Erkältungswelle

Deshalb leiden unsere Kinder dieses Jahr früher und stärker an Infekten ...

Dieses Jahr trifft uns die Erkältungswelle früher - und heftiger. Besonders die Kleinsten sind davon schwer betroffen! Grund: Das Immunsystem hat akuten Nachholbedarf.

Maske, desinfizierte Hände, Abstand und Lockdown führen zu hohen Erkältungszahlen

Wer sich aktuell im Dunstkreis von Familien mit kleinen Kindern bewegt, wird an laufenden Nasen und Dauerhusten nicht vorbeikommen. Die Erkältungszeit hat begonnen. Aber so richtig! Besonders die Kleinsten leiden dieses Jahr extrem. Der Grund hierfür: Durch die erforderlichen Corona-Hygienemaßnahmen waren Kinder im letzten Winter kaum erkältet. Keine Kita. Keine Kontakte. Keine Erkältung. Was uns im letzten Jahr als einer der wenigen Vorteile dieser Pandemie über Wasser hielt, fliegt uns dieses Jahr also - sprichwörtlich - um die Ohren!? Ja, vereinfacht gesagt: Das Immunsystem der Kleinen hatte eine Saison Pause und muss deshalb dieses Jahr doppelt arbeiten. Denn die Abwehrkräfte von Kindern können sich schließlich nur durch ausgestandene Erkrankungen herausbilden. 

Für wen das gefährlich werden kann...

"Es gibt leider im Moment eine Zuspitzung", warnt Jakob Maske, Kinderarzt aus Berlin und Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, gegenüber der dpa. "Wir haben etwas mehr kranke Kinder als sonst zu dieser Zeit und immer weniger Betten in den Kinderkrankenhäusern, weil Personal fehlt." Das Robert-Koch-Institut warnt aktuell vor allem vor der Influenza und dem Respiratorischen Synzytial-Virus (kurz RS-Virus). Im Vergleich zu den Vorjahren gab es in diesem September doppelt so viele Krankenhauseinweisungen bei Ein- bis Vierjährigen im Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen. 

Vor allem der RS-Virus, als Infekt der oberen Atemwegen, kann die Jüngsten, Frühgeborene und vorerkrankte Kinder gefährden. Sie benötigen ständige Überwachung, da sonst ein lebensbedrohlicher Sauerstoffabfall folgen kann. Entwarnung gilt aber für ansonsten gesunde Kinder: In den meisten Fällen verläuft eine Infektion mit diesem Virus wie eine ganz normale Erkältung ab. Die kann zäh sein, muss aber auf keinen Fall im Krankenhaus enden. 

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Was besorgte Eltern tun können:

Zuallererst: Ruhe bewahren! Zum Glück gehören die meisten Kinder nicht zur Risikogruppe für schwer verlaufende Erkältungskrankheiten. Schnotternase und Halsschmerzen können zwar ganz schön nerven, aber gehören eben dazu. Experten raten sogar dazu, die Kleinen auf keinen Fall in Watte zu packen, damit sie ein intaktes Immunsystem aufbauen können. Ob der Besuch der Kita nun mit bzw. trotz laufender Nase stattfindet, liegt im Ermessen der Eltern in Absprache mit der Einrichtung. (Hier könnte aktuell ein Corona-Test von der Kita eingefordert werden.)

Sollten Eltern beunruhigt sein, ihr Kind zur Risikogruppe zählen, dann wenden sie sich am besten direkt an ihren Kinderarzt. Eine Impfung gibt es derzeit noch nicht gegen das RS-Virus. Gegen die Influenza schon. Diese wird zwar nicht unbedingt für Kinder empfohlen. Es wird aber auch nicht davon abgeraten. Hier hilft ein Gespräch mit dem Experten. 

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Unsere Autorin

Astrid Christians-Gege

Astrid Christians-Gege wird oft gefragt, wie man das als Mama von zweijährigen Zwillingsjungs und einem Vierjährigen so wuppt. Ihre Antwort: Mit starkem Kaffee, einem sehr langen Geduldsfaden und einer gesunden Work-Life-Balance.

Als Redakteurin bei Leben & erziehen lässt sie auch mal den ein oder anderen Tipp einer Dreifach-Jungsmama in ihre Artikel einfließen, aber bitte immer ohne erhobenen Zeigefinger. Denn nichts ist cooler als Mütter, die sich gegenseitig unterstützen. 

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