Ein tragisches Paradoxon

Allein im Mai zwei Fälle: Warum Kinder auf Familienfesten verunglücken

Allein im Mai 2022 wurden zwei tragische Fälle bekannt, in denen kleine Kinder im Rahmen einer größeren Party ums Leben kamen. Beide ertranken in umliegenden Gewässern, obwohl zahlreiche Erwachsene zugegen waren. Wie es dazu kommen konnte, warum die Gefahr auch auf eurer Familienfeier lauert und wie ihr sie verhindert ...

Ob Hochzeiten, Familienfeste oder Geburtstage: Endlich dürfen wir wieder in großem Kreise feiern. Für Kinder ist das aufregend, denn viele von ihnen kennen solche großen Feste dank zwei Jahren Pandemie noch gar nicht.

Und auch für Eltern ist es herrlich, im Kreise von engen Vertrauten zu feiern: Bei so vielen Erwachsenen können die Kinder frei herumflitzen, denn irgendjemand ist ja immer in der Nähe und hat sie im Blick. Sollte man meinen … Tatsächlich führt diese Annahme immer wieder zu tragischen Unglücksfällen auf großen Festen!

Kinder sterben bei Familienfesten

Allein im Mai 2022 wurden zwei Fälle bekannt, in denen Kinder in Rahmen einer Familienfeier ums Leben kamen.

Am Klempowsee in Wusterhausen/Dosse ertrank eine Vierjährige: Ihre Eltern hatten das Fest, das in der Nähe des Sees stattfand, bereits verlassen. Die Großeltern beaufsichtigten die Kleine und räumten dabei auf. Auch andere Angehörige waren noch vor Ort. Nur wenige Minuten lang bemerkte niemand das Verschwinden des Kindes. Nach zwei Stunden Suche konnte es nur noch tot am Steg geborgen werden.

Der einjährige Johan verunglückte im eigenen Garten: Er war zu den Nachbarn gelaufen und dort im Teich ertrunken. Nebenan feierten 20 Gäste seine Taufe, sein Vater war nur wenige Minuten weg um die Tauftorte aus der Küche zu holen.

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"Es ist ja immer jemand dabei."

Ob See, Teich, eine Straße vor dem Haus oder ein anderer Notfall: die Gefahrenquelle ist nebensächlich. Wie Johans Vater in einem Artikel schreibt, die eigentliche Gefahr sind Annahmen wie "Es ist ja immer jemand dabei" oder "die Kinder sind schon alt genug". Wenn viele Erwachsene beisammen sind, insbesondere Angehörige eines Kindes, nimmt die Aufmerksamkeit für Gefahren ab – man verlässt sich unbewusst auf die anderen Anwesenden.

Deshalb, liebe Eltern: Auch wenn es schön ist, dass wir endlich wieder unbeschwert feiern können und unseren Kindern allen Spaß und Freiheit gönnen wollen, lasst sie bitte niemals unbeaufsichtigt. Gerade auf großen Festen sind auch ältere Kinder aufgeregt und verhalten sich nicht immer so, wie wir es gewohnt sind. Sprecht vorab mit euren engsten Vertrauten, etwa den Großeltern oder der Lieblingstante, und benennt immer ganz konkret eine Person, die sich für euer Kind verantwortlich fühlt, falls ihr nicht dabei seid.

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