Step by Step

Laufen lernen: Wann wagt mein Baby seine ersten Schritte?

Der eine ist ein Schnellstarter, der andere lässt sich noch ein bisschen Zeit. Aber eins haben alle Kinder gemeinsam: Irgendwann machen sie sich auf den Weg. Irgendwann lernt jedes Baby das Laufen.

Mit Spannung betrachtet Martina ihren Sohn: Langsam zieht sich Tom am Sofa hoch. Er hält sich nur noch mit einer Hand fest, lässt los und – plumpst auf seinen Popo. Der Kleine gluckst fröhlich. Martina lächelt ihrem Sohn zu und ist dabei ganz in Gedanken: Sollte Tom mit seinen 15 Monaten nicht endlich laufen? In der Krabbelgruppe bildet er mittlerweile das Schlusslicht. Andere Mütter sprechen Martina schon darauf an. Ihr Mann sagt, sie solle abwarten und Tom Zeit lassen. Eigentlich findet Martina das auch. Wenn da nicht diese Unsicherheit wäre, ob das eigene Kind vielleicht in der Entwicklung hinterherhinkt.

Wann laufen Babys?

Ob schon mit zehn oder erst mit 17 Monaten: Wann ein Kind zu laufen beginnt, lässt sich nicht vorhersagen. Jedes Baby ist anders und folgt in der Entwicklung seinem eigenen Tempo. Die Statistik sagt: 90 Prozent der Kinder können mit etwa 16 Monaten sicher laufen. Aufmerksam werden sollten Eltern erst, wenn das Kind mit zwei Jahren noch immer nicht auf zwei Beinen unterwegs ist. Dann solltet ihr den Kinderarzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob der Krabbler sich zu langsam entwickelt oder motorisch auffällt. Solange aber alles in Ordnung ist und das Kind insgesamt in seinen Fähigkeiten Fortschritte macht, brauchen die Eltern sich nicht zu sorgen und es heißt abwarten: Noch früh genug können die Erwachsenen hinter ihrem Spross durch die Wohnung flitzen.

Also merkt euch bitte: Die Kommentare anderer solltet ihr euch generell nicht zu Herzen nehmen und auch nicht versuchen, vermeintliche Spätzünder zu drängen – es wird nichts bringen. Stattdessen sind eine große Portion Humor, Zuversicht und Vertrauen in das eigene Kind wesentlich bessere Begleiter.

Jedes Kind lernt das Laufen anders

I do it my way – manche Kinder entwickeln mitunter ihre ganz eigenen Techniken sich fortzubewegen: das Bein nachziehen, auf dem Popo rutschen oder wie eine Schnecke über den Boden kriechen. Aber keine Angst, alle diese etwas merkwürdig anmutenden Techniken münden irgendwann in einem aufrechten Gang. Unterstützung brauchen die Kleinen dabei nicht ...

Unterstützung durch Lauflernhilfen und Lauflernwagen?

Sogenannte Lauflernhilfen sind Gestelle auf Rädern, in die Babys hineingesetzt werden können, so dass sie mit den Füßen den Boden berühren können. Auf diese Weise soll das Laufen lernen unterstützt werden. Vielen Babys gefällt es, sich alleine fortbewegen und die Wohnung entdecken zu können und auch für Eltern mag es praktisch sein, wenn sie ihr Kleines nicht ständig herumtragen müssen. Experten sehen Lauflernhilfen jedoch kritisch: Wenn Kinder in ihrer körperlichen Entwicklung noch nicht so weit sind, dass sie laufen können, zwängt der Babywalker sie in eine unnatürliche Haltung. Halb sitzend, halb stehend – wenn die Muskulatur diese aufrechte Position noch gar nicht halten kann, kann es zu Fehlbelastungen der Wirbelsäule kommen. Auch Fußfehlstellungen kann eine Lauflernhilfe begünstigen. 

Eine andere häufig von Eltern genutzte Lauflernhilfe ist der sogenannte Lauflernwagen. Er ist eigentlich nichts anderes als ein Wagen auf Rädern mit einer waagerechten Stange, an der das Kind sich festhalten kann. Es kann sich also an dem Lauflernwagen hochziehen und/oder damit durch die Gegend schieben. Kleine Laufanfänger strecken dabei jedoch gerne die Arme durch und verlagern ihr Gewicht sehr weit nach vorne. So sind nicht nur Stürze vorprogrammiert – das Kind nimmt anders als beim freien Gehen auch eine falsche Haltung ein. Aus diesem Grund sollten Lauflernwagen erst eingesetzt werden, wenn Kinder schon einigermaßen sicher laufen können. Dann ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sie spielerisch mit dem Wagen die Welt erkunden. 

Gibt es Equipment für Babys, um den Spieldrang zu fördern?

Kinder suchen sich im Spiel von ganz allein Anregungen, die ihrem Alter und ihren Fähigkeiten entsprechen. Dabei ergeben sich abwechslungsreiche und spannende Spielideen meist schon im täglichen Leben – egal ob Kochtopf oder leere Schachtel, Kinder haben ein natürliches Interesse an echten Sachen. Zeug zum Spielen ist für kleine Entdecker häufig interessanter als Spielzeug. Besonderen Spaß haben die Kleinen an spiegelnden Oberflächen. Große Papierbögen zum Rascheln und Knautschen, Bälle - all das ist leicht für Babys zu handhaben und macht Spaß ohne Verletzungsrisiko.

Eins nach dem anderen

Sitzen, robben, krabbeln, hochziehen: Das ist die Route, die die meisten Kinder einschlagen, bevor es mit dem Laufen so richtig klappt. Bis Ende des siebten Monats sitzen viele Babys schon ohne Hilfe. Wenn das Kind zunächst noch zusammensackt, sollte es nicht durch Kissen abgestützt werden, um sitzen zu bleiben – dann ist es einfach noch nicht bereit dazu. Zwischen dem achten und zehnten Monat wird der Knirps sicherer beim Sitzen und beginnt zunehmend, sich durch Rutschen und Kriechen fortzubewegen. Auf wackligen Beinchen kann es sich an Möbelstücken hochziehen und so für eine kurze Zeit selbstständig stehen. Bis zum Ende des elften Monats krabbelt das Kleinkind schon routiniert durch die Wohnung, wird zum Entdecker und erweitert seinen Radius immer mehr. Einige Babys lassen das Krabbeln jedoch ganz aus und ziehen sich gleich zum Stehen hoch.

Kindersichere Umgebung beim Laufenlernen: Hier lauern Gefahren ...

Achtung Falle: Sobald die Kleinen beginnen zu krabbeln und sich alleine fortzubewegen, sollten sie niemals unbeaufsichtigt sein. Außerdem wird es jetzt Zeit, die Wohnung auf mögliche Tücken abzuklopfen. Es ist gar nicht verkehrt, dabei selbst auf alle "Viere" zu gehen und aus der Babyperspektive zu schauen, was den Kleinen potentiell gefährlich werden kann. Herunterhängende Tischdecken laden ein, daran zu ziehen und dabei Geschirr herunter zu reißen. Was sind Stolperfallen und was könnte das Kind zudem umstoßen? Auch umherliegende Kabel, der Herd, das Bügeleisen oder ungesicherte Steckdosen müssen für Kinder unerreichbar sein. Besonders Treppen benötigen am Beginn und am Ende eine spezielle Sicherung, beispielsweise durch Schutzgitter, denn ein Sturz hat möglicherweise lebensgefährliche Folgen.

Übung macht den Meister

Rund um den ersten Geburtstag ist es dann bei einigen schon soweit: Unter freudigen Blicken von Mama und Papa macht der Spross seine ersten breitbeinigen Schritte, um dann ziemlich schnell wieder auf den gepolsterten Popo zu fallen. Jetzt ist der Knoten geplatzt und es geht daran, an der Feinmotorik zu feilen. Manche Kinder lernen erst einige Monate später, sich auf zwei Beinen fortzubewegen, auch das ist völlig normal. Meist konzentrieren sich die Knirpse ohnehin zunächst entweder auf das Laufen oder Sprechen – so sprechen manche früh, laufen aber spät und umgekehrt. Diese Entwicklung ist so individuell wie ein Kind selbst.

Barfuß, bitte!

Viele Eltern wollen ihrem Spross gleich Schuhe anziehen – doch diese Anschaffung kann noch warten. Es ist am gesündesten, wenn die Kleinen barfuß laufen. Die kleinen Füßchen brauchen viel Bewegungsfreiheit,  um mit allen Nerven den Boden zu erspüren. Die Kinder müssen ausprobieren, wie sie sich sicher auf ihren Beinen halten können, sie üben Koordination und Balance. Bekommt der weiche Fuß zu viel Unterstützung rundherum, kann das die Entwicklung der Muskeln und Sehnen hemmen. Bei kalten oder rutschigen Fußböden sind so genannte Stoppersocken, Strümpfe mit Antirutschbeschichtung, eine gute Alternative. Ihr erstes Schuhwerk brauchen die kleinen Wanderer erst dann, wenn sie draußen laufen oder kleine Strecken zurücklegen.

Wie Mama und Papa helfen können

Auch beim Laufenlernen gilt: Übung macht den Meister. Wichtig ist nicht nur, dass die Eltern zum gemeinsamen Üben bereitstehen. Sie sollten den Kleinen auch das Vertrauen vermitteln, dass sie sehr gut selber wissen, ab wann es losgeht. Kinder können unterstützt werden, wenn sie versuchen zu laufen, müssen aber nicht ständig dazu animiert werden. Die Hände reichen, damit sich das Kind daran festhalten kann oder die kleinen Füßchen für ihre neue Herausforderung massieren, sind gute Fördermaßnahmen. Am besten ist, wenn die Kleinen ihre Bewegungen selbst entwickeln. Selbst beim Krabbeln oder bei Mama auf dem Arm, mobilisiert das Baby automatisch seinen ganzen Körper. Jede Aktivität, auch das Festhalten und Ausbalancieren aktiviert die Muskeln und bereitet auf den aufrechten Gang vor. Eltern können also durchaus Anregungen zur Mobilität geben. Deine Motivation, dein Lächeln und Lob wird dein Kind bald zu ersten Schritten animieren. Schließlich merkt es bald selber, dass die Froschperspektive nicht alles sein kann. Dein Kind sitzt am liebsten und hat wenig eigenen Antrieb? Bring es mit anderen Kindern zusammen, die schon erste Schritte wagen. Wenn dein Baby sieht, was die anderen schon können, wird es den Ehrgeiz entwickeln und von selbst anfangen, es ihnen gleichzutun. Ihre Freude an der eigenen Mobilität, die sie die Welt ganz neu entdecken lässt, bringt den Fortschritt in Gang. Wichtig ist allerdings immer: Gefährliche Gegenstände und persönliche Lieblingsstücke sollten nicht nur außer Reichweite, sondern besonders auch außer Sichtweite aufbewahrt werden. 

Die richtigen Schuhe für die Kleinsten

Gerade für die ganz Kleinen sollten Schuhe möglichst leicht und flexibel sein und eine rutschfeste Sohle haben. Experten empfehlen generell: So viel Schutz wie nötig, soviel Freiheit wie möglich! Klettverschlüsse oder Schnürbänder bieten den Vorteil, dass sich die Schuhe auch in der Breite individuell anpassen lassen. Da Kinderfüße viel schwitzen unbedingt auf atmungsaktive Materialien wie Leder achten. Weiches Material und Nähte sorgen für angenehmen Tragekomfort. Gerade, wenn die Schühchen im Sommer barfuß getragen werden, darf nichts scheuern. Schuhe müssen von klein auf immer gut passen, damit sie dem Fuß entsprechenden Halt geben. Schuhe auf Zuwachs sind keine Option: Kinderfüße wachsen in den ersten Jahren bis zu drei Größen pro Jahr. Um die richtige Größe zu ermitteln, am besten in ein Schuhfachgeschäft gehen.

Deutschlands bekannteste Kinderschuhmarke Elefanten erfüllt die strengen Richtlinien hinsichtlich Qualität und Schadstofffreiheit. Eine große Auswahl von Schuhmodellen der beliebten Marke sowie das von Elefanten mit entwickelte zuverlässige "Fußmaßsystem WMS" findest du in Deichmann- und Roland-Filialen. Und noch ein Tipp: Da sich selbst kleine Füße im Laufe des Tages noch ausdehnen, Kinderschuhe am besten nachmittags kaufen.

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