Dein Leben-und-erziehen.de-Newsletter

Alles über die Themen Schwangerschaft, Erziehung & Gesundheit

Ostern mit allen Sinnen

Feiertage als Familienfest

Frühlingssonne, sanfter Wind, das erste Grün – Ostern ist nicht nur das Fest der Schoko-Eier. Mache die freien Tage mit kindgerechten Ritualen zum sinnlichen Erlebnis!

 

Was machen wir denn Ostern? Diese Frage stellt sich alle Jahre wieder. Anders als Weihnachten beantwortet sie sich nicht von selbst. Ostereier-Suchen und mal raus ins Grüne – klar, das gehört dazu. Doch so was richtig Tolles, etwas das wir nie vergessen werden? Das unsere Kinder später einmal an unsere Enkel weitergeben? So etwas haben wir nicht. Wir schieben das gerne aufs Wetter. Mal sehen, wenn die Sonne scheint, machen wir den besonderen Ausflug. Und wenn nicht?

 

Vier freie Tage, die etwas ganz Besonderes sind

Dann habe ich große Bedenken: Es könnten vier freie Tage werden, die nicht anders verlaufen als jeder normale Sonntag. Nur, dass wir alle an Ostereier-Überfressung mit klebrigem Geschmack und Bauchschmerzen leiden, weil wir mal wieder viel zu viel beschafft haben.

Wie kann man das besser machen? Erziehungsexperten sind sich einig: Zum Kinderglück ist kein pädagogisches Super-Programm nötig. Viel besser sind kleine Erlebnisse, die alle Sinne ansprechen. Denn Kinder brauchen Rituale. Dazu gehören Ereignisse, auf die sich alle freuen und für die jeder etwas tut. Bräuche, Sitten, Familientraditionen – alles, was wiederkehrt, vermittelt Kindern Geborgenheit und gibt ihnen Sicherheit. Sie verstehen die Welt besser, entwickeln Verständnis für Jahreszeiten und Abläufe. Die kulturelle Identität, die dadurch aufgebaut wird, festigt Seele und Selbstbewusstsein.

Kleine Kinder lieben alles, was aus ihrer Sicht „wie immer“ ist. Das geht viele Jahre auf wunderbare Weise gut. Erst wenn die Sprösslinge größer werden, kann es sein, dass sie die einst so heißgeliebten Traditionen reichlich uncool finden. Dann sollten Eltern sie ihnen auf keinen Fall aufdrängen, sondern einfach drauf verzichten. Später werden die Kinder ihr eigenes Leben gestalten und die guten alten Rituale mit großer Wahrscheinlichkeit wieder einführen.

 

Hier Ideen für fröhliche Ostern mit Sinnes-Genüssen, die das Gemeinschaftsgefühl stärken:

Zauberhafte Oster-Kiste
Die meisten Familien haben Weihnachtskisten, in denen die Deko von Januar bis November schlummert. Eine solche Kiste passt auch zu Ostern. Was kommt rein? Die schönsten Basteleien der Kinder und die Lieblingsdeko. Der erste gemalte Osterhase oder der gehäkelte Eier-Wärmer – solche kleinen Erinnerungen sind auch in zehn Jahren noch schön.

Leuchtende Farben auf der Familientafel
Wenn nicht schon vorhanden, kaufe weißes Geschirr (Teller, Tassen, Eierbecher), das mit Porzellanmalfarbe (gibt’s auch extra für Kinder) verziert wird. Jeder malt, was ihm zu Ostern einfällt: Hasen, Lämmer, bunte Eier, Blumen, Huhn und Hahn oder – das gilt für die ganz Kleinen – einfach Farbkleckse in bunten, warmen Frühlingsfarben, die auf der festlich gedeckten Tafel leuchten. Dann kommen die Kunstwerke ebenfalls in die Osterkiste und werden nächstes Jahr wieder herausgeholt und gewürdigt.

 

Gemeinsamkeit stärken: Eier suchen
Ob drinnen im Haus oder draußen im Wald – damit das Ostereier-Suchen kein dramatischer Wettkampf wird, hat sich eine Regel bewährt: Alle suchen für alle. Wer etwas findet, legt es ins Gemeinschaftskörbchen, das am Ende geteilt wird.

 

Nicht nur Kuchen & Co.: Vollkorn-Osterhasen

Osterhasen schmecken auch prima, wenn sie nicht aus Schokolade sind: Einfach zum Picknick draußen ein mit Käse oder Wurst belegtes Vollkornbrot mit einer Osterhasen-Form ausstechen. Du wirst staunen: In Hasenform schmeckt den Kindern plötzlich auch Vollkorn.

Solo oder im Team: Wer ist der beste Eierläufer?
Für diesen Familienwettkampf brauchst du Ostereier und Kochlöffel. Mit dem Ei auf dem Löffel laufen alle um die Wette. Wer zuerst mit einem heilen Ei am Ziel ist, hat gewonnen. Das Spiel klappt mit zwei etwa gleichstarken Mannschaften als Staffellauf auch im Team.

Experiment Frischetest
Zeige wissbegierigen Kindern den Eier-Frische-Check. Nimm ein etwa sechs Tage altes Ei und ein ganz frisches. Tauche beide in ein Wasserglas. Das ältere Ei wird aufsteigen, das frische unten bleiben. Die Erklärung: Eier bilden am stumpfen Ende Luftblasen – je älter sie sind, desto größer werden die Blasen.  

Hintergrund-Gespräche kindgerecht führen
Rede ruhig mit deinem Nachwuchs über den religiösen Hintergrund anhand der Bibelgeschichte mit Kreuzigung und Auferstehung. Auch wenn das traurig stimmt, muss es nicht verdrängt werden. Bei kleineren Kindern sollten Erwachsene sparsam mit blutigen Details sein und das Happy End der Auferstehung in den Vordergrund stellen.

Erzählen, lesen, zuhören und gemeinsam singen
Ob Klassiker wie Goethes „Osterspaziergang“ für Große, lustig Hintersinniges von Tucholsky für Schulkinder oder kurze Reime für die Kleinen – viele Texte eignen sich zum Vorlesen, die die ganze Familie in Osterstimmung versetzen. Wunderbar zum Hören und Mitschmettern bleibt der berühmte „Sängerkrieg der Heidehasen“ von James Krüss (gibt’s als Hörspiel und Kinderbuch). 

 

Teile diesen Artikel: