Eine Übersicht

Welches Spielzeug für welches Alter?

Welches Spielzeug für den Nachwuchs infrage kommt, hängt von seiner Entwicklung ab. Eine Übersicht.

Tasten, Sehen, Hören, Riechen – Wahrnehmen mit allen Sinnen ist eine wichtige Voraussetzung für die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung des Kindes. Das Tolle ist: All das erfahren unsere Kinder beim Spielen. Aber welches Spielzeug ist altersgemäß, macht Spaß und fördert gleichzeitig die Entwicklung? Das Angebot auf dem Spielzeugmarkt ist riesengroß und erscheint unüberschaubar. Hier findet ihr einen Überblick, welche Spielsachen für welches Alter geeignet sind.

0 bis 2 Monate

Das Neugeborene beginnt über seine Sinne, eine Verbindung zu seiner Umwelt herzustellen: Das Sehen von farbigen Objekten in der Nähe oder das 
Hören von Tönen stellen wichtige Stimulatoren für die Entwicklung dar. In dieser Zeit braucht es noch kein Spielzeug. Es hat genug damit zu tun, sich mit Licht und Dunkelheit, Stimmen, Geräuschen und Gerüchen in seiner neuen Welt auseinanderzusetzen.

Spielzeug ab 3 Monaten

Das Baby erweitert sein Entdeckunggebiet und verfeinert seine psychomotorischen Fähigkeiten.Es wird jetzt neugieriger und nimmt zunehmend Bewegungen, Geräusche und seine Umwelt wahr. Spielzeuge wie Kinderwagenketten, Rasseln, Spieluhren und Stoffpüppchen entwickeln den Tastsinn und stimulieren die 
auditiven Fähigkeiten sowie die Koordination
der Bewegungen. Außerdem ab sofort toll: ein Badeentchen. Das Spielen im Wasser trainiert die Augen-Hand-Koordination und fördert die Konzentration. 

Spielzeug ab 6 Monaten

Das Baby kann jetzt den Kopf halten, versucht sich aufzurichten und zu sitzen. Es spielt mit seinen Händen und Füßen und greift sicher nach Gegenständen, die es dann gern auf den Boden wirft. Prima ist jetzt ein Babyspielbogen. Auf seiner Decke liegend, greift das Baby nach den lustigen Mobileteilchen und freut sich über deren Bewegungen. Weitere Spielzeuge: Beißring, Stoffball, Tiere und Puppen zum Werfen, Zeit auch für das erste Holz- oder Stoffbilderbuch mit Tieren und Gegenständen aus Babys Welt.

Ab 9 bis 10 Monaten

Euer Baby wird jetzt immer aktiver, versucht vielleicht schon zu stehen und greift sicher. Es probiert, Dinge zu ziehen und zu schieben. Ideal für dieses Alter sind bunte Bauklötze. Sie fördern viele Sinne gleichzeitig: Beim Spielen mit den Steinen nutzen Babys ihren Tastsinn, bekommen beim Bauen ein Gefühl für Gewicht, Form, Größe und Reihenfolge und freuen sich über ihre ersten Konstruktionen. Zudem entdeckt euer Baby das Vergnügen, sich auszudrücken und zu kommunizieren. Es achtet jetzt besonders auf Töne und Klänge und versucht, sie nachzuahmen. In dieser Phase sind daher auch musikalische Spielzeuge sinnvoll. Außerdem hoch im Kurs stehen in diesem Alter: Stapelbecher, Ringpyramiden, Rutschfahrzeuge – und natürlich der Plastik- und Holz-Inhalt von Küchenschubladen.

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Ab 12 Monaten

Euer Kind beginnt sich selbstständig zu bewegen – erst krabbelnd und bald mit den ersten Schritten. Ab sofort benötigt euer Nachwuchs Spielzeug, das ihm ermöglicht, seine Umgebung zu erkunden und ihm hilft, seine motorischen Fähigkeiten zu verbessern. 

Auch Sandkisten sind in diesem Alter super: Das Spielen im Sand steht jetzt für viele Kleinkinder an erster Stelle. Bauen, Buddeln und Matschen machen nicht nur Spaß, sondern schulen die Sinne und vermitteln erste Ideen über Rauminhalt. Das Tragen von Eimern im Sand schult den Gleichgewichtssinn und die grobmotorischen Fähigkeiten. Weiteres Spielzeug: Puppenwagen,  Kleinkindschaukel, Rutschfahrzeuge, Schaukelpferd, einfache Holzpuzzle.

Ab 18 Monaten

Euer Kind kann sich langsam die Auswirkungen seines Handelns vorstellen und liebt Spiele, bei denen es das Handeln bestimmt: etwa beim Fahren eines Spielzeugautos, beim Werfen eines Balls oder bei der Interaktion mit Gegenständen, die auf Befehle reagieren.

Ab 24 Monaten

Spiele in diesem Alter müssen zum Erfinden von Rollen und Situationen anregen und mit Fantasie die Realität der Erwachsenen nachbilden. Euer Kind gibt dem Spiel jetzt eine Seele. Das Spiel beginnt, einen 
sozialen Charakter anzunehmen.

Zudem macht die Motorik eures Kindes weiter große Fortschritte: Es beginnt nun, Ursache und Wirkung zu begreifen, wie Spielsachen funktionieren, auseinander- und zusammengesetzt werden und erforscht seine Welt in einem immer größeren Radius. In diesem Alter ist der Bollerwagen ein guter Begleiter: Das Kind kann Blätter, Steine, Stöcke und andere Entdeckungen sammeln. Dazu lernt es beim Ziehen des Wagens seine eigenen Kräfte kennen – und wenn diese erschöpft sind, kann Mami oder Papi den müden Abenteurer nach Hause fahren. Weiteres Spielzeug: Fingerfarben, Angelspiel, Dreirad, Bilderbücher unterstützen die Sprachentwicklung, die in diesem Alter auf Hochtouren läuft.

Ab 3 Jahren

Dreijährige toben, springen, klettern. Sie sind schon recht geschickt und schneller, als den Eltern manchmal lieb ist! Soziale Erfahrungen mit Gleichaltrigen werden jetzt immer wichtiger. Beim Spiel mit anderen Kindern sind Rollenspiele beliebt: Der Kochlöffel wird zum Schwert, das Bobbycar zum Feuerwehrauto und der Filius zum Kinderarzt. Freunden werden Verbände angelegt, Haustiere mit dem Stethoskop abgehört und Teddybären mit Spritzen traktiert. Unverzichtbar für das Spiel ist ein Arztkoffer. Weiteres Spielzeug: Bilderdomino, Baukasten-Systeme, Knetmaterial, Holzfahrzeuge.

Ab 4 Jahren

Die Fantasie von Vierjährigen scheint grenzenlos. Sie sind voller Ideen und Einfälle, die sie am liebsten sofort umsetzen. Kinder lieben das Nachspielen von Alltagssituationen: Einparken, ausparken – und ab in die Waschanlage. Ein stabiles Parkhaus schult die Feinmotorik und macht Spaß. Weiteres Spielzeug: Puppenküche, Piratenschiff, Puppentheater, erste, einfache Gesellschafts- und Tischspiele.

Unsere Expertin

Dottoressa Emanuela Iacchia, Entwicklungspsychologin und Psychotherapeutin, Osservatoria Chiccho, Baby Research Center, Italien

Und noch ein paar Spielregeln für Eltern:

  •  Lassen Sie Ihr Kind ungestört spielen. Wenn Ihr Kind häufig beim Spiel unterbrochen wird, lernt es nur schwer, sich zu konzentrieren. Wenn Unterbrechungen nötig sind, kündigen sie diese vorher an, damit Ihr Kind sich darauf einstellen und sein Spiel in Ruhe beenden kann.
  •  Schaffen Sie einen Platz, wo das Kind seine gebauten Kunstwerke zum Zeigen, Bewundern und Weiterbauen stehen lassen darf.
  •  Bieten Sie Ihrem Kind immer nur ein Spielzeug zur Zeit an. Eine zu große Auswahl überfordert das Kind, und es lernt nicht, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen.
  •  Schenken Sie Ihrem Kind Aufmerksamkeit, wenn es Ihnen etwas zeigen möchte. Lob und Bestätigung gehören zum Spiel dazu.
  •  Helfen Sie Ihrem Kind, Ordnung zu halten. Im Chaos verlieren
  •  Kinder den Überblick – und damit auch schnell die Lust am Spielen.

Grundsätzlich gilt:

  •  Schaffen Sie stabiles und belastbares Spielzeug an.
  •  Achten Sie beim Kauf auf die Sicherheit des Spielzeuges. Je kleiner das Kind, desto größer muss das Spielzeug sein. EU-Richtlinien und europäische Sicherheitsnormen garantieren, dass das Kinderspielzeug den geltenden europäischen Richtlinien entspricht.
  •  Bieten Sie Spielzeug aus verschiedenen Materialien, Formen und Farben an. Gut ist eine Mischung aus Holz- und Plastikspielsachen.
  •  Je mehr man mit einem Spielzeug anfangen kann, umso besser. Bauklötze und Legosteine zum Beispiel sind vielfältig einsetzbar, regen die Kreativität an und bieten mehr Spielmöglichkeiten als ein Teil mit nur einer Funktion.
  •  Beachten Sie unbedingt die Altersangaben der Hersteller! Das schönste Spielzeug nützt nichts, wenn Ihr Kind damit überfordert ist.
  •  Versuchen Sie auch im Alltag Zeit für gemeinsame Beschäftigung zu finden. Denn auch das schönste Spielzeug ersetzt nicht Mami oder Papi!

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