Die Mama macht's!

Auch Fläschchen geben ist Liebe!

Wenn Mamas nicht stillen können oder wollen, kommt die Milchflasche ins Spiel. Aber Fläschchen geben ist viel mehr als nur eine Mahlzeit. Es ist ein inniger Moment, der Mutter und Kind ganz nah zusammenbringt.

Beim Fläschchen geben können Mama und Baby sich ganz nah sein.
© Foto: Getty Images
Beim Fläschchen geben können Mama und Baby sich ganz nah sein.

Wunde Brustwarzen, Milchstau, Schmerzen oder die Einnahme von Medikamenten – es gibt viele Gründe, warum Mütter mit dem Stillen aufhören. Oder gar nicht erst damit anfangen. Häufig fühlen sie sich schlecht, wenn sie sich gegen das Stillen und für die Flasche entscheiden. Aber: Es ist die richtige Entscheidung! Denn wenn Stillen nichts als Sorgen, Stress, Schmerzen oder Schlafmangel bedeutet, ist damit weder der Mama noch dem Baby geholfen. Und eine enge Mutter-Kind-Beziehung lässt sich natürlich auch beim Füttern mit dem Fläschchen aufbauen. 

Haut an Haut, Herz an Herz

Bei Instagram liest man immer wieder den Hashtag #stillenistliebe. Und bekommt dazu weichgezeichnete Bilder von glücklichen Mamas und ihren Babys präsentiert. In der Realität sieht das natürlich nicht immer so rosig aus. Aber die Aussage dahinter stimmt: Stillen ist Liebe, weil es Mutter und Kind verbindet. Und genau das Gleiche gilt für das Füttern von Milchersatznahrung. Die Flasche sollte nicht mal eben so nebenbei gegeben werden. Ein gemütlicher Platz ohne viel Trubel sorgt dafür, dass sich das Baby beim Füttern vollends auf die Mama konzentrieren kann. Haut an Haut gekuschelt, das Kind am besten nur in der Windel, dicht an die Brust geschmiegt, wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das die seelische und körperliche Entwicklung des Babys positiv beeinflusst. Und das Band zwischen Mama und Nachwuchs immer fester werden lässt. 

Füttern ist Mamasache. Oder Papasache.

Kaum ist das Baby da und die Verwandtschaft das erste Mal zu Besuch, möchte jeder gerne einmal das Baby halten. Und wird es nicht gestillt, wird auch gerne mal das Füttern von anderen Personen übernommen. Das mag praktisch sein (besonders für die Mama, die dadurch entlastet wird), gut ist es aber nicht. Säuglinge sind gerade in den ersten Wochen vielen äußeren Reizen ausgesetzt. Sie sollen in Ruhe trinken, damit sie nicht so viel Luft schlucken und möglicherweise Bauchweh bekommen. Dafür brauchen sie einen sicheren Hafen – und das ist am Anfang die Mutter. Ihre Stimme und ihr Geruch sind dem Kleinen so vertraut, dass es sich ganz dem Trinken hingeben kann. Wenn das Füttern schon ein bisschen eingespielter ist, darf Papa als zweite Bezugsperson hinzugenommen werden. 

Handy weg, Fernseher aus

Gerade am Anfang sehnen sich Mütter nach einer kleinen Auszeit vom Babyalltag. So verlockend es auch sein mag, beim Fläschchengeben den Fernseher einzuschalten, im Netz zu surfen oder Nachrichten zu beantworten, sollten Mamas ihre Konzentration voll dem Kind widmen. Während eine Hand die Milchflasche hält, sollte die andere Hand die Haut berühren oder das Köpfchen streicheln. Viele Babys suchen zudem den Augenkontakt, wenn sie so nah bei Mama oder Papa sind. Wenn sie die warme Haut spüren, das Herz klopfen hören und Blickkontakt haben, fühlen sie sich rundum geborgen. Und fassen immer mehr Vertrauen – die Mutter-Kind- bzw. Vater-Kind-Beziehung wird so von Tag zu Tag gestärkt. 

Viele Eltern haben eine bevorzugte Seite und tragen ihr Baby entweder auf dem linken oder dem rechten Arm. Beim Füttern sieht es dann meistens nicht anders aus. Man sollte aber bewusst immer mal wieder die Seite wechseln, damit sich beim Kind keine Schieflage im Bereich der Halswirbelsäule entwickelt. 

Nicht überfüttern

Im zweiten Monat fünf Flaschenmahlzeiten à 165 Milliliter pro Tag, im fünften Monat vier Flaschenmahlzeiten à 235 Milliliter pro Tag: Die Angaben zur Trinkmenge und Dosierung auf der Packung sind Richtwerte. Denn jedes Kind is(s)t anders! Vielleicht hat das Baby gerade nur ein wenig Durst und trinkt nicht das ganze Fläschchen aus. Vielleicht trinkt es einen Tag auch mal sechs Fläschchen, den anderen Tag nur vier. Das ist völlig normal. Es gibt nicht DIE richtige Trinkmenge. Eltern sollten auf das Hunger- und Sättigungsgefühl ihres Babys achten – nicht darauf, ob das Fläschchen leer ist. Auf keinen Fall sollte man das Baby drängen, Milchreste immer auszutrinken. Beim Stillen entscheidet das Baby an der Brust ja auch, wann es satt ist und wann es noch weiter trinken möchte. So sollte es auch bei der Milchflasche sein. Für Eltern kann es hilfreich sein, das Fläschchen mit einem Tuch abzudecken. Auf diese Weise lässt sich nicht erkennen, wie viel Milch noch in der Flasche ist und das Baby kann seine Trinkmenge selbst bestimmen. 

Der richtige Sauger

Nicht bei der Flasche, aber beim Sauger! Babys haben ein Saugbedürfnis, dass beim Trinken befriedigt wird. Ist das Saugerloch zu groß, fließt die Milch zu schnell. Sauger in Größe 1 sind für die Kleinen am besten. Ist das Kind sehr hungrig, kann es gut sein, dass eine Mahlzeit auch einmal 20 bis 30 Minuten dauert. Genau wie beim Stillen.  

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