Wenn das Baby "hickst"

Schluckauf bei Babys: Kein Grund zur Sorge

Notwendiges Übel oder überflüssiges Überbleibsel: Schluckauf haben Babys schon im Mutterbauch. Warum das gut ist und was es nach der Geburt mit dem Phänomen auf sich hat, erfahrt ihr hier.

Das war ein lustiges Gefühl: Während der Schwangerschaft mit meinem Sohn, vor allem in fortgeschritteneren Schwangerschaftswochen (SSW), "hüpfte" mein Bauch hin und wieder ziemlich unvermittelt. Wie ein kleiner (Vor-)Freudenhüpfer in regelmäßigen Abständen fühlte sich das an. Was dahintersteckte? Der Fötus hatte Schluckauf.

Schluckauf im Bauch

Tatsächlich können Babys im Mutterbauch schon ab der 9. SSW Schluckauf haben. Er kommt durch Atemübungen zustande, das Ungeborene hebt und senkt dabei den Brustkorb, während Fruchtwasser durch das Zwerchfell gepumpt wird. Die Muskulatur wird so für die späteren Atembewegungen trainiert. Dabei entweicht überschüssige Luft, die dann zum Schluckauf führt.

Ist Schluckauf beim Baby gefährlich?

Auch nach der Geburt als kleines Baby hickste mein Sohn öfter mal vor sich hin und verzog dabei nicht ansatzweise das Gesicht oder zeigte eine sonstige Reaktion. Es schien ihn überhaupt nicht zu stören, obwohl sein ganzer Körper dabei erschüttert wurde. Und tatsächlich müssen sich Eltern keine Sorgen machen, denn Schluckauf ist bei Babys ganz normal und hört nach einiger Zeit von alleine wieder auf. Selten hält er länger als zehn Minuten an.

Woher kommt Schluckauf bei Babys?

Vor allem nach dem Stillen (oder Füttern) haben viele Babys immer mal wieder Schluckauf, zum Beispiel, weil sie Luft schlucken oder aufgrund von Temperaturschwankungen im Magen durch zu kaltes oder zu warmes Essen. Die Zwerchfellmuskeln, die die Atmung steuern, sind noch nicht ganz ausgereift. Mit dem Schluckauf trainiert das Baby seine Zwerchfell- und Rippenmuskulatur. Der Schluckauf entsteht, wenn die Muskeln kontraktieren. Bei diesem Zusammenziehen atmet das Baby ein, gleichzeitig schließt sich aber der Kehlkopfdeckel. Die Luft "knallt" gegen den geschlossenen Deckel und erzeugt das Hicksen. Es kann keine Luft mehr entweichen. Und auch die bereits getrunkene Milch kann nicht mehr nach oben zurückfließen. Der Schluckauf bei Babys ist also ein sinnvoller Schutzmechanismus gegen das Verschlucken und das Rücklaufen vom Mageninhalt in den Mund.

Leben & erziehen Abo + Geschenk

Dein Begleiter von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Alltag mit Kindern. Jetzt mit 25% Rabatt testen!

Was tun, wenn das Baby Schluckauf hat?

Euer Baby fühlt sich in der Regel durch Schluckauf nicht gestört. Es ist ihn ja schon seit der frühen Schwangerschaft gewöhnt, und er bereitet ihm keinerlei Schmerzen. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, wie ihr eurem Kind helfen könnt, den Schluckauf schneller wieder loszuwerden:

  • Trinken: Wenn das Baby (erneut) saugt, verschwinden die Hickser oft schneller. Achtet auch darauf, dass euer Baby nach dem Trinken ein "Bäuerchen" macht.
  • Luft: Wenn ihr euerem Baby sanft ins Gesicht pustet, ändert sich sein Atemrhythmus. Das kann dabei helfen, den Schluckauf zu verscheuchen.
  • Ruhe: Wenn ihr mit eurem Baby kuschelt, es auf dem Arm haltet, entspannt es sich, und der Schluckauf verschwindet bald.
  • Wärme: Manche Babys bekommen leichter Schluckauf, wenn ihnen kalt ist. Für einen entspannten Bauch (Zwerchfell) sorgt mitunter ein warmes Kirschkernkissen. Auch eine Wärmelampe über dem Wickeltisch ist hilfreich.

Bitte nicht: Methoden, wie man häufig bei Erwachsenen versucht, den Schluckauf wegzubekommen, sind fürs Baby vollkommen ungeeignet: Haltet eurem Baby auf keinen Fall die Nase zu oder erschreckt es.

Was im Bauch und in den ersten Monaten nach der Geburt durchaus seine Berechtigung hat, ist später nur noch ein lästiges Überbleibsel*. Das sieht auch mein mittlerweile sieben Jahre alter Sohn so. "Mama, warum muss ich schon wieder Schluckauf haben, das braucht doch kein Mensch!", stellt er immer mal wieder fest.

*Übrigens: Schluckauf bei Erwachsenen kann unter Umständen auf eine Irritation oder Reizung hinweisen. Tritt Schluckauf bei Erwachsenen häufig auf oder geht nicht mehr weg, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Profilbild

Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Content Management.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

Teile diesen Artikel: