Wenn plötzlich nichts mehr geht

Burn-out

Längst leiden nicht nur Manager unter dem Burn-out-Syndrom. Immer häufiger sind auch Mütter betroffen. Laut Aussage des Müttergenesungswerkes fühlen sich rund zwei Drittel aller Mütter oft überlastet und angeschlagen

Als Ben und Tim beim Abendessen rangeln und dabei ein Glas Apfelsaft umwerfen, ist es um Isabells Fassung geschehen: Weinend bricht die 34-jährige Mutter am Küchentisch zusammen. Einige Stunden später liegt sie erschöpft im Bett.

Probleme und Sorgen des Tages torpedieren ihr ruhebedürftiges Hirn und der so dringend benötigte Erholungsschlaf will sich, wie so häufig, nicht einstellen – Isabell leidet unter einem akuten Burn-out-Syndrom. Doch wie kommt es eigentlich zum Burn-out? Was sind die Symptome? Und wo finden betroffene Mütter Hilfe?

Was ist das Burn-out-Syndrom?

„Burn-out“ (englisch: „to burn out“ – „ausbrennen“) ist ein Sammelbegriff und steht für einen Zustand geistiger, körperlicher und emotionaler Erschöpfung. Das Leiden entsteht aus dem „Teufelskreis“ von Überarbeitung und Überforderung.

Wie erkenne ich die Anzeichen für Burn-out?

Die Symptome für Burn-out sind vielfältig und äußern sich unter anderem in Gereiztheit, Lustlosigkeit und nachlassendem Interesse am Alltags- und Berufsleben, permanenter Erschöpfung verbunden mit Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Versagensgefühlen, Stimmungsschwankungen und Depressionen. Aber auch in körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden.

Wie kann es zum Burn-out kommen?

In dem Bestreben, in Beruf, Haushalt, Erziehung und Eheleben alles perfekt machen zu wollen, verlieren Frauen oft das Gespür für die eigene Belastbarkeit. Sie laden sich eine Verpflichtung nach der anderen auf und überschreiten dabei die eigene Leistungsfähigkeit.

Tag für Tag muten sie sich mehr zu, als sie körperlich und emotional geben können und scheitern so an den selbst zu hoch gesetzten Zielen. Problematisch: Nur die wenigsten Betroffenen sind sich rechtzeitig über den Ernst der Lage im Klaren – denn das Burn-out-Syndrom entwickelt sich schleichend.

Stück für Stück gehen Energie und Kraft-reserven zu Ende. Chronische Erschöpfung wird zum ständigen Begleiter, paradoxerweise treten gleichzeitig immer häufiger Schlafstörungen auf. Das Engagement lässt nach und weicht dem Gefühl, nichts mehr auf die Reihe zu bekommen – bis plötzlich auch nichts mehr geht.

Behandlung und Vorbeugung

Burn-out ist ein Warnsignal von Körper und Seele. Um gesund zu werden, müssen Sie also etwas in Ihrem Leben ändern:

• Legen Sie regelmäßig kleine Pausen ein.
Schaffen Sie sich im hektischen Alltag
Ruhe-Inseln, um die eigenen Kraftreserven wieder aufzutanken.
• Überlegen Sie, was Ihnen früher besonders Spaß gemacht hat und planen Sie diese Freizeitaktivitäten wieder bewusst ein.
• Gehen Sie spazieren, ins Kino, zum Sport oder Yoga.
• Und denken Sie immer daran: Die Ausrede „Dazu habe ich keine Energie mehr“ gilt nicht, denn aus Tätigkeiten, die Ihnen Freude machen, gewinnen Sie sogar Energie.
• Lernen Sie „Nein“ zu sagen, ohne dabei Schuldgefühle zu haben.
• Verabschieden Sie sich von dem Anspruch, immer alles perfekt machen zu wollen und erledigen Sie Dinge doch auch mal ohne das Ziel, dass alles einwandfrei sein muss.
• Und delegieren Sie Aufgaben an andere, selbst wenn Sie glauben, dass Sie es besser machen würden...

Gelingt es Ihnen nicht, ohne fremde Hilfe aus dem „Überlastungs-Teufelskreis“ herauszukommen, versuchen Sie, die Ursachen für Ihre Überlastung mithilfe eines Therapeuten oder Coaches zu erforschen. Dazu werden bundesweit Burn-out-Präventionskurse angeboten. Auch haben Mütter grundsätzlich Anspruch auf eine Mutter-Kind-Kur, wenn gesundheitliche Beschwerden vorliegen.

Adrienne Friedlaender

Adressen

Infos über Burn-out-Präventionskurse in Ihrer Nähe erteilt das: Institut für Burnout-Prophylaxe,
Weidenallee 2 B, 20357 Hamburg, Tel. 040/41 62 05 26, www.burnout-stop.de

Mutter-Kind-Kuren: Müttergenesungswerk, www.muettergenesungswerk.de, Info-Tel. 030/33 00 29-29

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