Echte Eltern erzählen über ihre Corona-Zeit

"Die Pandemie stärkt unsere Ehe"

Wir wollten wissen, wie Mütter und Väter den Stayhome-Alltag stemmen. Und haben nachgefragt. In unserer neuen Serie "Echte Eltern erzählen" packt jeden Tag ein Elternteil aus, erzählt von gebrochenen Regeln, Chaos, Sorgen, aber auch Freuden in dieser außergewöhnlichen Zeit. 12 Fragen, 12 superehrliche Antworten – heute von Nina Massek aus Berlin.

Name: Nina Massek (45), verheiratet mit Benedikt (45)
Kinder: Sebastian (9) und Constanze (5)
Beruf: Blogger und PR-Referentin
Wohnort: Berlin

Sie kennen sich seit der 6. Klasse, waren erst Freunde, wurden dann ein Paar – und sind seit 16 Jahren verheiratet: Genau diese lange gemeinsame Vergangenheit scheint Nina (45) und ihren Mann Benedikt gerade durch die Krise zu retten. Denn während es in vielen Beziehungen jetzt erst recht zu Zoff kommt, wachsen beiden offenbar noch enger zusammen. Wie genau sie das schaffen und wie ihr Leben gerade sonst so aussieht, das hat Nina uns im Interview erzählt. 

1. Hand aufs Herz: Wie lange lieft ihr heute im Schlafanzug durch die Bude?

Das klingt jetzt total strebermäßig, aber wir sind um 9 Uhr alle angezogen. Ich schminke mich sogar und ziehe Schmuck an. So fühlt sich das für mich mehr nach normalem Alltag an. Anders würde ich nichts auf die Reihe bekommen. Ich arbeite für mehrere PR-Kunden im Homeoffice und Schlabber-Look bei "Zoom" kommt nicht so gut rüber.

2. Chips zum Frühstück, iPad zum Nachtisch: Welche Regel, die du sonst ernst nimmst, hast du heute ohne schlechtes Gewissen gebrochen?

Ich denke wir alle haben einige Kilos mehr auf den Hüften, wenn das alles vorbei ist. Wir kochen und backen ständig und das tut uns gut. Wenn die Kinder die Hausaufgaben gemacht haben,  dürfen sie machen, was sie wollen. Ja, das bedeutet viel Daddelei, aber der Familienfrieden ist mir jetzt wichtiger. 

3. Was war der größte Fauxpas, das tiefste Tief seit Beginn der #Stayhome-Phase?

Mein Mann ist Journalist und sendet von zu Hause. Tatsächlich gab es da mehrere Zwischenfälle mit hereinrufenden und laufenden Kindern. 

4. …und der schönste, innigste, emotionalste Moment?

Wir kuscheln gerade sehr viel. Die Kinder kommen abends immer noch mal zu uns ins Bett und wir lesen zusammen oder unterhalten uns. Ich würde mich freuen, wenn sie sich später auch an diese Nähe erinnern, wenn sie an die Corona-Krise zurückdenken und nicht an Hausaufgaben-Stress. 

5. Dein ultimativer Tipp für alle Eltern, die zwischen Homeoffice und Homeschooling mal 30 Minuten Ruhe wollen?

Spazierengehen und dabei Podcasts hören! Das ist mein tägliches Me-Time Ritual geworden. Ich war früher nie der große Frischluftfanatiker, aber habe das jetzt wirklich schätzen gelernt.

6. Was treibt dich gerade so richtig in den Wahnsinn?

So begrenzt zu sein im persönlichen Radius-das Leben schrumpft so zusammen. Ich vermisse auch, Freunde zu treffen.

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7. Die größten Sorgen mache ich mir um…

Meine lieben Menschen, die zu Risikogruppe gehören. Ich habe auch Angst, selbst krank zu werden.

8. Wäre ich Politiker, würde ich jetzt…

Alle Kanäle nutzen, um viel zu kommunizieren und zu erklären. Es herrscht noch viel Unsicherheit – auch wie lange das alles noch so gehen soll.

9. Was macht dir, euch, den Kindern – trotz Corona – gerade gute Laune?

Unsere Beziehung zueinander. Ich möchte mit keinen anderen Menschen #stayhome machen und den anderen in der Familie geht es auch so. Ich bin auch glücklich, so einen tollen Partner zu haben. Mein Mann bekocht uns jeden Tag und hilft ganz viel beim homeschooling. Darüber bin ich sehr glücklich! Wir kennen uns schon schon ewig und haben zum Glück die starke Freundschaft von früher über die Jahre erhalten können. Wir verstehen uns einfach wirklich gut, haben uns immer was zu erzählen, interessieren uns für ähnliche Dinge und haben den gleichen Humor. Das ist ein wirklicher Vorteil in so einer Situation wie wir sie jetzt gerade haben. Natürlich ist man aber auch mal genervt voneinander. Alle "Macken" des anderen bekommt man ja auch 24/7 mit. Zum Beispiel räumt mein Mann die Spülmaschine immer nochmal ein, nachdem ich das schon gemacht habe. Da kriege ich echt einen Knall! Zum Glück habe ich ja GAR keine Macken... 

10. Auf einer Skala: Wenn 1 total gelassen ist und 10 ultrapanisch – wo stehst du dann gefühlstechnisch, wenn du aktuell Nachrichten siehst?

Ich bin bei einer 5 – am Anfang war ich tatsächlich panischer und konnte schlecht schlafen. Jetzt hat man sich fast schon ein wenig an die Situation gewöhnt.

11. Wenn das alles vorbei ist, dann werden wir als erstes…

Oma wieder in ihrem Pflegeheim besuchen, dann einen Familienausflug ins KaDeWe machen und danach eine Reise buchen!

12. Zeitreise in den April 2021. Was glaubst du, wie unser Leben in genau einem Jahr aussieht?

Positiv ausgedrückt: Wir werden uns wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren können, weil wir gelernt haben, dass Familie und Gesundheit das Wichtigste sind.

Mehr von Nina gibt es hier frau-mutter.com

Autorin: Tatjana Kathöfer

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