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Nabelschnurblut

Stammzellen aus der Nabelschnur

Viele zukünftige Eltern fragen sich, ob das Einlagern von Nabelschnurblut gleich nach der Geburt sinnvoll ist. Ein Ein- und Ausblick über die Forschung und das hoffnungsvolle Reservoir.

Jan Hömme, 18, aus Fürstenau, hat seinem kleinen Bruder Arne viel zu verdanken. Mit drei Jahren erkrankte er an aplastischer Anämie, bei der die Blutbildung im Knochenmark versagt. Der Kontakt mit Keimen und anderen Kindern wurde für Jan lebensbedrohlich. Seine Eltern entschieden sich bei der Geburt des jüngeren Bruders für die Entnahme und Einlagerung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut. Mithilfe der Transplantation dieser Zellen konnte Jans seltene Erkrankung geheilt werden. Außerdem profitierte er von der guten Verträglichkeit bei der Behandlung, denn das Risiko einer Gewebe-Abstoßung ist unter Geschwistern viel niedriger als bei Spenden von Nicht-Verwandten.

Die Geschwisterinitiative der größten privaten deutschen Stammzellbank Vita34 setzt hier an: Könnte ein erkranktes Kind zur Therapie Stammzellen eines Spenders benötigen und kommt in der Familie ein Geschwisterchen zur Welt, kann die Familie die Stammzellen des Neugeborenen fünf Jahre lang kostenlos einlagern. Die gesunden Stammzellen aus dem Nabelschnurblut von Arne haben Jan eine neue Perspektive geschenkt. 

Was ist besonders an den Stammzellen aus Nabelschnurblut?

Kaum ein menschliches Organ wird so unterschätzt wie die Nabelschnur, die nach der Geburt meist ungenutzt entsorgt wird. Die Nabelschnur, die den Embryo im Mutterleib mit der Plazenta als Versorgungszentrale verbindet, beinhaltet nicht nur während der Schwangerschaft wertvolle Ressourcen für die gesunde Entwicklung des Kindes. In dem kleinen Wunderwerk befinden sich zudem unbelastete, leistungsfähige Stammzellen des Kindes.

Diese wertvollen Zellen zeichnen sich nicht nur durch ein besonders schnelles Wachstum aus. Sie sind in der Lage, jede Art von Blutzellen oder zum Beispiel Knorpelzellen zu bilden. Die Einlagerung geschieht bei bis zu -190 Grad im "Kälteschlaf". So bieten sie selbst nach vielen Jahren den Rohstoff für eine möglicherweise lebensrettende Transplantation und Therapie. Dabei ist ihre Entnahme direkt nach der Geburt aus der Nabelschnur für Mutter wie Baby schmerzfrei und ethisch unbedenklich.

Wann und wo kommen Stammzellen aus der Nabelschnur zum Einsatz?

Die eingelagerten Stammzellen werden für den möglichen späteren Einsatz bei degenerativen oder alterstypischen Krankheiten, wie zum Beispiel Leukämie, aufbewahrt. Die Fähigkeit, sich selbst zu erneuern und Blut- und Immunzellen zu bilden, macht die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zu wahren Zauberern. Ihr Schwerpunkt liegt dabei derzeit im Wiederaufbau des blutbildenden Systems und Immunsystems im Knochenmark, beispielsweise nach einer Chemotherapie.

Dank intensiver Forschung steigt die Zahl der Indikationen und Anwendungen im Rahmen von Zelltherapien stetig. Stammzellen aus dem Nabelschnurgewebe können unter anderem eine bessere Wundheilung oder die Regeneration von Knochen- und Knorpelgewebe bewirken. Und sie stellen eine neue Perspektive bei der Behandlung von Volkskrankheiten wie Arthrose dar. Nicht nur Gewebe wie Herzklappen sollen daraus hergestellt, sondern auch Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall behandelt werden. Von der Forschung zur Stammzellspende profitieren also viele: sowohl erwachsene Patienten, als auch schon die ganz kleinen.

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Über Vita34

Stammzellen können Leben retten. Deutschlands größte private Stammzellenbank begleitet werdende Eltern von der Beratung zur Entnahme von Stammzellen aus der Nabelschnur, über die Aufbereitung und Konservierung bis zur fachgerechten Abgabe der Stammzelltransplantate. Über 20 Jahre Erfahrung, ein breites Produktportfolio, intensive Forschung, umfangreiche Genehmigungen und patentierte Verfahren stehen für hohe Qualität und Sicherheit. Zudem kann Vita34 bereits eine Vielzahl medizinischer Anwendungen eingelagerter Stammzelldepots bei Blut- und Krebserkrankungen oder Hirnschäden vorweisen.

Neben der Geschwisterinitiative kommt das Unternehmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung über das Angebot einer zusätzlichen Spende von Stammzellen für andere Betroffene nach. Der Einstiegspreis für diese medizinische Vorsorge mit einem eigenen Stammzelldepot inklusive Stammzellspende beträgt beim Produkt "VitaPur" 900 Euro. Mehr Infos findest du unter vita34.de

Riesiges medizinisches Potenzial ist Forschern noch nicht gänzlich bekannt

In einer Langzeitstudie arbeiten Wissenschaftler an der erfolgreichen Anwendung von Stammzellen bei der infantilen Zerebralparese, bei der eine Schädigung des kindlichen Hirns vor oder nach der Geburt zu Lähmungen führt. Zudem laufen Studien zur Therapie von Autismus, von Stoffwechselstörungen, von Osteoarthritis, und von Autoimmunerkrankungen. Positive Effekte der Behandlung konnten bereits nachgewiesen werden.

Die thematische Vielfalt zeigt, welch riesiges Potenzial sich in den Zellen der Nabelschnur verbirgt. Dabei sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Es bleibt spannend, welche Behandlungsmethoden in der regenerativen Medizin in Zukunft noch anwendbar sein werden. Das lässt gerade bei als unheilbar geltenden Krankheiten hoffen.

 

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