Babyschlaf

Schlaflieder als Einschlafritual

Wiegenlieder gehören schon seit Jahrtausenden zu den beliebtesten Einschlafritualen für Kinder. Die beruhigenden Melodien der Schlaflieder haben sogar einen gesundheitlichen Effekt.

Ob „Guten Abend, gut’ Nacht“, „Schlaf, Kindlein, schlaf“: Die sanften Klänge der Wiegenlieder beruhigen Kinder. Sie finden so leichter in den Schlaf. Der Körper kommt messbar zur Ruhe, wie Forscher von der britischen Roehampton University jetzt in einer Studie belegen: Wenn Eltern ihren kranken Kindern ein Schlaflied vorsangen, fühlten sich die Kleinen gleich wohler. Vorsingen war dabei sogar effektiver, als eine Geschichte vorzulesen

An der Studie in einem Londoner Kinderkrankenhaus nahmen 37 Kinder teil, die bis zu vier Jahre alt waren und eine Erkrankung an Herz oder Atmung hatten. Die Kinder hörten zuerst ein Schlaflied oder eine Geschichte – oder sie wurden gar nicht angesprochen. Das Ergebnis war eindeutig: Nachdem die Kinder zehn Minuten lang Schlaflieder gehört hatten, schlug ihr Herz langsamer, sie hatten weniger Angst und ihr Schmerzempfinden sank

„Eltern singen ihren Kindern schon seit Tausenden von Jahren Lieder vor und haben intuitiv gewusst, dass es ihren Kindern bei der Entspannung hilft“, sagt Studienleiter Nick Pickett. Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder seien ausschließlich auf das Vorsingen und nicht auf die Aufmerksamkeit der Erwachsenen zurückzuführen – da sind sich die Wissenschaftler sicher. Denn sonst, so Mediziner Pickett, hätte auch das Vorlesen – oder sogar das Alleinlassen – zu den gleichen körperlichen Reaktionen geführt. Schon vorherige Studien ließen vermuten, dass Musik sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. So ist bekannt, dass Sänger die Atmung mehr aktivieren als Nichtsänger und damit die Abwehrkräfte stärken.

 

Gemeinsam singen schweißt die Familie zusammen

Musiker und KiKA-Moderator Christian Bahrmann aus Berlin kennt die positive Wirkung von Musik und gerade traditionellen Kinderliedern auf Kinder nur zu gut. „Je früher sie mit Musik in Berührung kommen, desto stärker prägt sie sich ein und bildet die Musikalität genauso wie das Rhythmusgefühl. Musik ist eine Wunderwaffe. Musik kann trösten, ablenken, aufmuntern, belehren, Neugierde wecken und eben beruhigen, wenn die Mama abends beim Schlafengehen etwas vorsummt.“ Vor allem im Alltag einer Familie merke man schnell, dass Singen unheimlich zusammenschweißen kann. „Ganz nebenbei stärkt das Singen das soziale Miteinander – es stärkt die Fähigkeit, auf andere zu hören und Rücksicht zu nehmen. Denn beim Zusammensingen braucht man Gemeinschaftssinn. Man muss versuchen, mit anderen in Gleichklang zu kommen“, beschreibt Christian seine Erfahrungen mit Kita-Kindern. 

Und da in unserer Gesellschaft heute oft vermittelt werde, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, sei das Singen ein guter Gegenpol, um Kindern schon frühzeitig zu vermitteln, was Gemeinschaft für eine hohe Wertigkeit hat.

Christian animiert gerade auch junge Eltern, einfach zu singen, ohne darüber nachzudenken, ob sie die richtigen Töne treffen: „Auch ein falscher Ton schult das Gehör, und der lockere Umgang mit Texten und die Improvisation mit diesen fördert die Kreativität. Und euren Kindern ist es schnurzpiepegal, ob ihr singt wie Pavarotti oder Rammstein“, so lautet sein Credo.

Unser Experte

Wie kein anderer versteht es Christian Bahrmann, Kinder zu begeistern und zum Mitmachen oder Mitsingen zu animieren. Seit sechs Jahren ist er das Gesicht von „KiKANiNCHEN“, der unangefochtenen Nummer eins im Vorschul-TV. Christian ist verheiratet und hat drei Kinder. 

www.der-christian.com

Kleine Sammlung schöner Schlaflieder

Der Mond ist aufgegangen

  1. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der  weiße Nebel wunderbar.
  2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold! Als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.
  3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.
  4. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch.

Weißt du, wie viel Sternlein stehen

  1. Weißt du, wie viel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt? Weißt du, wie viel Wolken gehen weithin über alle Welt? Gott der Herr hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet an der ganzen großen Zahl, an der ganzen großen Zahl.
  2. Weißt du, wie viel Mücklein spielen in der heißen Sonnenglut? Wie viel Fischlein auch sich kühlen in der hellen Wasserflut? Gott der Herr rief sie mit Namen, dass sie all ins Leben kamen, dass sie nun so fröhlich sind, dass sie nun so fröhlich sind.
  3. Weißt du, wie viel Kindlein frühe stehn aus ihrem Bettlein auf, dass sie ohne Sorg und Mühe fröhlich sind im Tageslauf? Gott im Himmel hat an allen seine Lust, sein Wohlgefallen, kennt auch dich und hat dich lieb, kennt auch dich und hat dich lieb.

Wisst ihr, was die Bienen träumen

  1. Wißt ihr, was die Bienen träumen in ihrem Bienenhaus? Sie träumen von Blumen und Honigduft und wie sie fliegen in warmer Luft, summ, summ, summ, summ, summ, summ.
  2. Wisst ihr, was die Vögel träumen in ihrem weichen Nest? Sie träumen von Sommer und Sonnenschein, von Würmern und von Käferlein, piep, piep, piep, piep, piep, piep.
  3. Wisst ihr, was die Frösche träumen im Mondenschein am See? Sie träumen, dass jeder auf dieser Welt sie für die besten Sänger hält, quak, quak, quak, quak, quak, quak.
  4. Wißt ihr, was die Eulen träumen, wenn es dunkel ist? Sie träumen am Tage, nicht in der Nacht. Wenn alle schlafen, dann rufen sie sacht, uhu, uhu, uhu, uhu, uhu, uhu

Schlaf, Kindlein schlaf

  1. Schlaf, Kindlein, schlaf! Der Vater hüt’t die Schaf, die Mutter schüttelt’s Bäumelein, da fällt herab ein Träumelein. Schlaf, Kindlein, schlaf!
  2. Schlaf, Kindlein, schlaf! Der Vater hüt’t die Schaf, die Mutter hütet’s Böckelein, da kriegt man schöne Röckelein. Schlaf, Kindlein, schlaf!
  3. Schlaf, Kindlein, schlaf! Der Vater hüt’t die Schaf, die Mutter hüt’t die Lämmerlein, du schlaf in deinem Kämmerlein! Schlaf, Kindlein, schlaf!
  4. Schlaf, Kindlein, schlaf! Am Himmel geh‘n die Schaf, die Sterne sind die Lämmerlein, der Mond, der ist das Schäferlein. Schlaf, Kindlein, schlaf!

Winde wehn, Sterne stehn

  1. Winde wehn, ay ah ah. Sterne stehn, y ah ah, Ma - ma - ma, ay ah ah ah
  2. Eule ruft, ay ah ah. Sei nicht bang, ay ah ah. Mamama, ay ah ah ah.
  3. Schlaf jetzt ein, ay ah ah Kindlein mein, ay ah ah. Mamama, ay ah ah ah.

Englische Version:

  1. Night is here, ay ah ah. Stars appear, ay ah ah, Ma - ma - ma, ay ah ah ah.
  2. Owls you hear, ay ah ah. Do not fear, ay ah ah Mamama, ay ah ah ah.
  3. Close your eyes, ay ah ah. Go to sleep, ay ah ah. Mamama, ay ah ah ah.

Schlaf, mein Kind, schlaf ein

  1. Schlaf, mein Kind, schlaf ein! Schließ deine Äugelein! Sei ruhig nun und schließ sie zu, dann hat dein liebes Herz auch Ruh. Schlaf, mein Kind, schlaf ein!
  2. Schlaf, mein Kind, schlaf ein! Bald kommt der Sonnenschein, der wecket auf die Blumen all und Schmetterling und Nachtigall. Schlaf, mein Kind, schlaf ein!
  3. Schlaf, mein Kind, schlaf ein! O schöner Sonnenschein, so komm doch her, komm her geschwind und weck auch auf mein liebes Kind!
  4. Schlaf, mein Kind, schlaf ein! Schlaf, mein Kind, schlaf ein! Schließ deine Äugelein! Sei ruhig nun und schließ sie zu, dann hat dein liebes Herz auch Ruh. Schlaf, mein Kind, schlaf ein!

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