Immunisierung gegen Influenza

Macht es Sinn, sich gegen Grippe impfen zu lassen?

In diesen Wochen stehen Eltern wieder vor der Frage: Lassen wir uns gegen Grippe impfen? Und auch unser Baby? Für wen die Impfung empfohlen wird.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung gegen Grippe allen Menschen, bei denen die Influenza-Erkrankung häufiger einen schweren Verlauf nimmt, vor allem bei Vorerkrankungen. Bester Zeitpunkt für eine Impfung sind die Monate Oktober und November.

Diese Personen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

  • Schwangere
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Grunderkrankung (wie etwa chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, Multiple Sklerose)
  • Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder HIV-Infektion
  • Menschen, die über 60 Jahre alt sind
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • alle Menschen, die Kontakt zu vielen Personen haben oder die Risiko-Personen in ihrem nahen Umfeld anstecken könnten: medizinisches Personal, Personal in Pflegeeinrichtungen und Personal in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr (z. B. Erzieherinnen, Lehrer)

Impfung für Schwangere sinnvoll

Eine Untersuchung der Grippe-Epidemie im Jahre 2009 hat gezeigt, dass die Krankheit bei werdenden Müttern oft schwerer verläuft: Lungen- und Mittelohrentzündung treten als Komplikationen einer Virusgrippe in der Schwangerschaft häufiger auf. Erreichen die Viren das Kind können sie eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen. Frauenärzte raten daher zu einer Impfung. Nach der erfolgreichen Impfung bekommt das Ungeborene außerdem über die Plazenta Antikörper der Mutter und ist so bis einige Monate nach der Geburt ebenfalls vor der Influenza geschützt. Schwangere Frauen, die wegen einer chronischen Krankheit ohnehin zu den Risikogruppen zählen, sollten sich unabhängig vom Stadium ihrer Schwangerschaft gegen Grippe impfen lassen. Gesunden Schwangeren wird empfohlen, die Immunisierung im zweiten Schwangerschaftsdrittel vorzunehmen.

Impfen trotz Stillen?

Auch stillende Mütter können sich gegen Grippe (und andere Krankheiten) impfen lassen. Durch eine Impfung schützen sie sich selbst und damit indirekt auch ihr Baby vor einer Erkrankung. Denn Säuglinge können erst ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat gegen Grippe geimpft werden.

Schon Babys gegen Grippe impfen?

„Wir empfehlen das Impfen vor allem für Risiko-Kinder. Dazu gehören zum Beispiel Kinder mit einer chronischen Lungen- oder Herzerkrankung, mit Asthma oder chronisch-obstruktiver Bronchitis“, rät Dr. Johannes Liese, Oberarzt am Haunerschen Kinderspital in München. Wichtig dabei: Die erste Impfung bei Säuglingen und Kleinkindern muss zweimal im Abstand von einem Monat gegeben werden, um ihren vollen Schutz zu entfalten!

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Grippe-Impfung?

Da der Impfschutz erst etwa zwei Wochen nach dem Spritzen vollständig aufgebaut ist und danach rund sechs Monate hält, sind die Monate Oktober bis Dezember der richtige Zeitraum für die Impfung. Allerdings müssen sich Kinder und Erwachsene  – wenn gewünscht – jedes Jahr neu impfen lassen. Denn der Impfstoff wird jährlich an die aktuellen Grippe-Erreger angepasst.

Kein Piks nötig

Seit der Grippe-Saison 2012/13 ist in Deutschland ein Lebendimpfstoff zugelassen. Diese Impfung wird nicht als Spritze, sondern als Spray verabreicht. 

Welche Impfungen die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts für Babys und kleine Kinder empfiehlt, können Eltern dem aktuellen Impfkalender entnehmen.

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