Kritische Fragen zum Coronavirus

"Mama, warum hast du damals nichts gesagt?"

Ist der Lockdown mit all seinen Folgen wirklich gerechtfertigt? Oder hinterfragen wir zu wenig? So, wie es gerade läuft, geht es zumindest nicht – findet unsere Autorin. Und wundert sich, warum keiner kritische Fragen stellt.

Dieser Text wurde von der Autorin auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. Sie möchte anonym bleiben – ihr Name ist der Redaktion aber bekannt. 

Man soll nix schreiben, wenn man wütend ist. Ich BIN aber wütend. Seit Wochen bin ich wütend. Und ich hab eine Scheißangst.

Ich hab Angst davor, dass ich mein Hamburger Küchenloft aufgeben muss. Ich hab Angst vor Leuten mit Masken im Gesicht. Ich hab Angst vor Einsamkeit durch Social Distancing. Vor dem Anstieg häuslicher Gewalt während des Lockdowns. Angst vor Denunziantentum. Vor einseitiger Berichterstattung. Ich fürchte mich schrecklich vor dem Untergang von Gastronomie, Einzelhandel und Kulturlandschaft und allen anderen, die mir jetzt grad nicht einfallen, weil mein Hirn nicht mehr richtig funktioniert.

Doch am allermeisten macht mir Angst, dass so viele hier bei uns stillschweigend mitmachen. Dass so wenige aufstehen und sich wehren.

Das ist doch alles bekloppt, hier! Was sag ich denn, wenn meine Tochter mich in zehn Jahren fragt. Und, Mama? Warum hast Du nichts gesagt? Es kommt mir in Gesprächen so vor, als würden alle ein perfides Spiel spielen, das nur ich nicht verstehe.

Man muss jetzt das Beste draus machen. Ist halt so. Guck doch mal, wie hübsch meine Maske ist. Hab ich selbst genäht. Außerdem – Top-Virologe Drosten sagt, das muss so. Aha. Und was ist mit den anderen? Es gibt so viele, die das anders sehen. Der Wodarg, zum Beispiel. Der hat sich doch bei der Schweinegrippe auch schon mit Drosten gestritten und am Ende Recht behalten. Der ist Lungenfacharzt und Epidemiologe, also auch vom Fach oder? Ach so. Verschwörungstheoretiker, verstehe.

Und die Krankenhäuser, die haben Alarm geschlagen, dass sie absaufen werden. Die haben sogar wichtige Operationen verschoben, um Betten für die Corona-Patienten freizuhalten. Die können sich doch nicht alle geirrt haben. Wie – die sind gar nicht gekommen, die ganzen Kranken? Und die Krankenhäuser melden Kurzarbeit an? Whaaaaat?

Aber in Italien, da wussten sie doch gar nicht wohin mit den ganzen schwer Erkrankten. Ach. Das Gesundheitssystem, das ist da viel schlechter als hier bei uns in Deutschland? Die haben nur einen Bruchteil an Intensivbetten, die uns zur Verfügung stehen? Und zig mal so viele sterben dort jedes Jahr an multiresistenten Krankenhauskeinem? Das heißt ja, die Zahl derer, die in Krankenhäusern dort sterben, wäre auch ohne Corona deutlich höher als hier? Hmm ...

Und als die Infiziertenzahlen sprunghaft anstiegen, sich sogar von einer Woche zur nächsten verdreifachten – nicht mitbekommen? Wie? Da wurden auch drei Mal so viele Tests gemacht? Ach – und die sind gar nicht validiert, diese Tests? Oh. Infiziert bedeutet außerdem gar nicht zwingend, dass man krank ist? Ich dachte immer ...

Aber was ist mit den vielen Corona-Toten in Deutschland? Wie, was? Die allermeisten von denen sind gar nicht an dem Virus gestorben, sondern hatten schwere Vorerkrankungen? Ja, hat dieser Bhakdi auch gesagt. Glaub ich aber nicht. Wie wär's, man könnte die Toten ja obduzieren, um sich ein klares Bild davon zu machen? Mist. Warte. Obduzieren sollte man ja nicht, sagte das RKI. Wegen des Ansteckungsrisikos. Wie, der Püschel in Hamburg macht das schon länger und hat bereits vor Wochen rausgefunden, dass die gar nicht an dem Virus gestorben sind? Die meisten wären im Laufe des Jahres ohnehin verstorben? Kraaaass.

Das könnte man lange so weitermachen. Ewig.
Bis die Welt kaputt ist.
Bis unsere Heimat zerbricht.

Und im Winter beim nächsten Virus, da machen wir das dann wieder. Haben wir ja jetzt geübt. Impfpflicht? Kriegen wir bis dann sicher auch noch hin.

Ich bin keine Wissenschaftlerin. Ich bin ein Laie, eine Mama, eine Selbstständige mit Fragen.

Ich fühle mich alleingelassen. Ich fühle mich unsicher durch den schwankenden Kurs von RKI und Regierung. Jede Woche neue Zahlen, irgendwoher abgeleitet, die es zu unterschreiten gilt. Und wenn diese Zahlen dann unterschritten sind, dann kommen neue Zahlen. Neue Ziele werden gesteckt, wenn alle vorherigen Ziele erfüllt wurden. Reproduktionsrate hier, Neuinfektionen dort.

Was ist denn mit der Grundimmunisierung? Was ist mit dem Schutz der Risikogruppen durch Herdenimmunität all derer, die aller Wahrscheinlichkeit nach einen leichten Verlauf mit wenig Symptomen erleben werden? Ich weiß auch nicht genau, wie es geht. Aber dass es SO nicht geht, dieses Gefühl, das lässt mich nicht los.

Wo sind die kritischen Fragensteller in den breiten Medien?
Wo sind die neuen Zahlen aus Heinsberg?
Wo sind die Ideen für Entlastung all der Familien am Rande der Kapazität?
Wo sind die, die sich das auch alles fragen?

Ich will raus.
Ich will umarmen.
Alle umarmen, die nicht husten.

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