Schlafsprechstunde

Mein Kind schläft nicht alleine

In unserer Schlafsprechstunde beantwortet unsere Expertin eure Fragen zum Thema Babyschlaf. Dieses Mal: Was kann man tun, wenn das Kind nicht alleine im eigenen Zimmer schlafen mag, sondern nur noch im Familienbett?

Frage einer Leserin*: "Mein Sohn ist jetzt ein Jahr und zwei Monate alt. Ich bin alleinerziehende Mutter und habe vier Kinder. Ihn bringe ich als Letztes zum Schlafen. Ich lege ihn auf meinen Arm und schaukele ihn in den Schlaf. Dann lege ich ihn in sein Bettchen, schon von Anfang an. Aber seit ein paar Wochen wacht er nachts auf, ruft 'Mama' und will bei mir im Bett schlafen. Da ich zu müde und kaputt bin, ihn wieder so zu schaukeln und sitzen zu bleiben, lege ich ihn neben mich, und er schläft sofort weiter. Wie gewöhne ich ihm das am besten ab? Mittags schläft er kurz in seinem Bett. Leider tritt mich der Kleine nachts dauernd und dreht sich hin und her. Ich bekomme keinen Schlaf."

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Antwort von unserer Schlaf-Expertin Dr. med. Daniela Dotzauer

Für die Beruhigung und das Einschlafen Ihres Sohnes fühlen Sie sich als Mama zuständig. Von Anfang an verhilft mütterliche Nähe und Bewegung dem Kleinen ins Land der Träume. Und ihr Sohn ist es gewohnt, dass er bei Ihnen im Bett mitschlafen kann. Da er schlafend abgelegt wird, lernt er nicht, selbst einzuschlafen – es fühlt sich für ihn an, als ob er permanent auf dem Arm der Mama ruht. Wacht er dann nachts auf, merkt er sofort, dass sich die Situation gänzlich verändert hat. Er vermisst die körperliche Nähe der Mutter samt Einschlafservice. Ja, und er weiß ganz genau, wie er die Mama wieder auf die Bildfläche holt. Es gibt einen Alarm, der sich erst legt, wenn er neben der Mama zum Liegen kommt.

Wichtig zu wissen ist: Jeder möchte so aufwachen, wie er eingeschlafen ist! Alles andere fühlt sich gerade für ein Kind falsch an, und es antwortet mit Schreien und Weinen. 

Ich empfehle eine Einschlafroutine zu etablieren, die das Kind beruhigt und bei der das Kind lernt, dass es "schlafnah" ins Bett kommt. Und dass sich die Mutter schrittweise vom "Einschlafprozess" zurückzieht. Also wegschauen, wegdrehen, wegrücken, weggehen. Ein Kuscheltier, mit dem das Kind ein "Wohlfühlgefühl verknüpfen kann, sollte gerade in diesem Alter angewöhnt werden! Es ist beim Stillen und Trösten präsent und wird im Laufe der Zeit ganz vertraut und für das Kind zu einer "kleinen Heimat". Es ist somit auch nachts für die Nachteule da, wenn Mama und Papa schlafen. 

Im gemeinsamen Bett hilft dem etwas größeren Kind eine u-förmig gebogene Bettschlange als Nest und ein dünnes Babykopfkissen zur Orientierung. Alle Kinder lieben das "Kontaktliegen" und drehen und treten viel weniger in ihrem Nest, an das sie sich ankuscheln können. Optimalerweise drehen Sie sich vom Kind weg und ermöglichen ihm so, selbst in den Schlaf zurückzufinden. 

Experten-Bild

Unsere Schlaf-Expertin:

Dr. med. Daniela Dotzauer ist Ärztin und Eltern-/Säuglings-/Kleinkindberaterin aus Krailling.

* der Name der Mutter ist der Redaktion bekannt

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