Wenn Kitas und Schulen schließen

Coronavirus: Wer betreut die Kinder?

Habt ihr euch das auch schon gefragt? Wenn Kitas und Schulen aufgrund des Coronavirus schließen und wir selbst auf unseren Nachwuchs aufpassen müssen, was ist dann mit unserem Beruf?

Quarantäne wegen Corona: Im Homeoffice weiterarbeiten

Klar, wenn die Eltern oder die Kinder vom Arzt krank geschrieben sind, gibt es weiterhin Geld, auch wenn man nicht arbeiten kann. Doch was passiert, wenn der Staat Quarantäne anordnet und wir nicht mehr arbeiten können?

Solange wir als Angestellte die Möglichkeit haben, im Homeoffice zu arbeiten, gibt es keine Veränderungen. Doch wenn wir aufgrund der Quarantäne wirklich nicht arbeiten können, läuft es ähnlich ab wie im Krankheitsfall.

Rechtsexperte Prof. Fischer von der SRH Fernhochschule weiß: "Nach dem Infektionsschutzgesetz (§ 56 IfSG) erhält der Arbeitnehmer sechs Wochen lang eine Entschädigungsleistung gezahlt, die der Höhe des Verdienstausfalls entspricht. Dies gilt natürlich nur, wenn er tatsächlich nicht arbeiten darf und einen Verdienstausfall hat." Die Entschädigungsleistung zahlt zunächst der Arbeitgeber. Er kann sie sich allerdings mit einem Antrag innerhalb von drei Monaten vom Staat erstatten lassen. Übrigens: Auch Selbstständige haben Anspruch auf eine Entschädigung.

Ähnliches gilt, wenn der Arbeitgeber Zwangsurlaub anordnet: In diesem Fall muss er das Gehalt weiterzahlen und die eigentlichen Urlaubstage verfallen dafür nicht.

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Coronavirus: Kita oder Schule geschlossen – und nun?

Schließt eine Einrichtung wie Kita oder Schule müssen die Eltern regulär weiter arbeiten. In diesem Fall sieht es also für Arbeitnehmer eher nicht so gut aus. Wenn Familie oder Freunde nicht einspringen können, sollte man versuchen, sich kurzfristig mit dem Arbeitgeber zu einigen. Homeoffice wäre auch hier eine mögliche Variante.

"Vielleicht hat man Glück und der Arbeitgeber gewährt nicht nur kurzfristig noch nicht verplante Urlaubstage, sondern rundet auch großzügig auf", so Fischer. "Einen Anspruch auf bezahlte Freistellung gibt es in diesem Fall leider nicht."

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Unser Experte

Rechtsexperte Prof. Dr. Simon A. Fischer klärt arbeitsrechtliche Fragen zum Corona-Virus.

Foto: SRH Fernhochschule

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Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Content Management.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

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