30. Juli 2018

Tipps vom Tierpsychologen + tolle Bildergalerie

Hund und Baby – geht das?

Tipps vom Tierpsychologen
© Grace Chon/zoeyandjasper.tumblr.com

Wie werden aus Hund und Kind Freunde? Kann das überhaupt gut gehen? Ja, wenn Eltern wissen, wie ihr Tier tickt.
Dazu witzige Fotos von Hund Zoey und Baby Jasper.


Der Nachwuchs ist da. Und steht sofort im Mittelpunkt. Da, wo bisher der Hund war. „In dieser Situation machen die meisten Eltern einen großen Fehler“, sagt Tierpsychologe Jürgen Seidel aus Ravensburg, Hundebesitzer und Vater von drei Kindern.

„Sie haben dem Tier gegenüber ein schlechtes Gewissen und widmen sich ihm ganz intensiv, wenn das Kind schläft.“ Ist das Baby wach, wird der Hund wieder links liegen gelassen.
Die Botschaft, die dieses Verhalten dem Tier vermittelt, ist: „Es geht mir gut, wenn das Kind weg ist. Ist es da, ist das schlecht für mich.“ Und schlecht für die Beziehung zum Baby.

Den Hund miteinbeziehen

Der Hundetrainer rät deshalb, den Hund von Anfang an miteinzubeziehen. Er wird anfangs nur noch gefüttert, bespielt und bespaßt, wenn das Kind dabei ist. Ist das Baby nicht mit von der Partie, wird auch der Hund nicht oder zumindest nicht groß beachtet. „Kinder werden nicht als ranghöher angesehen, deshalb muss der Hund positive Erfahrungen mit dem Baby verknüpfen.“ Er soll keinen Grund haben, eifersüchtig zu sein. Gleichzeitig soll auch das Kind schon früh lernen, dass ein Tier kein Spielzeug ist. Es tut dem Hund weh, wenn man an seinem Fell zieht, ihn in die Nase oder ins Ohr zwickt. Er will in Ruhe fressen und schlafen.

Niemals ohne Aufsicht

Dass Kinder sich an diese Regeln halten, ist allerdings in diesem Alter nicht zu erwarten. Viel zu schnell kommen Tier und Baby in Situationen, in denen selbst der liebste Hund – vielleicht nur aus Selbstschutz – nach dem Kind schnappt. Deshalb der dringende Appell von Jürgen Seidel: „Nie, auch nicht nur für wenige Sekunden, Kind und Hund alleine lassen!“

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Die besten Freunde

Fotografin Grace Chon liebt Hund Zoey und Baby Jasper. Und wir die Fotos der beiden – zum Beispiel das große „Wikinger“-Bild oben. Noch mehr davon unter zoeyandjasper.tumblr.com, auf instagram – und in unserer Bildergalerie:

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5 Kommentare

  1. E L L A sagt:

    Sehr interessant der Beitrag und die Kommentare.
    Wir hatten keinen Hund, obwhl ich Tiere sehr liebe. Mich hatte mal ein Hund angegriffen und gebissen, von da an hatte ich große Angst vor Hunden. Diese Angst habe ich auf meine Kinder übertragen, somit wollten die Kinder bisher auch kein Haustier. Eigentlich schade!

    Das Foto oben ist so süß!

  2. Ulrike Habich sagt:

    Hallo! Unsere Kinder sind mit Hunden groß geworden. Jetzt findet unsere Tochter Hunde eckelig. Und unsere Hunde dürfen sich unserem Enkel nicht nähern. Er könnte ja mal ein Hundehaare verschlucken. Oder Irgendwelche Krabkheiten bekommen. Mir tut mein Enkel leid.

  3. grisu66 sagt:

    Wir hatten unsern ersten Hund schon einige Jahre bis (endlich ) das 1. Kind geboren wurde. Wir haben wie ich noch in der Klinik war, schon mal von Baby Windel und so mit zum Hund genommen ,zwecks Geruchaufnahme. Der Hund hat auch das Baby ( und die weiteren danach ) mit abgeholt. Sie durfte das Baby ausgiebig beschnüffeln.
    Wenn wir nach hause kamen ,wurde weiterhin erst der Hund begrüsst,dann Kind(er) und dann Ehepartner. Was bei einigen auf Unverständnis stieß . ( Ihr habt den Hund lieber ,als das Kind.Der Hund ,übrigens ein Colli/Schäferhundmix, muß weg.)
    Unser Hund war bis zu seinen Tot der beste Freund der Kinder. Ich hatte nie Angst meine Kinder in Kinderwagen draussen stehen zu lassen,denn es konnte keiner an Wagen gelangen.
    Jetzt beim 3. Hund haben wir mit unsren letzte beiden Kinder das wieder so gemacht.

    • Rakete sagt:

      @grisu66
      Da hast du so ungefähr alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Die Windel dem Hund vorlegen ist eine Botschaft an den Hund, die besagt: Hier, ein Geschenk für dich, das gehört ab sofort dir. Niemals machen! Und auch dass der Hund als erster begrüßt wird ist absolut kontraproduktiv. Denn schließlich sollte der Hund nicht der Rudelführer sein und sich nicht den anderen Familienmitgliedern überlegen fühlen. Genau das suggerierst du aber mit dem Verhalten. Du hast wohl Glück gehabt, dass du einen an sich sehr familienfreundlichen und gutmütigen Hund daheim hattest. An alle anderen: bitte nicht diese vollkommen falschen Ratschläge beherzigen!

  4. miatinka sagt:

    Tolle Fotos, da weiß man fast nicht, wer süßer ist – Hund oder Baby.

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