream", wie sie auch geannt wird, stauen und zu Hautausschlag führen kann.

Babypflegeprodukte sind auch gut für Erwachsene

Babypflegeprodukte eignen sich nicht nur für den Nachwuchs! Mamas können z. B. mit ihrem Baby gemeinsam baden (bitte erst, wenn der Wochenfluss versiegt ist) und dabei von den pflegenden Eigenschaften des Cremebads profitieren. Auch Babyshampoos sind für Erwachsene geeignet, da sie die von Föhnen und Styling strapazierte Kopfhaut besonders sanft reinigen. Und am Wickeltisch wird erst das Baby mit Öl massiert, über die Reste freut sich Mamas Haut. So ein Mini-Pflegeprogramm tut nicht nur gut, es spart auch Zeit. Und die haben frischgebackene Mütter ja meistens ohnehin nicht. Ein weiterer Vorteil: Babypflegeprodukte sind entweder unparfümiert oder haben nur einen sehr dezenten Duft. So wird der Eigengeruch der Mama, der gerade in den ersten Lebensmonaten so wichtig fürs Bonding ist, nicht überdeckt.

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Unsere Autorin

Jana Kalla

Jana Kalla ist Chefredakteurin bei Leben & erziehen. Vorher war sie viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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