Erziehung

Fünf Bausteine zum Großwerden

Wie erziehen wir unser Kind richtig? Wie wird aus unserem Sohn, unserer Tochter eine starke Persönlichkeit? Antworten finden Eltern hier.

Diese fünf Bausteine gehören unbedingt dazu, damit Mädchen und Jungen glücklich aufwachsen:

1. Kinder brauchen Nahrung und Pflege

Schon hinter dieser Binsenweisheit lauern Tücken. Die Frage, was ein Kind essen und wie lange es schlafen muss, beschäftigt Eltern über viele Jahre hinweg.

2. Kinder brauchen Geborgenheit

Die traurigen Schicksale von Kindern, auf die Entwicklungsforscher in Waisenhäusern stießen, haben gezeigt: Fürsorge für Körper und Gesundheit allein reicht nicht. Auch die Seele braucht Nahrung. Kinder müssen spüren, dass sie auf dieser Erde, in dieser Familie, gut aufgehoben sind. Es ist wichtig, dass Eltern ihnen deutlich zeigen: Es macht mir Freude, dich zu tragen, mit dir zu spielen, dir die Welt zu erklären und viel gemeinsam mit dir zu erleben. Vor allem in den ersten Jahren kostet das Zeit. Geborgen fühlen Kinder sich nur, wenn sie sich auf die Zuwendung der Großen verlassen können – wann immer sie sie brauchen.
 

3. Kinder brauchen Freiraum ...

... um die Umwelt und das eigene Können zu erkunden. Sie müssen die Welt erst kennenlernen, um sich darin zu behaupten. Auch wenn Eltern oft stöhnen: Muss unser Baby denn alles belutschen und ausprobieren? Den Löffel zum x-ten Mal fallen lassen? Ja, das muss er, betont der Schweizer Kinderarzt und Entwicklungsforscher Remo Largo: Vom Kind gewählte Aktivitäten sind auch dann sinnvoll, wenn wir Erwachsenen sie nicht verstehen. Die Neugier der Kleinen stellt Eltern vor eine doppelte Aufgabe. Sie müssen dafür sorgen, dass ihr Nachwuchs vielfältige Anregungen zum Lernen findet: Materialien und Dinge zum Untersuchen, andere Kinder und Erwachsene zum Mitspielen und Beobachten sowie Räume und Platz zum Rennen und zum Turnen. Und sie müssen dafür sorgen, dass ihr Kind sich durch seine Neugier nicht in Gefahr bringt und etwa beim Krabbeln die Treppe hinabstürzt.

4. Kinder brauchen Orientierung

Alles können Kinder nicht selbst erforschen. Manchmal brauchen sie Lehrer. Dann bestürmen sie ihre Eltern mit Warum-Fragen, wollen alles erklärt bekommen. Warum es regnet. Was der Papa macht, wenn er nicht zu Hause ist. Warum man dem anderen Kind den Sandeimer nicht wegnehmen darf. Zur Orientierung gehören also auch Regeln und Grenzen. Nicht um den Großen das Leben zu erleichtern, sondern um den Kleinen zu helfen; zum Beispiel bedeuten feste Zeiten und Rituale fürs Aufstehen, Essen, Spielen und Schlafengehen auch ein Stück Geborgenheit.
 

5. Kinder brauchen Vorbilder

Manierlich essen, zur Toilette gehen, mit Spielkameraden freundlich umgehen: Das und vieles andere lernt ein Kind durch Abgucken. Wie wichtig das ist, wusste schon der Komiker Karl Valentin: Erziehung sei zwecklos, die Kinder machten den Erwachsenen ohnehin alles nach.

Bei der Suche nach dem richtigen Erziehungskonzept hilft Eltern: Das Wissen, wie unterschiedlich Kinder sich entwickeln. Das Vertrauen, dass jedes Kind ganz von allein lernen und so schnell wie möglich groß werden will. Die liebevolle Beobachtung ihres Kindes – seiner Mimik, Fragen, Interessen und Abneigungen. Der Mut, auf ihre innere Stimme zu hören, sich von Vergleichen mit anderen Kindern nicht beirren zu lassen und auch die Empfehlung von Experten genau abzuwägen.

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