Alle U-Untersuchungen auf einen Blick

Die Gesundheit und die Entwicklung deines Kindes werden bei den sogenannten U-Untersuchungen in regelmäßigen Abständen vom Kinderarzt kontrolliert. Hier bekommst du alle Infos von der U1 bis zur U11.

Zur Vorsorge beim Kinderarzt

An die U-Untersuchungen denken!

Bis zum sechsten Lebensjahr sollen alle Kinder an zehn Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen. Diese Untersuchungen sind zwar nicht verpflichtend, viele Bundesländer fordern die Eltern jedoch schriftlich auf, die Termine wahrzunehmen. Aus gutem Grund.

Bei den Früherkennungsuntersuchungen kann der Arzt feststellen, ob sich ein Kind gesund und altersgemäß entwickelt. Die Untersuchungen finden in festgelegten Zeiträumen statt, die unbedingt eingehalten werden sollten. Denn die Erkennung und Behandlung einiger Erkrankungen ist oftmals nur in einer bestimmten Altersspanne Erfolg versprechend. Aus diesem Grund muss etwa die U3 zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche erfolgen, um eine mögliche Hüftfehlstellung rechtzeitig entdecken und behandeln zu können. Gleiches gilt für die körperliche, geistige und seelische Entwicklung des Kindes: Die Untersuchungstermine sind so festgelegt, dass der Arzt wichtige Entwicklungsschritte, die in der Regel in bestimmten Zeitspannen erfolgen, gut beurteilen und eventuelle Verzögerungen besser feststellen kann.

U-Untersuchungen sollten zum Wohle des Kindes eingehalten werden

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nutzen fast alle Eltern in den ersten beiden Lebensjahren die Möglichkeit der Gesundheitsprophylaxe. Danach sinken die Teilnahmezahlen jedoch drastisch. Die U8 und die U9 werden nur noch von 63 Prozent wahrgenommen. "Dabei sind gerade diese beiden Untersuchungen angesichts des bevorstehenden Schuleintritts der Kinder wichtig", sagt Professor Dr. Harald Mau, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie an der Berliner Charité.  "Die Untersuchungen U8 und U9 haben eine besondere Bedeutung, weil Kinder im Vorschulalter wichtige Entwicklungsschritte – in Sprache, Motorik und sozialen Fähigkeiten – durchmachen."

Eltern sollten die Termine in der jeweiligen Altersspanne also unbedingt einhalten, damit mögliche Entwicklungsstörungen frühzeitig erkannt werden können. Werden die U-Untersuchungen in den vorgegebenen Zeitspannen durchgeführt, übernimmt die Krankenkasse alle Kosten. Wenn möglich, sollte immer ein Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden, so Dr. Mau: "In einer Kleinstadt kann es durchaus vorkommen, dass ein Allgemeinmediziner auch schon mal die Rolle des Kinderarztes übernehmen muss und kann. Steht jedoch ein Kinderarzt zur Verfügung, ist er der bestmögliche Ansprechpartner für die Gesundheit des Kindes. Eltern sollten sich auch nicht direkt an einen Spezialisten wenden: Erste Anlaufstelle, wenn ein Kind zum Beispiel humpelt oder schlecht sieht, muss der Kinderarzt sein. Er kann durch seine speziellen Kenntnisse der kindlichen Entwicklungsphysiologie verhindern, dass möglicherweise nur ein Symptom behandelt wird, nicht jedoch die Ursache. Der Kinderarzt stellt eine umfassende ursächliche Diagnose und überweist bei Bedarf an einen Facharzt."

In der Regel teilen die Ärzte die Teilnahme an einer „U“ den entsprechenden Stellen mit. Erfolgt die Untersuchung nicht innerhalb des vorgesehenen Zeitraums trotz mehrmaliger schriftlicher Erinnerung oder –  je nach Bundesland – sogar  telefonischer Aufforderung durch einen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, werden die zuständigen Jugendämter informiert. Diese schicken gegebenenfalls einen Mitarbeiter zu der Familie nach Hause.

Termin-Erinnerung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat übrigens auch einen Erinnerungs- und Informationsservice zu den U-Untersuchungen eingerichtet, den du kostenlos abonnieren kannst. Du findest ihn auf der Internetseite zur Kindergesundheit.

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