Nicht jede Familie hat Anspruch darauf

Kinderkrankentage werden auf 30 pro Elternteil erhöht

Corona hat Deutschland fest im Griff und viele Bundesländer schlittern von einem Lockdown in den nächsten. Um Eltern zu unterstützen, wurden die gesetzlichen Kinderkrankentage aufgestockt. Doch so manche Familie wird gar keinen Anspruch darauf haben ...

Update vom 13.04.2021: Um bundesweit einheitliche Corona-Maßnahmen durchzusetzen, hat der Bund heute eine landesweit verbindliche "Notbremse" beschlossen. Neben Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen dürfte für Eltern vor allem diese Beschlüsse relevant sein:

  • ab einer Inzidenz von 200 werden Schulen und Kitas geschlossen
  • es darf eine Notbetreuung angeboten werden – die Entscheidung darüber obliegt weiterhin den Ländern
  • die Kinderkrankentage für Eltern werden von 20 auf 30 je Elternteil bzw. 60 für Alleinerziehende aufgestockt (bereits im Januar wurden diese von 10 auf 20 angehoben). Diese können weiterhin auch für die Betreuung von Kita- und Schulkindern eingesetzt werden, sofern diese Einrichtungen geschlossen sind.

Ob es eine Testpflicht für Schulkinder geben wird, ist noch offen.

Bevor die bundesweite Notbremse in Kraft tritt, muss sie noch in einem beschleunigten Verfahren vom Bundestag beschlossen und vom Bundesrat genehmigt werden. 

18.01.2020: In vielen Bundesländern bleiben die Kitas bis mindestens Ende Januar vollständig geschlossen. In Hamburg und einigen anderen Landkreisen werden Familien lediglich "eindringlich gebeten", ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Um Eltern dabei zu unterstützen, gewähren Bund und Länder zusätzliche Tage Kinderkrankengeld. Konkret heißt das pro Kind in diesem Jahr on top:

  • bis zu 20 Tage Kinderkrankengeld für Alleinerziehende
  • bis zu 10 Tage Kinderkrankengeld pro Elternteil bei Paaren

Insgesamt erhalten Alleinerziehende 2021 also bis zu 40 Tage und Paare je Elternteil 20 Tage Lohnfortzahlung, wenn sie zu Hause ihre Kinder betreuen müssen – egal ob Krankheit oder geschlossene Kitas der Grund sind. Die Regelung tritt rückwirkend zum 05. Januar 2021 in Kraft.

Leben & erziehen Abo + Geschenk

Dein Begleiter von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zum Alltag mit Kindern. Jetzt mit 25% Rabatt testen!

Umsetzung des extra Kinderkrankengeld geklärt

Familienministerin Giffey betont, dass dieser extra Anspruch auch dann gilt, wenn das zu betreuuende Kind nicht krank ist. Es geht hierbei um die fehlende Betreuung durch Kitas und Schulen. Auch wenn die Kitas nicht offiziell geschlossen sind, sondern lediglich die Bitte nach Heimbetreuung besteht, können diese Krankentage genutzt werden.

Besonders wichtig: Auch wenn mindestens ein Elternteil im Homeoffice arbeiten könnte, dürfen diese Extratage in Anspruch genommen werden. Denn Homeoffice und Kinderbetreuung/-beschulung sind einfach nicht vereinbar.

Anspruch habt ihr, wenn:

  • euer Kind nicht älter als zwölf Jahre alt ist oder aufgrund einer Behinderung Hilfe benötigt
  • im Haushalt keine weitere Person lebt, die die Betreuung übernehmen könnte
  • weder ihr noch euer Kind privat versichert seid

Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90% eures Gehalts, ist aber auf maximal 112,88 Euro pro Tag gedeckelt.

Die nötige Bescheinigung erhaltet ihr nicht vom Kinderarzt, sondern von eurer Kita zur Vorlage bei der Krankenkasse.

Sonderurlaub im Corona-Lockdown

Unabhängig von den 20 Tagen Kinderkrankengeld habt ihr auch noch Anspruch auf "Corona-Sonderurlaub", sofern ihr keine Möglichkeit habt, eure Kinder betreuuen zu lassen. Doch auch dieser hat so seine Tücken:

  • Er ist auf maximal zehn Wochen je Elternteil (20 Wochen für Alleinerziehende) begrenzt.
  • Währenddessen habt ihr nur auf 67 Prozent eures Gehaltes Anspruch (max. 2016 Euro monatlich).

Wer weder auf einen Großteil seines Gehaltes verzichten, noch den kompletten Jahresurlaub direkt im Januar nehmen möchte, ist also auf das Kinderkrankengeld angewiesen – oder übt sich weiter im Spagat zwischen Homeoffice und Kinderbetreuung.

Profilbild

Unsere Autorin

Nora Ritzschke

Als Kind wollte Nora Ritzschke Lektorin werden, doch dann kam das Internet dazwischen. Ob Artikel für die Website, Instagram oder der eigene Blog – online fühlt sie sich zu Hause.

Als Mama einer Dreijährigen kann sie Lieder über stundenlange Einschlafbegleitung, Kita-Eingewöhnung oder die ersten Schimpfwörter singen – als Teil des Content-Teams nun auch hier!

Teile diesen Artikel: