So geht's richtig

Muttermilch aufbewahren, einfrieren und erwärmen

Für viele Mamas gehört das Abpumpen von Muttermilch zum Stillalltag dazu. Doch wie lagert man sie am besten? Und wie lange ist sie haltbar? Wir liefern euch Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Stillmamas werden ganz schön gefordert: Immer wenn das Baby Hunger hat, ist die Mama unentbehrlich. Und das natürlich nicht nur tagsüber, sondern auch nachts. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein. … es ist daher völlig okay und normal, dass ihr euch vielleicht mal eine kleine Auszeit wünscht. Damit euer Baby in eurer Abwesenheit nicht auf Muttermilch verzichten muss, könnt ihr diese abpumpen. So kann dann euer Partner oder eine andere vertraute Person das Füttern übernehmen. Wie ihr die Muttermilch am besten lagert und gegebenenfalls einfrieren und wieder auftauen könnt, haben wir euch in diesem Artikel zusammengefasst.

1. Welche Behälter eignen sich zum Aufbewahren von Muttermilch?

Eure Milch solltet ihr ausschließlich in sauberen und gut verschließbaren Gefäßen aufheben. Spezielle Muttermilchbeutel-, Fläschchen oder Gläschen eignen sich dafür besonders gut – sie bestehen entweder aus Glas oder Kunststoff (Polypropylen oder Polyethylen). Normale Tiefkühlbeutel, Eiswürfelbehälter oder Plastikflaschen solltet ihr nicht verwenden, da sie nicht vorsterilisiert sind und zudem schädliche Weichmacher wie Bisphenol A (BPA enthalten können. Behälter für die Aufbewahrung müssen nach Gebrauch nicht unbedingt sterilisiert werden, es reicht sie mit heißem Wasser und Spülmittel zu reinigen und sie anschließend sorgfältig klar auszuspülen.

2. Wo lagert man Muttermilch am besten?

Milch könnt ihr entweder bei Zimmertemperatur stehen lassen oder im Kühlschrank oder der Gefriertruhe bzw. dem Gefrierfach aufbewahren. Dabei gilt: Je wärmer der Ort, desto kürzer die Haltbarkeit. Wenn ihr also wisst, dass euer Baby wahrscheinlich bald wieder Hunger bekommt, reicht die Lagerung bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank völlig aus. Braucht ihr die Milch erst in ein paar Tagen oder Wochen, ist der Gefrierschrank der beste Ort.

3. Wie lange darf man Muttermilch aufbewahren?

Wenn ihr eure Milch hygienisch abgepumpt und aufgefangen habt, könnt ihr euch an diesen zeitlichen Richtwerten zur Aufbewahrung orientieren:

  • Bei Raumtemperatur
    Bei einer Zimmertemperatur zwischen 16 und 25 Grad ist Muttermilch zwischen sechs und acht Stunden haltbar. Bei sehr sommerlichen Temperaturen verkürzt sich die Lagerzeit ungekühlter Muttermilch auf drei bis vier Stunden.
     
  • Im Kühlschrank
    Muttermilch sollte im Kühlschrank immer ganz hinten und möglichst weit unten aufbewahrt werden – denn hier ist es am kältesten. Bitte nicht in die Tür stellen, da die Temperatur hier durch das Öffnen schwanken kann. Je nachdem, wie kalt euer Kühlschrank eingestellt ist, hält Muttermilch bei Temperaturen zwischen vier und sechs Grad bis zu 72 Stunden, zwischen 0 und vier Grad erhöht sich die Lagerzeit auf bis zu fünf Tage.
     
  • Im Eisfach oder in der Gefriertruhe
    Auch beim Einfrieren kommt es auf die Temperatur an. Im Eisfach eines Kühlschranks könnt ihr eure Milch bei minus 16 bis minus 19 Grad drei bis vier Monate einfrieren. In Tiefkühltruhen mit Temperaturen unter minus 20 Grad lässt sich Muttermilch sogar sechs bis neun Monate aufbewahren. Friert am besten immer nur kleine Portionen ein. Sie lassen sich nicht nur schneller auftauen, ihr vermeidet auch, restliche Milch wegwerfen zu müssen. Typische Portionen für Säuglinge liegen zwischen 60 ml und 120 ml. Beobachtet am besten, wie viel euer Baby trinkt und friert dann dementsprechend passende Portionen ein. Die Behälter solltet ihr immer nur zu ¾ füllen, da sich die Milch beim Einfrieren ausdehnt. Beschriftet die Muttermilchgefäße zudem mit dem Datum des Einfrierens, damit ihr genau wisst, wie lange die Milch noch haltbar ist.

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4. Darf man abgepumpte Milch zusammenschütten?

Gerade bei kleineren Mengen abgepumpter Muttermilch kann es praktisch sein, diese zu sammeln, um eine volle Mahlzeit zusammenzubekommen. Ihr könnt Milchportionen zusammenfügen, solltet aber auf folgende Punkte achten:

  • Die Milchmengen, die zusammengefügt werden, sollten die gleiche Temperatur haben.
  • Frisch abgepumpte Muttermilch solltet ihr also erst im Kühlschrank herunterkühlen lassen und sie dann zu bereits kalter Milch im Kühlschrank dazugeben.
  • Gleiches gilt für gefrorenen Milch: Muttermilch, die noch Körpertemperatur hat, muss erst im Kühlschrank abkühlen und darf dann zur Milch im Gefrierfach dazu geschüttet werden. So ist sichergestellt, dass die bereits gefrorene Milch nicht antaut.

5. Wie kann man Muttermilch auftauen?

Eingefrorene Muttermilch könnt ihr am besten im Kühlschrank auftauen lassen – je nach Menge kann das bis zu zwölf Stunden dauern. Dafür ist die Methode besonders schonend, sodass alle wichtigen Nährstoffe erhalten bleiben. Einmal aufgetaut, hält sie sich 24 Stunden im Kühlschrank, vorausgesetzt der Behälter wird nicht geöffnet. Wenn ihr den Behälter öffnet, verkürzt sich die Lagerzeit im Kühlschrank auf zwölf Stunden. Taut ihr sie bei Zimmertemperatur auf, solltet ihr sie eurem Baby innerhalb von zwei  bis drei Stunden geben. Ganz wichtig: Aufgetaute Muttermilch darf nicht wieder eingefroren werden – Reste unbedingt wegkippen.

Anhand dieser Tabelle könnt ihr genau sehen, wie lange ihr Muttermilch aufbewahren könnt. 

  Raumtemperatur Kühlschrank

Gefrierschrank

Frisch abgepumpte Muttermilch

16 bis 25 Grad: 6 bis 8 Stunden

ab 25 Grad: 3 bis 4 Stunden

4 bis 6 Grad: 3 Tage

0 bis 4 Grad: 5 Tage

-16 bis -19 Grad: 3 bis 4 Monate

Unter -20 Grad: 6 bis 9 Monate

Aufgetaute, nicht erwärmte Muttermilch

2 bis 3 Stunden 24 Stunden im ungeöffneten Behälter,
12 Stunden im geöffneten Behälter

Nicht wieder einfrieren!

 

6. Wie lässt sich Muttermilch erwärmen?

Kalte Muttermilch könnt ihr in einem warmen Wasserbad aufwärmen. Dafür stellt ihr den Behälter einfach wenige Minuten in einen Topf mit warmem Wasser. Alternativ könnt ihr natürlich auch einen Flaschenwärmer benutzen. Durch das langsame Erhitzen auf maximal 37 Grad bleiben wichtige Nährstoffe erhalten. Milch bitte nicht in der Mikrowelle erhitzen, da sie hier nicht gleichmäßig erwärmt wird. An den dabei entstehenden "Hot Spots" kann sich euer Baby schnell verbrühen. Einmal aufgewärmte Muttermilch darf nicht erneut erwärmt werden – Reste müssen entsorgt werden!

Übrigens: Eltern glauben oft, dass die aufgewärmte Milch unbedingt Körpertemperatur haben muss. Viele Babys trinken sie aber auch bei Raumtemperatur, so dass sie gar nicht zusätzlich warm gemacht werden muss. Nur zu kalt darf sie nicht sein, damit es kein Bauchweh gibt. 

Bei kalter Milch setzt sich das Fett oben auf der Milch ab. Nach dem Erwärmen könnt ihr die Milch leicht schwenken, damit sich beide Teile wieder vermischen. Bitte nicht schütteln – so gelangt Luft in die Milch, was zu Blähungen führen kann.

Es kann auch vorkommen, dass abgepumpte Muttermilch nach der Aufbewahrung im Kühlschrank oder der Gefriertruhe anders riecht und auch schmeckt. Schuld daran ist das Enzym Lipase, das Fett in Fettsäuren aufspaltet. Durch diesen Prozess wird die Vermehrung von Bakterien verhindert, was dem Säugling wiederum bei der Verdauung hilft.  Der andersartige Geruch oder Geschmack ist also keinesfalls gesundheitsschädlich, auch wenn viele Eltern denken, die Milch könne schlecht sein. Wenn ihr eure Muttermilch hygienisch abgepumpt und aufbewahrt habt, könnt ihr sie eurem Baby bedenkenlos geben.

Darf man Flaschenmilch aufbewahren?

Mit Milchpulver angerührte Fläschchen sollten immer frisch zubereitet werden, nicht auf Vorrat. Das gilt auch für unterwegs und nachts. Einmal zubereitete Babymilch sollte nicht länger als eine halbe Stunde stehen, Reste weggeschüttet und nicht wieder aufgewärmt werden. Ansonsten können sich Bakterien in der Milch vermehren. Flüssige Flaschenmilch, die man fertig in der Drogerie oder Apotheke kaufen kann, hält sich nach dem Öffnen einen Tag im Kühlschrank. Eine angebrochene Packung Milchpulver kann bis zu drei Wochen verwendet werden.

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Unsere Autorin

Anna Ludewig

Anna Ludewig hat Germanistik und Soziologie studiert und ist durch und durch Familienmensch. Bei Themen rund um den Alltag mit Kindern geht ihr das Herz auf.

Seit Januar 2020 ist sie Content Manangerin bei Leben&erziehen und schreibt mit Begeisterung über alle bunten Facetten des Familienlebens.

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