Aufgepasst!

Baby-Sicherheitsmonat: Wo überall Unfälle für die Kleinen lauern

Verbrüht, gestürzt, stranguliert – Unfälle mit Baby sind leider schnell passiert. Wir zeigen ein paar Beispiele und listen auf, wie ihr euren kleinen Liebling schützt.

In den USA gilt der September als Baby-Sicherheitsmonat. Dieser wurde 1983 von der Gemeinschaft für Kinderproduktehersteller, der Juvenile Products Manufacturers Association (JPMA), gegründet. Wir haben das zum Anlass genommen, euch – ohne Angst machen zu wollen – Beispiele zu zeigen, wir ihr Unfälle mit Baby oder Kleinkind gut vermeiden könnt.

  1. Jaaaa, perfekt: Mal schnell zur Kaffeetasse gegriffen und einen Schluck genommen – das Baby trinkt gerade so friedlich an der Brust. Kommt euch bekannt vor? Bitte macht das nicht. Es kann jederzeit passieren, dass das Baby mal zuckt, ihr euch erschreckt – und schon landet etwas von eurem heißen Getränk auf Babys zarter Haut. Das kann schneller zu Verbrühungen führen, als man denkt. Also: Bitte beim Stillen nur kühle Getränke verzehren. Dasselbe gilt übrigens, wenn ihr das Baby in der Trage habt. Bitte auf keinen Fall einen Coffee-to-go holen. Viel zu schnell ist es passiert, dass euch jemand versehentlich anrempelt und der heiße Inhalt auf dem Baby landet. Doppelt fatal: Durch feuchte Kleidung, die ihr in der Trage nicht schnell genug entfernen könnt, kann es noch leichter zu schlimmen Verbrennungen und Verbrühungen kommen.
    Auch ein Wasserkocher (inklusive Kabel) sollte natürlich zu jeder Zeit außerhalb der Reichweite kleiner Kinder stehen.
  2. Wusstet ihr, dass sich das Wasser im Gartenschlauch im Sommer mitunter so stark erwärmt, dass es ebenfalls zu Verbrennungen führen kann? Also aufgepasst!
  3. Sogar bestimmte Pflanzen können bei Hautkontakt für Verbrennungen sorgen. So zum Beispiel der Riesenbärenklau.
  4. Auch wenn die heißen Sommertage jetzt im September vorbei sind – merkt es euch ruhig schon mal fürs nächste Jahr: Rutschen können glühend heiß werden.
  5. Apropos Kinderspielplatz: Auch beim Trampolinspringen heißt es: Vorsicht! Springt beispielsweise nicht mit eurem Kleinkind gemeinsam – euer Gewicht überträgt sich beim Springen auf die zarte Wirbelsäule eures Lieblings.
  6. Trägt euer kleiner Schatz im Sommer auch einen dieser niedlichen Kinder-Sonnenhüte? Probiert unbedingt vorher aus, ob sich der Verschluss unter dem Hals bei Zug tatsächlich öffnet. Leider passiert es immer mal wieder, dass die Hersteller angeben, er würde sich von alleine öffnen, was er dann aber nicht tut. Es haben sich schon Kinder stranguliert, weil sie beispielsweise mit den Bändern des Hutes an einem Spielgerät auf dem Spielplatz hängen geblieben sind. Unter diesem Artikel seht ihr dazu ein Beispiel von Facebook, wie schlimm eine solche Verletzung aussehen kann.
  7. Finger, Haare und Kleidungsstücke können sich leicht mal in einer Rolltreppe einklemmen. Daher gilt auch hier: Achtet besonders auf eure kleinen Kinder.
  8. BITTE transportiert eure Kinder nicht auf dem Gepäckträger eures Fahrrads. Gerät der Kinderfuß in die Speichen, kann es zu schlimmen Wunden und sogar Knöchelbrüchen kommen.
  9. Lasst eure Kids nicht in der Nähe von Glastüren toben. Gehen diese zu Bruch, kann es zu schlimmen Schnittverletzungen kommen.
  10. Und wusstet ihr, dass sogar ein Haar dazu führen kann, dass ein Babyzeh oder -finger abgeklemmt wird? Für dieses Phänomen gibt es sogar einen Namen: Mehr dazu lest ihr in unserem Artikel "Tourniquet-Syndrom: Wenn ein Haar Babys Zeh abschnürt".
  11. Auch bei Elektrogeräten ist Vorsicht angesagt: Durch ein eingestecktes Handy-Ladekabel können Babys und Kleinkindern einen Stromschlag erleiden, wenn sie das Ende in den Mund stecken. Generell sollten Steckdosen immer gesichert sein, wenn kleine Kinder im Haus sind.
  12. Unbedingt vermeiden sollte man, dass Kinder eine Batterie verschlucken. Das kann aufgrund der enthaltenen Säure sogar tödlich enden. Lasst eure Kleinkinder und Babys also bitte nicht mit einer Fernbedienung oder Geräten, die Knopfzellen enthalten, spielen.
  13. Das Verschlucken ist ohnehin ein großes Thema. Nicht umsonst sollen kleine Kinder keine Nüsse oder ganze Weintrauben zu essen bekommen. Und bitte auch keine anderen kleinen Teile (Spielzeug, aber auch anderes) liegen lassen, wenn kleine Kinder in der Nähe sind.
  14. Und wusstet ihr das? Platzt ein Luftballon beim Aufpusten, kann es passieren, dass man kleinste Teile des Gummis einatmet, die sich dann vor die Luftröhre legen. Also lieber eine Pumpe verwenden.
  15. Hat euer kleiner Schatz versehentlich einen "Waschmittel Pod" (auch Cap oder Pad genannt) verschluckt, führt bitte KEIN Erbrechen herbei – das kann bei ätzenden Stoffen die Folgen noch verschlimmern – sondern wählt schnellstmöglich die Nummer der Gift-Hotline – notiert euch diese am besten schon vorab und hängt sie gut sichtbar neben dem Telefon auf bzw. speichert sie ab (Berlin: 030/192 40, Bonn: 0228/192 40, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein: 0551/192 40, Freiburg: 0761/192 40, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: 0361/730 730, München: 089/192 40, Rheinland-Pfalz und Hessen: 06131/192 40). Grundsätzlich gilt daher natürlich: Alle Putzmittel, Medikamente etc. sicher vor kleinen Kindern geschützt verwahren. Auch wichtig: Füllt keine Putzmittel oder andere giftige Flüssigkeiten in Lebensmittelflaschen um. Auch bei Schulkindern kann es noch passieren, dass sie aus der vermeintlich richtigen Flasche einen großen Schluck trinken und sich damit die Speiseröhre verätzen.
  16. Übrigens solltet ihr bei Hochbetten und Gitterbettchen allgemein immer genau auf die Herstellerangaben achten, für welches Alter sie geeignet sind und wie man sie sichern sollte. Habt ihr beispielsweise ein Gitterbettchen mit höhenverstellbarer Matratze, achtet unbedingt darauf, dass ihr sie runterstellt, sobald euer Kleines mobiler wird. Sonst fängt es auf einmal an zu klettern und fällt möglicherweise hinaus. 
  17. Sichert auf jeden Fall Fenster und Treppen, damit kein Kind herausfallen oder hinunterstürzen kann.
  18. Dass Babys und Kleinkinder niemals unbeaufsichtig baden dürfen, sollte selbstverständlich sein. Da sie lautlos ertrinken, bekommt man das sonst unter Umständen nicht rechtzeitig mit. Natürlich gilt die Unfallgefahr auch bei ungesicherten Gewässern wie Seen oder Teichen. Bitte lasst euren Sprössling dort niemals unbeaufsichtigt und spreche Verantwortlichkeiten immer genau ab.
  19. Wie der folgende Fall zeigt, können auch die Klebestreifen an einer Papiertaschentuchpackung fürs Ersticken sorgen. Bitte lasst eure Babys also nicht damit spielen, oder macht zumindest den Klebestreifen vorher ab:

Mit Sonnenhut stranguliert

Dieses kleine Mädchen ist auf dem Spielplatz auf einer Rutsche mit dem Band ihres Sonnenhutes hängen geblieben. Glücklicherweise schaffte es ihre Freundin, sie zu retten und das Band zu lösen. Wenn das Band so stark in den Hals einschneidet, dass die Luftröhre verletzt wird, kann das richtig gefährlich werden. Der kleinen Marley aus Südaustralien geht es inzwischen zum Glück wieder gut. Sie kam mit ihrer Geschichte sogar in die Nachrichten, und ihre Mutter bewirkte, dass Sonnenhüte mit Bändern an staatlichen Schulen in Südaustralien verboten wurden. Hier seht ihr die Hautwunde, die die kleine Marley davongetragen hat:

Die Wohnung kindersicher machen

In diesem Artikel lest ihr, wie ihr eure Wohnung kindersicher macht. Plus: Checkliste zum Runterladen >>>

Noch mehr zum Thema

Ein User schrieb uns kürzlich an und empfahl uns seine Seite, auf der er auf Unfälle und Verletzungen im Haushalt hinweist und entsprechende Tipps gibt.

Diese Empfehlung möchten wir an dieser Stelle gerne weitergeben. Klickt doch mal hier: karaenke.com/sicheres-zuhause-kinder

Buchtipp! Kinderunfälle – was ihr zu Hause tun könnt und wann ihr in die Klinik solltet

Das Kleinkind steckt sich eine Murmel in die Nase. Die Tochter kriegt beim Spielen im Wald einen Ast ins Auge. Der Sohn knallt auf dem Trampolin mit seinem Kumpel zusammen … Kinder tun sich ständig weh, manchmal ziemlich übel. Der erste Impuls vieler Eltern: Ab in die Klinik! Dabei sind die meisten Verletzungen gar keine echten Notfälle. Die Folge: überlastete Notaufnahmen und auf allen Seiten zum Zerreißen angespannte Nerven.

Genau das wollen die Kinder-Docs Benedict-Douglas Sannwaldt und Till Rausch mit ihrem neuen Buch ändern. Es soll Eltern eine Orientierungshilfe für die häufigsten Arten von Verletzungen und Unfällen bieten, um den Ernst der Lage besser einzuschätzen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Ein Buch zum vorsorglichen Drin-Schmökern, aber auch Schnell-mal-Nachschlagen. Mal hoch emotional, mal extrem dramatisch, zwischendurch sogar urkomisch. In jedem Fall aber immer mit viel Herz und Verständnis für alle Eltern, die sich Sorgen um ihren Nachwuchs machen.

"Verknackst, verschluckt, verbrannt: Wie ihr euren Kids zu Hause helft – und wann ihr in die Klinik solltet" von Till Rausch und Dr. Benedict-Douglas Sannwaldt (191 Seiten, Junior Medien, 18,95 Euro).

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