Kollateralschaden

Impfausfälle wegen Coronakrise

Unicef und die WHO warnen: Sowohl in armen als auch in reichen Ländern behindere die Coronakrise wichtige Impfkampagnen. Auch die Lieferung von Impfstoffen sei problematisch.

25. Mai 2020: Wir kennen es doch selbst. Sind wir vor der Krise lieber einmal mehr als einmal weniger zum (Kinder-)arzt gegangen, ist es nun genau umgekehrt: Bevor man sich und sein Kind in eine Arztpraxis schleppt, überlegt man es sich zweimal. Das scheint in vielen Familien auch für Vorsorgeuntersuchungen und Impftermine zu gelten.

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Zeitweise und/oder in bestimmten Ländern sorgten auch die Ausgehbeschränkungen dafür, dass Familien die Praxen und andere Gesundheitseinrichtungen nicht aufsuchen konnten. In vielen Fällen sei die Anreise zu den Einrichtungen aufgrund der Coronaeinschränkungen erschwert. Das berichtete die "ÄrzteZeitung" aus einer gemeinsamen Presseerklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), des Kinderhilfswerks Unicef und der Impfallianz Gavi vom Freitag.

Nach UN-Angaben seien etwa 80 Millionen Kinder unter einem Jahr von coronabedingten Impfausfällen betroffen – vor allem bei der Masern- und Polio-Impfung. Dies liege auch an Schwierigkeiten bei der Lieferung von Impfstoffen.

"Immunisierungen sind eine der kraftvollsten und wichtigsten Präventionsmittel gegen Krankheiten in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit", zitierte die ÄrzteZeitung den WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. In Jahrzehnten erlangte Fortschritte im Kampf gegen bestimmte Krankheiten seien in Gefahr.

Autorin: Irlana Nörtemann

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