Basisnahrung „Muttermilch“

So klappt's mit dem Stillen

Wenn's beim Stillen Probleme gibt, liegt das meist an unzureichender Stillpraxis, falscher Anleitung und mangelnder Information. Faktoren also, die sich korrigieren lassen!

 

Optimale Stillvoraussetzung: Die Brustwarzen der Frau richten sich bei Berührung auf. Eine solche „Kontrolle“ nimmt die Hebamme schon in der Schwangerschaft vor. Ziehen sich die Brustwarzen dabei eher nach innen, spricht man von „invertierten“ Brustwarzen oder von Schlupf- und Hohlwarzen.Ebenso wie besonders flache und kleine Brustwarzen sind diese jedoch kein Hindernis für eine befriedigende Stillzeit. Denn das Baby nimmt mit der Brustwarze auch einen großen Teil des Brustwarzenhofes in den Mund - und zieht die Brustwarze mit der Zeit heraus. Man muss dem Baby nur genügend Zeit dafür lassen. Zusätzlich helfen Brustwarzenformer.

 

Das Baby richtig anlegen

Richtiges Anlegen ist wichtig, damit die Brust nicht wund wird. In der Anfangszeit helfen hier vor allem Ruhe und Geduld: Während der ersten Mahlzeiten ist es normal, mehrmals von neuem beginnen zu müssen, das Baby von der Brust zu lösen, um es neu anzulegen - bis alles stimmt. Egal, ob im Sitzen oder im Liegen, eine entspannte Position (von Kissen gestützt) ist wichtig. Das Kind sollte die Brust zentral und mittig in den Mund nehmen können, so dass Warze und Warzenhof gleichmäßig von den Lippen umschlossen werden. Die beste Position für Mutter und Kind ist auch von der Größe der Brust abhängig: Bei einer besonders kleinen Brust kann das Kind in Seitenlage auf ein Kissen gelegt und dadurch erhöht werden. Bei einer großen, schweren Brust hilft ein Stillkissen, die Brust zu stützen. Experimentieren ist erlaubt!

 

Stillen bei wunden Brustwarzen

Grundsätzlich können Frauen mit beanspruchten und sogar mit blutigen oder rissigen Brustwarzen weiter stillen. Das Saugen des Kindes verhilft der Brust durch Stimulation und Massage sogar zu einer besseren Durchblutung und damit zu einer schnelleren Wundheilung. Salben mit Schafswollfett, Zinkhütchen, Stilleinlagen aus Seide und viel trockene, warme Luft (z. B. durch einen Haartrockner) unterstützen den Heilungsprozess.

 

Unterstützung vom Partner

Ob eine Frau stillt oder nicht, ist in erster Linie ihre Entscheidung. Es bedarf jedoch ebenso der Unterstützung des Partners. Denn die Frau benötigt gerade in den ersten Wochen nach der Geburt sein Verständnis. Paare sollten die Entscheidung für das Stillen daher auch gemeinsam treffen!

 

Die Milchpumpe schafft Freiräume

Nach den ersten vier bis sechs Wochen können sich Mütter ruhig auch mal unabhängig machen und dank Milchpumpe und Fläschchen das „Stillen“ kurzzeitig jemand anderem übertragen. Wichtig ist, dass nicht die Mutter dem Kind die Flasche mit der abgepumpten Muttermilch gibt, sondern der Partner oder eine andere Person. Denn: Mama ist für die Ernährung zuständig, Papa oder Oma für das „Fast Food“.

Empfehlenswert: simple Babytrinkflaschen oder auch solche, die in ihrem Saugmechanismus dem an der Brust nachempfunden sind. Das Milchpumpensortiment reicht von der einfachen Handpumpe bis hin zur voll elektronischen. Die mechanische lässt sich mit einer Hand bedienen, mit der zweiten streicht die Mutter die Brust aus – eine Methode, die sich besonders bewährt hat, um eine sehr volle Brust zu erleichtern und einen Milchstau zu verhindern.

 

Trinkt mein Baby genug?

Trinkt mein Baby ausreichend oder vielleicht zu viel? Antwort auf diese Fragen gibt die „Windelkontrolle“: Pro Tag drei bis vier Windeln voller Urin plus mindestens eine Windel in der Woche bis zu mehreren am Tag mit Stuhlgang sind Zeichen für eine gute Trinkmenge. Hat das Baby zu viel getrunken, spuckt es meist Teile der Mahlzeit über eine natürliche Regulierung des Körpers wieder aus. Sollte sich das Kind allerdings öfter übergeben (im Bogen spucken), kann die Mutter die Trinkmenge regulieren und gegebenenfalls nachstillen.

 

Bloß keinen Stress!

Es dauert natürlich etwas, bis man sich vom wunderbar strukturierten Alltag vor der Geburt auf das neue Leben mit Baby umgestellt hat. Doch gilt als oberste Prämisse für Mutter und Kind: Keinen Stress! Hebammen glauben, dass Koliken beim Kind nicht etwa durch Mamas Vorliebe für Blumenkohl & Co. entstehen, sondern eher durch das nervenaufreibende Telefonat mit der Schwiegermutter oder den Streit mit dem Partner. Das Stresshormon Adrenalin geht nämlich direkt in die Muttermilch und damit auf das Kind über. Es gilt daher, Anstrengung, Anforderung und Anspruch außen vor und Ruhe und Entspannung einkehren zu lassen!

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