Pre-Milch

HA-Nahrung: Eine besondere Milch bei Allergierisiko

Wenn allergiegefährdete Babys nicht gestillt werden, ist eine wissenschaftlich geprüfte HA-Nahrung die beste Möglichkeit, das Risiko einer Allergie auf Milcheiweiß zu senken.

Ob ein allergiegefährdetes Baby tatsächlich einmal eine Allergie entwickelt, hängt auch vom Eiweiß in der Nahrung ab. Die einhellige Empfehlung lautet deshalb: Der beste Schutz vor Allergien ist Stillen. Für nicht gestillte Babys mit einem erhöhten Allergierisiko ist eine hydrolysierte Anfangsnahrung (HA-Nahrung oder auch Pre-HA-Nahrung genannt) das Richtige. Diese Milch ist allergenarm, denn das in ihr enthaltene Kuhmilcheiweiß ist bereits in seine Bestandteile zerlegt. So ist es nicht nur leichter verdaulich, sondern Babys Immunsystem lernt gleichzeitig, angemessen damit umzugehen.

Wie lange soll HA-Nahrung gefüttert werden?

Nicht gestillte Säuglinge sollten in den ersten vier Lebensmoanten ausschließlich geprüfte HA-Nahrung erhalten, so sinkt ihr Allergierisiko auf das Milcheiweiß deutlich.

Ist HA-Nahrung wirklich sinnvoll für Babys?

Nicht jede HA-Nahrung ist gleich gut geeignet. Entscheidend für den Allergieschutz ist das Herstellungsverfahren, bei dem die Eiweiße in kleine Bestandteile zerkleinert werden (hydrolysiert).Damit die Nahrung ihre schützende Wirkung entfalten kann, muss diese Aufspaltung an den richtigen Stellen erfolgen. Hier unterscheiden  sich die Nahrungen deutlich – deshalb sind auch nicht alle gleich wirksam. Experten empfehlen aus diesem Grund, allergiegefährdete Babys in den ersten vier Lebensmonaten mit einer HA-Nahrung zu füttern, deren Wirksamkeit in klinischen Studien belegt wurde. Die weltweit größte Studie zur Wirkung von Hydrolysaten in HA-Nahrung bei allergiegefährdeten Babys ist die "German Infant Nutritional Intervention Study", kurz: GINI-Studie. Sie läuft schon seit 1995 und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Wissenschaftler wiesen dabei nach, dass bestimmte hydrolysierte  Anfangsnahrungen das Risiko einer allergischen Reaktion bei nicht gestillten Babys deutlich senken können.

Hilft HA-Milch auch bei Kuhmilchallergie?

Die Auswertungen der Langzeitstudie zeigten, dass der schützende Effekt sogar bis zum Alter von 15 Jahren anhält: Babys, die in ihren ersten vier Lebensmonaten ausschließlich mit HA- Nahrung ernährt wurden, zeigten deutlich seltener allergische Reaktionen als Gleichaltrige, die eine normale Anfangsmilch bekamen. Dieser Effekt trat aber nicht bei allen HA-Nahrungen auf. Neben einer therapeutischen Spezialnahrung konnte nur eine einzige hydrolysierte Anfangsnahrung das Risiko für bestimmte allergische Reaktionen senken. Wichtig für Eltern ist daher, nur geprüfte HA-Nahrung zu füttern. Wenn das Kind jedoch eine Kuhmilch-Allergie hat, braucht es eine Spezialnahrung aus der Apotheke. Dies sollte mit einem Kinderarzt abgeklärt werden. 

Worauf Eltern bei Pre-HA-Milch achten sollten

Nicht jede HA-Nahrung schützt Babys gleich verlässlich vor Allergien. Wichtige Antworten für Eltern auf einen Blick:

Worin unterscheiden sich HA-Nahrungen?
Durch das Hydrolyseverfahren (= Aufspaltung des Milcheiweiß in Teilbestandteile). Das Eiweiß wird dann vom Immunsystem nicht mehr als fremd erkannt und ist besser verträglich.

Spielt der Eiweißgehalt eine Rolle?
Ja, er sollte möglichst niedrig sein. Ein Richtwert: 1,3 Gramm auf 100 Milliliter.

Wie finden wir die richtige HA-Nahrung für unser Baby?
Wählt in Absprache mit eurem Kinderarzt eine HA-Nahrung aus, deren Schutzwirkung vor Allergien in klinischen Studien nachgewiesen wurde.

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