23. Oktober 2017

Die U-Untersuchungen

Was macht der Kinderarzt bei der U2?

Die U-Untersuchungen
© Bernd Libbach/Fotolia.com

Die ersten Tage sind gut überstanden. Zeit für Babys zweiten großen Check-up: die U2. Diese sogenannte Neugeborenen-Basisuntersuchung findet zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag statt.

Meist wird die U2 kurz vor der Entlassung aus dem Krankenhaus durchgeführt. Hat die Mutter ambulant entbunden oder ist vor dem dritten Lebenstag nach Hause entlassen worden, ist der Kinderarzt vor Ort für die U2 zuständig. Eltern sollten sich schon vorab eine Praxis suchen – Tipps für die Wahl des richtigen Kinderarztes gibt’s HIER!

Die Organe werden untersucht

Wie schon bei der U1 misst der Arzt auch bei der U2 zuerst Gewicht, Körperlänge und Kopfumfang. Dann kontrolliert er umfassend die Funktionen der Organe: Er hört Herz und Lunge ab, tastet Niere, Leber und Milz ab und prüft, ob Magen, Darm und Verdauung funktionieren. Er schaut sich die Augen genauer an (z.B. werden diese auf Trübungen untersucht) und wirft auch einen kritischen Blick auf Babys Haut. Denn sie zeigt ihm, ob die Temperaturregelung des Körpers funktioniert und wie gut das kleine Herz arbeitet. Fehlt noch eine gründliche Untersuchung der Geschlechtsorgane und des Skeletts. Dazu kontrolliert der Arzt, ob der Kopf die richtige Größe hat, ob die Wirbelsäule gerade und das Schlüsselbein in Ordnung ist und ob sich Arme und Beine gleichmäßig bewegen lassen. Babys Lunge wird außerdem durch eine dreistufige Blutuntersuchung auf die Krankheit Mukoviszidose untersucht.

Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge werden gegeben

Ab der U2 beraten Ärzte zu Themen wie Unfallverhütung, Sonnenschutz, Stillen oder Sprachentwicklung. Es werden altersentsprechende Empfehlungen ausgesprochen und Informationen zu Hilfsangeboten bereitgestellt.

Funktionieren die Reflexe?

Ein wichtiger Teil der U2 ist der Test der Neugeborenen-Reflexe, z. B. des Greif- und Saugreflexes. Sie müssen vorhanden sein, damit sich die Verbindungen zwischen Gehirn und Körper richtig entwickeln können. Diese neurologischen Reaktionen oder Lagereaktionen führt der Kinderarzt bei jeder Vorsorgeuntersuchung durch. Wundern Sie sich nicht, wenn er das Baby dabei in die verschiedensten (teils auch unbequemen) Lagen dreht. Nur so kann er sehen, ob das Baby gesund ist.

Stimmt der Stoffwechsel?

Bei der U2 steht außerdem ein Stoffwechseltest auf dem Programm. Der Arzt pikst dafür das Neugeborene in die Ferse und entnimmt etwas Blut, das dann auf mögliche Stoffwechselerkrankungen (z. B. eine Schildrüsenunterfunktion oder die erblich bedingte Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose) getestet wird. Wie schon bei der U1 bekommt das Baby erneut einen Tropfen Vitamin K zur besseren Blutgerinnung. Der Arzt wird von Ihnen einiges wissen wollen: Wie klappt’s mit dem Trinken und der Verdauung? Wie schläft das Baby? Atmet es regelmäßig?
Darüber hinaus gibt er Antworten auf die Fragen der Eltern, etwa: Welche Kleidung soll das Kleine tragen? Wie sieht die richtige Nabel- und Hautpflege aus? Darüber hinaus werden die Rachtitisvorbeugung durch Vitamin D und die Kariesvorbeugung durch Fluorid besprochen und der Arzt kann sie in Sachen Ernährung beraten. Wenn Sie in einigen Dingen unsicher sind, scheuen Sie sich nicht, den Arzt danach zu fragen. Am besten, Sie notieren sich im Vorfeld der Untersuchung, was Sie alles wissen wollen.
Etwa 20 bis 30 Minuten dauert die U2. Dann hat Baby den ersten richtig großen Gesundheits-Check geschafft. Mütter, die nicht mehr in der Klinik sind, sollten darauf achten, dass sie diesen wichtigen Termin nicht versäumen.

Die U3

Was der Kinderarzt bei der U3 untersucht und wann diese fällig ist, lesen Sie HIER.

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