Kaum Abstand

Geht gerne demonstrieren ... aber doch nicht so!

Nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd durch einen Polizisten gingen am vergangenen Wochenende deutschlandweit zehntausende Menschen im Kampf gegen Rassismus auf die Straße. Das ist wichtig, keine Frage! In Zeiten von Corona aber auch wahnsinnig gefährlich!

08. Juni 2020

Gegen Rassismus, aber bitte mit Bedacht!

Wie hier in Köln versammelten sich am vergangenen Samstag in Städten überall in Deutschland Tausende von Demonstranten auf den Straßen und öffentlichen Plätzen, um gemeinsam im Kampf gegen Rassimus und Polizeigewalt ein Zeichen zu setzen. Die zuvor festgelegte Höchstgrenze an Demonstranten wurde vielerorts um ein Hundertfaches überschritten. Die Proteste verliefen jedoch weitesgehend friedlich. In Berlin kam es am Alexanderplatz zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung, nachdem ein Demonstrant einen Streifenwagen der Polizei attackiert hatte. Auch in Hamburg kam es zu ähnlichen Vorfällen und einigen Festnahmen. Dennoch zogen die Einsatzkräfte größtenteils ein positives Fazit – zumindest im Hinblick auf den Verlauf der Demos ... 

Polizei mit Sarkasmus via Twitter

... denn trotz der unbestreitbar wichtigen Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt, beherrschen nach wie vor die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Umgangsregeln unseren Alltag. Doch an diesem Wochenende schienen diese gefühlt nicht zu gelten. So schrieb die Polizei in einem Tweet: "Aktuell auf dem : "Sind die Abstandsregeln heute ausgesetzt, Herr Innensenator? Das bekommen sie mit schwachen Coronaregeln und ohne Unterstützung von Bund und Ländern dauerhaft nicht in den Griff!“ (Hauptsache wir tragen beim Friseur alle eine Maske) B.Pfalzgraf". Bilder wie die folgenden unterstreichen diesen Eindruck und machen deutlich, dass der festgelegte Mindestabstand von eineinhalb Metern bei den Massendemos kaum bis gar nicht eingehalten wurde. 

Spahn äußert Bedenken

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn unterstützte in einem Tweet ausdrücklich die bundesweiten Aktionen gegen Rassismus, machte im selben Zuge jedoch klar, dass ihm die "dicht gedrängten Menschenmassen mitten in der Pandemie" große Sorgen bereiteten. Er verwies auf die aktuell geltende Maskenpflicht und die einzuhaltenden Abstandsregeln. 

Nein zu Rassismus – aber auch zu weiteren Corona-Toten

Natürlich ist es wichtig, für solch eine wichtige Sache auf die Straße zu gehen und laut zu werden. Doch warum kann man dabei nicht Abstand halten und Mundschutz tragen, wenn man schon mit so vielen Menschen zusammenkommt? Keiner von uns will einen zweiten Lockdown, keiner von uns will in Quarantäne gesteckt werden, wie es gerade in Göttingen passiert. Aber nach diesen Bildern aus ganz Deutschland werden die nächsten Corona-News wohl nicht lange auf sich warten lassen ... 

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