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Überlebenstipps aus meinem ersten Jahr als Dreifachmama

Unsere Autorin schreibt hier über ihr erstes Jahr als Dreifachmama, von zwei Zwillingsbabys und einem Kleinkind. Das sind ihre persönlichen Survival-Tipps für drei Kinder unter drei Jahren.

Als unser älterer Sohn gerade erst seinen zweiten Geburtstag gefeiert hatte, kamen unsere Zwillingsjungs zur Welt. Es trennen unsere Kinder 26 Monate. Sich auf diesen "Wahnsinn" vorbereiten? Auf ein Leben mit einem Kleinkind und zwei Babys. Ist das möglich? Nicht wirklich! Und doch gibt es einige Dinge, die mir wirklich geholfen haben, im ersten Jahr als Mama von drei Kindern unter drei.

Nutzt das Wochenbett! Und nehmt so lange wie möglich Elternzeit, gemeinsam!

Ich weiß, das zweite (oder dritte) Wochenbett ist nicht wie das erste. Nicht so ruhig und kuschelig und erholsam. Schließlich wirbelt da mindestens ein größeres Kind um euch herum. Und will Action und Aufmerksamkeit. Aber ich kann trotzdem nur immer und immer wieder betonen, für wie wichtig ich diese "Pause" halte. Ruht euch aus! Lasst nur so viel Besuch kommen, wie ihr auch genießen könnt. Und kommt an! Auch unser Großer hatte kitafrei und fühlte sich somit nicht "abgeschoben", sondern voll dabei und integriert in das neue Familienleben zu fünft.

Für uns war es Gold wert, dass mein Mann direkt am Anfang drei volle Monate Elternzeit nehmen konnte. Ich weiß, dass ist nicht immer möglich. Aber ich empfinde diese ganze erste Zeit, die wir gemeinsam frei hatten, als einen riesengroßen Luxus. Ich bin, entgegen so mancher Klischees, davon überzeugt, dass Männer in dieser ersten Phase (und überhaupt!) ganz und gar nicht nutzlos sind. Im Gegenteil! Sie können wirklich alles mindestens genauso gut wie wir Mamas: wickeln und kuscheln und schieben und tragen und spielen und ... Okay, das Stillen nicht, aber das ist auch wirklich die einzige Ausnahme, die Mutter Natur eingerichtet hat. 

Im folgenden Artikel schreibe ich über meine Erfahrungen mit dem Stillen der Zwillinge:

Andere große Projekte? Haben Zeit!

Große Urlaube, Umzug, neue Kita, neuer Job ... Was fällt euch noch ein? Alle großen Projekte haben wir im ersten Jahr zu fünft geschoben und uns voll auf das Abenteuer Großfamilie eingelassen.

Lasst den Haushalt auch mal Haushalt sein!

Es fällt vielen Mamas gar nicht so leicht, sich von ihrer perfekten Vorstellung eines ordentlichen Haushalts zu verabschieden. Muss man aber, zumindest ein klitzekleines bisschen. Denn: Exakt so ordentlich wie vorher wird euer Zuhause mit Kind(ern) nicht mehr sein. Wir haben glücklicherweise Hilfe von einer Haushaltshilfe bekommen, die uns seitdem ein Mal in der Woche beim Putzen hilft. Und auch meine Schwiegermama hat immer mal wieder für uns gekocht oder Wäsche gewaschen. Dass das mal passieren würde, hätte ich auch nie gedacht. Aber ich bin über meinen Schatten gesprungen, habe meinen Stolz abgelegt und gelernt: Ja, ich darf und ich muss sogar Hilfe annehmen.

PS: Meine Freundin Gesa, selbst Dreifachmama inklusive Zwillinge, schwört übrigens auf einen Staubsaugerroboter. Ich liebäugle immer noch damit ... 

Kleinkinder lieben es, zu helfen ...

... zum Glück! Beim Windelwechseln beispielweise hat unser Großer mir oft die Feuchttücher gebracht oder die Windeln in den Müll geworfen. Oder Papa beim Großeinkauf begleitet. Oder schon mal den Tisch gedeckt. Gestaubsaugt. Im Alter zwischen eins und drei lieben Kinder es schließlich, mitanzupacken wie die Großen. Das muss man nutzen. Und es ist ganz nebenbei auch ziemlich süß. 

Das richtige Gefährt – probiert euch durch!

Mittlerweile gibt es ja zahlreiche Buggys und Kinderwagen, um Geschwisterkinder zu "transportieren". Gefühlt haben wir sie alle ausprobiert. Angefangen mit Doppelkinderwagen, plus angehängtem Buggyboard für den Großen, über Fahrradanhänger inkl. Buggy-Funktion sind wir mittlerweile bei einem Bollerwagen angekommen, in den potenziell sogar alle drei noch reinpassen. Was ich damit sagen will: Probiert euch ruhig durch die verschiedenen Möglichkeiten durch. Denn jede Phase benötigt ihr eigenes Transportmittel.

Tipp: Ich habe die Wagen und Buggys in der Regel alle gebraucht gekauft, zum Beispiel über Ebay Kleinanzeigen. So habe ich kaum Verlust gemacht, wenn ich sie am Ende wieder verkauft habe. 

Frische Luft tanken

Ab nach draußen, das war schon immer unser Mittel, um glücklich durch den Tag zu kommen. Drinnen haben wir schnell mal einen Lagerkoller bekommen. Vor allem, als die Zwillinge mobiler wurden und die ersten Duplo-Türme des Großen zum Einsturz brachten. Ob es nur unser kleiner Garten war, Wald und Wiese oder der Spielplatz um die Ecke. Hauptsache Sauerstoff!

Es wird Zeiten geben, wenn alle schreien – gleichzeitig!

Es gab nicht selten Momente, in denen einfach alle gleichzeitig geweint haben. Und auch da mussten wir durch. Ich habe für mich dann ziemlich schnell gelernt zu priorisieren. Wer braucht meine Hilfe aktuell WIRKLICH am SCHNELLSTEN? Priorisieren nach Sicherheit! Und lernen, auf Distanz zu beruhigen. Durch Worte und Blicke. "Ich sehe dich, du brauchst mich, ich bin auch gleich bei dir!" Aber um ehrlich zu sein: Auch heute fällt es mir mit meinen drei Jungs manchmal noch sehr schwer, allen gerecht zu werden. Ein fortlaufender Lernprozess. 

Keine Angst vorm TV!

Ehrlich gesagt bin ich absolut pro Fernsehen. Versteht mich nicht falsch, natürlich in einem angemessenen Rahmen und mit einem kindgerechten Programm. Aber ich war total froh, dass unser Großer sich schon mal für eine halbes Stündchen durch Bobo Siebenschläfer oder Peppa Wutz unterhalten ließ, während ich die beiden Kleinen stillen, wickeln oder schaukeln konnte. Und daraus mache ich auch kein Geheimnis.

Schlaft!

Mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht sagen. Aber das mit Abstand allerwichtigste ist: Sorgt für ausreichend Schlaf! Wie auch immer. Denn nur wer einigermaßen ausgeschlafen ist, kann diesen Trubel mit drei Kindern auch standhalten. Mit "ausgeschlafen" meine ich selbstverständlich nicht mehr die acht Stunden Nachtschlaf, wie zu Pre-Eltern-Zeiten. Sondern die paar Stunden, die ihr eben benötigt, um gut gelaunt zu funktionieren. Jetzt werden 99 Prozent von euch schreien: "Will ich ja, geht nur nicht!" Wechselt euch ab, schlummert am Tag mit ein und geht wirklich früh(!) ins Bett.

PS: Ich gebe zu, ich arbeite selbst nach fünf Jahren Mamasein immer noch daran, wirklich rechtzeitig ins Bett zu kommen. Aber wenn es klappt, ist es doch ein echter Gamechanger. 

Jeder braucht Auszeiten ...

... Mama auch! Ich habe mich immer etwas schwer damit getan, meinem Gewissen zu erlauben, Me-Time einzuplanen. Aber ich werde immer besser darin. Und ich weiß, ohne dieses Auszeiten hätte ich das erste Jahr als Dreifachmama nicht überstanden. Auch wenn sie anfangs, als ich noch voll gestillt habe, sehr kurz waren, habe ich zum Beispiel die Stunde Thai-Masssage so genossen. Denn nur wenn mein Tank voll war, konnte ich auch wieder weiterwirbeln.

Eine Kanne Kaffee, bitte!

Welche Dreifachmama unter uns trinkt KEINEN Kaffee? Bitte bei mir melden und dein Geheimnis verraten!

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