Es geht auch ohne kaufen

Milchpumpe mieten: Was Mamas wissen sollten

Milch abpumpen gehört für viele Mütter in der ersten Zeit zum Babyalltag dazu wie Windeln wechseln und Bäuerchen machen lassen. Was viele nicht wissen: Eine Milchpumpe muss man nicht unbedingt kaufen, man kann sie auch mieten.

Die meisten Mütter möchten ihr Baby nach der Geburt stillen – nur leider klappt das nicht immer auf Anhieb. In diesem Fall hilft eine Milchpumpe häufig über die ersten Stillprobleme hinweg. Denn durch das Abpumpen wird die Milchbildung angeregt beziehungsweise der Milchfluss aufrecht erhalten.

Wo kann ich eine Milchpumpe mieten? 

Wenn die Still-Schwierigkeiten direkt in den ersten Tagen nach der Entbindung auftreten, bekommst du noch im Krankenhaus eine elektrische Milchpumpe zur Verfügung gestellt. Wenn du auch zu Hause weiter abpumpen musst, kannst du die Milchpumpe direkt mitnehmen und weiter mieten, bis du sie nicht mehr brauchst. 

Es kann aber natürlich auch vorkommen, dass Probleme erst später auftauchen. Viele stillende Frauen haben beispielsweise mit schmerzhaften, eingerissenen Brustwarzen, einem Milchstau oder einer Brustentzündung zu kämpfen. In diesem Fall ist schnelle Hilfe gefragt, damit du dein Baby weiter mit Muttermilch versorgen kannst. In der Apotheke, im Sanitätshaus oder auch in einigen Geburtshäusern kannst du dir ganz einfach eine elektrische Milchpumpe ausleihen und so lange Milch abpumpen, bis es dir wieder besser geht.  

Gibt es die Milchpumpe auf Rezept? 

Wenn eine medizinische Notwendigkeit bei dir oder deinem Baby vorliegt, bekommst du ein Rezept, um die Milchpumpe auszuleihen. Die Kosten werden dann von deiner Krankenkasse getragen. Du musst lediglich eine Kaution für die Mietpumpe bei der Apotheke oder im Sanitätshaus hinterlegen. Diese bekommst du aber wieder, wenn du die Milchpumpe zurückbringst. 

Das Rezept stellt dir entweder der Gynäkologe oder der Kinderarzt aus – je nachdem, ob das medizinische Problem von dir oder deinem Kind ausgeht. Es ist in der Regel für vier Wochen gültig und kann bei Bedarf verlängert werden. Mit Ablauf des Rezepts muss auch die Pumpe zurückgeben oder auf eigene Kosten weiter gemietet werden. Folgende Indikationen werden von den Krankenkassen anerkannt, um eine Milchpumpe auf Rezept zu bekommen: 

Bei der Mutter:

  • Brustentzündung, eine sogenannte Mastitis 
  • Entzündete, blutende Brustwarzen
  • Flach- oder Hohlwarzen
  • Verminderte Milchmenge (Hypogalaktie)
  • Vermehrte Milchbildung (Hypogalaktie)
  • Einnahme von Medikamenten, die in die Muttermilch übergehen können
  • Operative Eingriffe

Beim Baby:

  • Frühgeburt
  • Störungen der Muskelfunktionen im Mund-, Rachen-, Gesichts- und Halsbereich (sogenannte orofaziale Dysfunktionen)
  • Trink- und Saugschwäche 
  • Anomalien im Bereich des Mundes wie z. B. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder zu kurzes Zungenbändchen
  • Organische, neurologische oder Stoffwechselerkrankungen 

Tipp: In manchen Situationen muss es einfach schnell gehen, wenn du z. B. an einem Milchstau oder einer Brustentzündung leidest. Wenn du bei deinem Arzt auf die Schnelle keinen Termin bekommst oder es dich gerade am Wochenende trifft, kannst du dir die Mietpumpe ausleihen und das Rezept später nachreichen.

Auch gut und hilfreich: Einige Apotheken bieten sogar einen Lieferservice an und bringen dir die Pumpe tagsüber nach Hause. Und natürlich kannst du auch deinen Partner losschicken, um dir eine Milchpumpe zu organisieren. 

Achte unbedingt darauf, dass das Rezept alle relevanten Informationen enthält: 

  • Diagnose (das Baby betreffend, wenn der Kinderarzt es ausstellt, die Mutter betreffend, wenn es vom Gynäkologen kommt)
  • Verordnungsdauer (für gewöhnlich vier Wochen)
  • Korrekte Bezeichnung des Leihgeräts: elektrische Intervallmilchpumpe
  • Einzel- oder Doppelpumpset
  • Unterschrift und Stempel des Arztes (Vorderseite)
  • Unterschrift der Mutter (Rückseite)
  • Information, ob ein Einzel- oder Doppelpumpset verschrieben wird

Ein Einzelpumpenset wird von den Krankenkassen zusätzlich zur Mietpumpe von den Krankenkassen gezahlt. Die Kosten für ein Doppelpumpenset werden nur selten übernommen. Für gewöhnlich fallen dafür Mehrkosten in Höhe von ca. 20 Euro an – dafür hast du dann aber auch zwei Fläschchen zum Auffangen der Muttermilch sowie zwei Brustaufsätze, mit denen du beide Brüste gleichzeitig abpumpen kannst. 

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Welche Kosten kommen auf mich zu, wenn ich ohne Rezept eine Milchpumpe ausleihen möchte? 

Wenn du nur ab und an mal abpumpen möchtest, um dich vielleicht mit einer Freundin zu treffen, brauchst du nicht zwingend eine elektrische Milchpumpe. In diesem Fall ist eine manuelle Pumpe vollkommen ausreichend. Wenn du jedoch regelmäßig abpumpen musst oder möchtest, weil du z. B. wieder in den Job einsteigst, ist eine elektrische Pumpe in jedem Fall effektiver und schützt dich – nebenbei bemerkt – vor einer Sehnenscheidenentzündung. Die Kosten für eine Mietpumpe liegen pro Tag bei ca. 2 bis 3 Euro, also bei ca. 60 bis 90 Euro im Monat. Hinzu kommt eine einmalige Kaution von ca. 75 bis 100 Euro, die du nach Rückgabe der Pumpe wiederbekommst. Außerdem benötigst du noch ein sogenanntes Einmalset – darin enthalten sind z. B. Schläuche und Brustwarzenaufsätze. Dieses Zusatzmaterial, das ca. 30 Euro kostet, kann man aus hygienischen Gründen nicht mieten, sondern nur kaufen. 

Milchpumpe mieten oder kaufen – was macht mehr Sinn? 

Das ist eine sehr individuelle Entscheidung. Wenn du nur gelegentlich abpumpen musst, kannst du dir entweder eine manuelle Milchpumpe kaufen, die es schon für relativ wenig Geld gibt. Die günstigsten Modelle starten schon bei rund 10 Euro, die hochwertigeren Modelle kosten um die 30 bis 40 Euro. Wenn du häufiger und über einen längeren Zeitraum pumpen musst oder möchtest, wirst du um eine elektrische Milchpumpe nicht herumkommen. Die Preise variieren stark – abhängig von der Leistung und den Einstellungsmöglichkeiten (Saugstärke und Frequenz). Einfache Modelle starten bei 70 Euro, der Porsche unter den Milchpumpen, die „Symphony“ von Medela, die für gewöhnlich in Krankenhäusern verordnet und durch Apotheken verliehen wird, schlägt mit rund 1900 Euro zu Buche. Das ist dann schon eine ganz schöne Investition, die sich nur lohnt, wenn du wirklich viel und lange pumpen willst. Hebammen empfehlen häufig die "Swing Flex" von Medela  oder die "Calypso" von Ardo, die jeweils um die 180 Euro kosten. Beide pumpen effektiv, sind dabei sehr leise (wichtig falls man nachts oder unterwegs abpumpen möchte) und lassen sich durch ihre kompakte Größe und das geringe Gewicht sehr gut transportieren. Zudem können sie mit einem Akku betrieben werden, was zu mehr Mobilität führt. Letztlich musst du schauen, in welchem Umfang du eine Milchpumpe nutzen möchtest und dann durchrechnen, was sich finanziell mehr rechnet. 

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Unsere Autorin

Jana Kalla

Jana Kalla ist Chefredakteurin bei Leben & erziehen. Vorher war sie viele Jahre lang hauptsächlich im Beauty-Kosmos unterwegs.

Seit sie einen eigenen kleinen Sohn hat, ist ihr Leben nicht nur um einiges turbulenter geworden, es hat auch dazu geführt, dass sie ihr Themenspektrum erweitert hat. Und was könnte es Schöneres geben, als über Windeln und Wimperntusche zu schreiben?

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