Wer Anspruch hat

10 Tage Kinderkrankengeld extra – schön wär's!

Das Jahr 2021 begann mit einem harten Lockdown, der kürzlich noch verschärft wurde. Um Eltern zu unterstützen, sollen die gesetzlichen Kinderkrankentage aufgestockt werden. Doch so manche Familie wird gar keinen Anspruch darauf haben ...

18.01.2020: In vielen Bundesländern bleiben die Kitas bis mindestens Ende Januar vollständig geschlossen. In Hamburg und einigen anderen Landkreisen werden Familien lediglich "eindringlich gebeten", ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Um Eltern dabei zu unterstützen, gewähren Bund und Länder zusätzliche Tage Kinderkrankengeld. Konkret heißt das pro Kind in diesem Jahr on top:

  • bis zu 20 Tage Kinderkrankengeld für Alleinerziehende
  • bis zu 10 Tage Kinderkrankengeld pro Elternteil bei Paaren

Insgesamt erhalten Alleinerziehende 2021 also bis zu 40 Tage und Paare je Elternteil 20 Tage Lohnfortzahlung, wenn sie zu Hause ihre Kinder betreuuen müssen – egal ob Krankheit oder geschlossene Kitas der Grund sind. Die Regelung tritt rückwirkend zum 05. Januar 2021 in Kraft.

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Umsetzung des extra Kinderkrankengeld geklärt

Familienministerin Giffey betont, dass dieser extra Anspruch auch dann gilt, wenn das zu betreuuende Kind nicht krank ist. Es geht hierbei um die fehlende Betreuung durch Kitas und Schulen. Auch wenn die Kitas nicht offiziell geschlossen sind, sondern lediglich die Bitte nach Heimbetreuung besteht, können diese Krankentage genutzt werden.

Besonders wichtig: Auch wenn mindestens ein Elternteil im Homeoffice arbeiten könnte, dürfen diese Extratage in Anspruch genommen werden. Denn Homeoffice und Kinderbetreuung/-beschulung sind einfach nicht vereinbar.

Anspruch habt ihr, wenn:

  • euer Kind nicht älter als zwölf Jahre alt ist oder aufgrund einer Behinderung Hilfe benötigt
  • im Haushalt keine weitere Person lebt, die die Betreuung übernehmen könnte
  • weder ihr noch euer Kind privat versichert seid

Das Kinderkrankengeld ist zudem auf maximal 38 Euro pro Tag, also höchstens 780 Euro/Monat gedeckelt.

Die nötige Bescheinigung erhaltet ihr nicht vom Kinderarzt, sondern von eurer Krankenkasse.

Sonderurlaub im Corona-Lockdown

Unabhängig von den 20 Tagen Kinderkrankengeld habt ihr auch noch Anspruch auf "Corona-Sonderurlaub", sofern ihr keine Möglichkeit habt, eure Kinder betreuuen zu lassen. Doch auch dieser hat so seine Tücken:

  • Er ist auf maximal zehn Wochen je Elternteil (20 Wochen für Alleinerziehende) begrenzt.
  • Währenddessen habt ihr nur auf 67 Prozent eures Gehaltes Anspruch (max. 2016 Euro monatlich).

Wer weder auf einen Großteil seines Gehaltes verzichten, noch den kompletten Jahresurlaub direkt im Januar nehmen möchte, ist also auf das Kinderkrankengeld angewiesen – oder übt sich weiter im Spagat zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung.

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Unsere Autorin

Nora Ritzschke

Als Kind wollte Nora Ritzschke Lektorin werden, doch dann kam das Internet dazwischen. Ob Artikel für die Website, Instagram oder der eigene Blog – online fühlt sie sich zu Hause.

Als Mama einer Dreijährigen kann sie Lieder über stundenlange Einschlafbegleitung, Kita-Eingewöhnung oder die ersten Schimpfwörter singen – als Teil des Content-Teams nun auch hier!

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