Wach- und Ruhephasen

So viel Schlaf braucht ein Baby

Schlaf ist keine feste Größe. Gerade in den ersten Monaten und Jahren verändert sich das Schlafbedürfnis deines Kindes. Wie viel Schlaf Kinder brauchen.

Ganz typisch für die ersten 18 Lebensmonate: Der Nachtschlaf wird immer länger, gleichzeitig nimmt die Zahl der Nickerchen am Tag ab. Die folgenden Angaben für die einzelnen Altersgruppen sind Durchschnittswerte, Abweichungen von ein bis zwei Stunden plus oder minus bewegen sich im natürlichen Rahmen. Wie viel Schlaf Kinder brauchen:

Säuglinge schlafen fast immer

Die ganz Kleinen scheinen fast den ganzen Tag zu schlummern – zumindest in den ersten Lebenswochen. In den ersten Lebenswochen haben die kleinen Menschen in der Regel einen Vier-Stunden-Rhythmus: Sie schlafen etwa drei bis vier Stunden, dann sind sie hungrig, trinken – und schlafen wieder ein. Erst nach und nach passen sie sich dem Rhythmus der Eltern an.

Aber keine Panik: Es gibt auch Babys, die kommen auf die Welt und haben von Anfang an viele und lange Wachphasen. Sie saugen alles auf, was um sie herum passiert und kommen nur schwer zur Ruhe. Auch das kann normal sein!

Wie alles andere ist auch Schlafen sehr individuell und von Kind zu Kind verschieden. Nach Prof. Dr. Angelika Schlarb von der Universität Bielefeld, die seit vielen Jahren zu den Themen Kindern und Schlafen forscht, brauchen Babys in den ersten drei Monaten im Durchschnitt zwischen 14 und 19 Stunden Schlaf pro Tag, also innerhalb von 24 Stunden. Verteilt auf etwa fünf oder sechs Schlafphasen. Die sind anfangs noch etwa gleichlang, verschieben sich aber schon nach vier bis sechs Wochen auf längere Nachtschlaf- und kürzere Tagesschlafphasen.

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Wie kann ich meinem Baby helfen, einen gesunden Schlafrhythmus zu entwickeln?

Die Schlafregulation hängt mit der Gehirnentwicklung des Babys zusammen. Da sich das Gehirn während des ersten Lebensjahres ständig weiterentwickelt und viele Reifungsvorgänge noch nicht abgeschlossen sind, verändert sich auch das Schlafverhalten von Babys fortlaufend. Damit sich ein gesunder Rhythmus zwischen Schlafen und Wachsein entwickeln kann, braucht ein Baby vor allem in den ersten Monaten sehr engen Körperkontakt, um eine gute und sichere Beziehung zu seinen Eltern aufzubauen und um überhaupt in der Welt erst einmal anzukommen. Es muss sich sicher und geborgen fühlen, seine Signale müssen verstanden und alle seine Bedürfnisse nach Nähe, Nahrung, Zuwendung, Unterhaltung und Ruhe erfüllt werden.

Hinzu kommt der natürliche Wunsch nach Struktur. Denn Struktur gibt Kindern Orientierung und hilft ihnen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Das bedeutet zum Beispiel, dass der Tagesablauf möglichst regelmäßig abläuft und sich eine feste Routine für die verschiedenen Aktionen wie Essen, Spielen oder Schlafen etabliert. So wird das Leben für das Baby ein Stück weit vorhersehbar, gibt ihm das Gefühl von Sicherheit und erleichtert das Einschlafen. Natürlich klappt das weder immer – noch auf Anhieb. Aber zum einen sind Babys unglaublich anpassungs- und lernfähig. Und zum anderen bringen Ausnahmen hier und da nicht gleich alles durcheinander.

Wie lange schläft mein Baby mit einem halben Jahr?

Mit sechs bis zwölf Monaten schlafen fast alle Kinder nachts etwa elf bis zwölf Stunden. Tagsüber sind zwei Nickerchen sinnvoll. Die Tagschläfchen dauern meist eine oder eineinhalb Stunden dauern. Schläft das Kleine kann es unter Umständen beim Nachtschlaf zu Problemen kommen. Viele Eltern scheuen sich, ihr Baby zu wecken, weil sie meinen, sein Körper brauche den Schlaf. Ideal: Vor jedem Schläfchen sollte das Kleine drei Stunden lang wach gewesen sein. Die längste Wach- und Aktivphase mit vier bis fünf Stunden sollte vor dem Zu-Bett-Gehen am Abend liegen. Ein zu spätes Nickerchen kann zu Problemen beim Ein- und Durchschlafen führen. Aber auch hier: Jedes Kind schläft anders! Dies sind nur grobe Durschnittswerte bzw. Empfehlungen. Beobachtet euer Baby und vertraut auf eure Intuition.

Ab 1 Jahr kommt der Mittagsschlaf

Im zweiten Lebensjahr brauchen Kinder nur noch durchschnittlich 13 bis 13,5 Stunden Schlaf täglich. Entfallen davon elf Stunden auf die Nacht, bleibt gerade noch ein Schläfchen für den Mittag übrig. Manche beginnen mit zehn Monaten, sich auf einen Mittagsschlaf umzupolen, andere lassen sich damit Zeit, bis sie eineinviertel oder eineinhalb Jahre alt sind. Das Kind ist dann zur üblichen Bettzeit nicht mehr müde. Statt zu schlafen, setzt es sich im Bett auf, es spielt und spricht mit sich selbst.

Der Schlaf im dritten Lebensjahr

Je älter die Kinder, mit umso weniger Schlaf kommen sie aus. Im dritten Lebensjahr schlafen Kinder nur noch etwa zwölf Stunden. Viele gewöhnen sich den Mittagsschlaf ganz ab, manche behalten ihn bis zum Kindergarten bei.

Mehr zu diesem Thema hier: Ab wann kein Mittagsschlaf mehr?

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