Das müssen berufstätige Mütter wissen

Stillen und arbeiten: Lässt sich das vereinbaren?

Das Baby möglichst lange mit Muttermilch ernähren, aber gleichzeitig wieder in den Job einsteigen? Das ist zum Glück kein Widerspruch.

Acht Wochen nach der Geburt endet in Deutschland der gesetzliche Mutterschutz. Stillen sollten Mütter nach Empfehlung der WHO jedoch möglichst sechs Monate lang voll. Wie kann das zusammenpassen? Tatsächlich bedeutet es einigen Organisationsaufwand, wenn eine Mutter in den Beruf zurückkehren möchte, obwohl sie ihrem Kind noch die Brust gibt. Aber im Alltag Hindernisse zu umkurven, sind junge Mütter ja ohnehin gewöhnt. Mit folgenden Tipps bereitest du deinen Wiedereinstieg selbstbewusst vor.

Stillen oder abpumpen?

Das ist die erste grundsätzliche Frage, die du für dich beantworten musst. Beides ist für die meisten Mütter möglich. Wenn du nicht im Schichtdienst arbeitest, kannst du deinem Kleinen morgens, abends und nachts die Brust geben. Tagsüber brauchst du – falls dein Baby noch keinen Brei isst – eine Alternative. Arbeitest du in der Nähe, kannst zum Stillen nach Hause gehen. Oder du besorgst dir eine elektrische Milchpumpe.

Mehr Pausen durch das Mutterschutzgesetz

Was längst nicht alle Mütter wissen: Zum Stillen oder Abpumpen stehen dir laut Mutterschutzgesetz zusätzliche Pausen zu. Bei einer Arbeitszeit von acht Stunden sind das mindestens zweimal täglich 30 Minuten. Diese Stillpausen musst du weder vor- oder nacharbeiten noch mit anderen Pausen verrechnen.

Den Einstieg rechtzeitig vorbereiten

Möchtest oder musst du die Muttermilch abpumpen, solltest du mit dem ersten Mal nicht bis zum Wiedereinstieg warten. Pumpe schon ein bis zwei Wochen zuvor immer dann ab, wenn du außer Haus sein wirst. So bekommen du und dein Kleines schon einmal Routine, ohne dass währenddessen der Job drängt. Babys reagieren sensibel auf Veränderungen und akzeptieren sie leichter, wenn sie mit etwas Geduld hingeführt werden und sie spüren, dass Mama dabei entspannt ist. Die abgepumpte Milch gibt am besten gleich die künftige Betreuungsperson dem Baby.

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Milch auf Pump: So läuft es besser

Beim Abpumpen bringen ein warmes Getränk und ein Foto von deinem Baby die Milch zum Fließen. Auch ein Kissen mit Thermoperlen, das in den Trichter der Milchpumpe gelegt wird, kann die Milchbildung unterstützen. Praktisch sind Stilloberteile oder -kleider. Im Kühlschrank hält Muttermilch etwa drei Tage, im Gefrierschrank bei minus 18 Grad sogar ein halbes Jahr. Pumpst du am Arbeitsplatz ab, darfst du die Kühlkette nicht unterbrechen – das bedeutet: Die in Muttermilchbeutel, -becher oder -flaschen abgefüllte Milch zunächst im Büro-Kühlschrank lagern und anschließend in der Kühltasche nach Hause transportieren.

Stillen und arbeiten: Auch der Chef hat was davon

Manche Mütter befürchten, dass das Stillen oder Abpumpen nach dem Wiedereinstieg für die Firma lästig ist. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wenn dein Kind weiterhin Muttermilch bekommt, hat auch der Arbeitgeber Vorteile. Zum einen sind Stillkinder weniger oft krank, wodurch du als Mutter seltener ausfällst. Zum anderen kann die Abteilung durch deinen frühen Wiedereinstieg auf dein Wissen bauen und sich möglicherweise die zeitaufwendige Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters sparen.

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