Herrlich ehrlich

Ungeschönter Familienalltag in Filmen und Serien

Im wahren Leben ist wenig wie im Hollywoodfilm. Erst recht, wenn es um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Kindererziehung geht. Doch es gibt sie: Filme und Serien, die schonungslos ehrlich zeigen, wie anstrengend das Familienleben wirklich sein kann. Unsere Autorin empfiehlt ihre Favoriten.

Junge Familien werden im Kino, TV und Streaming in der Regel auf zwei Arten inszeniert: entweder rundum perfekt, mit komplikationsfreien Geburten, durchdesignten Kinderzimmern und stets einsatzbereiten Nannys. Oder aber überzogen albern, vollkommen überfordert mit dem Nachwuchs und – natürlich – einer vollgemachten Windel zum immer falschen Zeitpunkt (laute Lacher im Kinosaal vorprogrammiert). Dabei tut uns Eltern eines doch besonders gut: Eltern zu erleben, mit denen wir uns wirklich identifizieren können. Die die gleichen Kämpfe kämpfen, sich um die gleichen Dinge sorgen und dennoch das gleiche große Glück spüren wie wir. Nur funktioniert die Identifikation bei den meisten weder bei der perfekten Mutti im Designer-Kinderzimmer, noch bei der klamaukigen Comedy-Familie. Aber vielleicht bei den Eltern aus diesen drei Geschichten – deren Drehbuchautoren und Produzenten einfach mal die rosarote Brille abgenommen haben. Und das Familienleben zeigen, wie es wirklich sein kann.

"Lu von Loser"

Lu ist 32 Jahre alt und wollte immer Musikerin werden – doch jetzt ist sie schwanger. Mit der Rolle als werdende Mutter kann sie sich nicht anfreunden. Alice Gruia spielt nicht nur Lu, sie ist auch Autorin und Regisseurin der Serie. Gedreht hat sie während ihrer eigenen Schwangerschaft. Herausgekommen sind acht schwarzhumorige Folgen, die alle nur wenige Minuten lang sind und dabei wichtige Themen wie die Wochenbettdepression klug thematisieren.

Alle Folgen sind in der ZDF Mediathek abrufbar

"Marley & Ich"

Bei John und Jenny läuft alles nach Plan: tolles Haus, tolle Jobs, ein glückliches Paar. Bis Jenny sich Nachwuchs wünscht – und John sie erst einmal mit einem Welpen ablenkt. Der Film, der nach Hund Marley benannt ist, zeigt auf einfühlsame Weise, wie sich die Partnerschaft ändert, wenn erst ein, dann zwei Kinder hinzukommen. Und wie nah beisammen totale Erschöpfung und absolutes Glück manchmal liegen können.

Auf Amazon Prime abrufbar und auf DVD/Blu-Ray erhältlich

"Breeders"

Paul und Ally hatten sich ihr Leben irgendwie anders vorgestellt: Zwischen Kindern und Job, schlaflosen Nächten und Hypotheken-Zahlungen verzweifelt das Paar am ganz normalen Familienalltag. "Wir wollten so ehrlich wie möglich sein und vor allem die Momente zeigen, auf die man als Eltern nicht stolz ist", erklärt Schauspieler Martin Freeman, der den Familienvater Paul spielt. Das ist definitiv geglückt!

Staffel 1 und 2 sind auf Sky abrufbar

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Unsere Autorin

Silke Schröckert

Silke Schröckert wollte Journalistin werden, seit sie im Alter von acht Jahren das erste Mal Lois Lane in "Superman" gesehen hatte. Mit 23 wurde sie Chefredakteurin eines Kinderzeitschriftenverlages.

Heute ist Silke spezialisiert auf Familienthemen und textet für Kinder- und Comic-Magazine. Das freut vor allem Sohn Tom und Tochter Mina. Auf ihrer eigenen Seite schreibt sie für die Generation Großeltern. Bei leben-und-erziehen.de nimmt sie sich aktuellen Themen aus Sicht einer Zweifach-Mama an.

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