
Unser Kind schläft keine Nacht mehr durch – wir gehen auf dem Zahnfleisch! Was können wir tun? Solche Sätze hört man von Eltern, deren Babys zwischen sechs Monaten und einem Jahr alt sind, sehr häufig. Experten wundert das nicht. In diesem Alter tut sich bei den Kleinen ungeheuer viel.
Sie werden mobiler und immer neugieriger. Parallel geht der Schlafbedarf der Kleinen zurück: Bei Neugeborenen sind es im Durchschnitt 16 Stunden am Tag, Schlafen und Essen sind fast gleichmäßig über Tag und Nacht verteilt. Mit einem dreiviertel Jahr braucht ein Baby etwa drei Stunden weniger und hat sich an den Tag-Nacht-Rhythmus der Familie angepasst. Geht alles gut, schläft es nachts durch.
Die Macht der Gewohnheit
Frederic wurde mit sieben Monaten nachts immer wieder wach und weinte, als die ersten Zähnchen durchbrachen. Vielleicht hat er Hunger, rätselten die Eltern und bereiteten ihm ein Fläschchen zu. Damit begannen die Probleme erst recht. Der Kleine will seitdem nachts alle drei, vier Stunden essen. Das braucht er in seinem Alter eigentlich nicht mehr. Es ist nicht der Hunger, der ihn weckt, sondern die Macht der Gewohnheit!, meint der Schlafberater Dr. Ulrich Rabenschlag. Der Kleine hat sich daran gewöhnt, mit Hilfe des Fläschchens wieder einzuschlafen. Das nächtliche Aufwachen ist übrigens ganz normal, auch bei Erwachsenen. In der Regel schlummern sie gleich wieder ein – es sei denn, sie werden gestört oder haben sich wie Frederic an eine Einschlafhilfe gewöhnt.
Geduld ist gefragt
Bei ihm hat das eine fatale Spirale in Gang gesetzt: Den verpassten Schlaf holt er tagsüber nach. Dadurch bekommt er aber zu wenig zu essen und hat nachts Hunger. In diesem Fall hilft es, dem Kleinen nachts Stück für Stück die Flasche abzugewöhnen, sie etwa durch Tee oder Wasser zu ersetzen. Und zwar so lange, bis der Kleine darauf verzichtet und tagsüber wieder mehr isst. Die Umstellung wird sicher dauern, das Baby anfangs weinen. Aber mit Geduld klappt es. Eltern sollten außerdem darauf achten, ob ihr Kind eventuell weniger Schlaf braucht.
Schlafprotokoll
Oft hilft es, wenn du notierst, wann dein Kind schläft, aufwacht und isst. Danach zählst du die Schlafzeiten zusammen und ziehst die Wachphasen ab. Der ungefähre Durchschnittswert aller Tage zeigt dir, wie viel Schlaf dein Kind im Moment braucht.