Weihnachten 2021

Geschenke nachhaltig verpacken – so hübsch kann umweltfreundlich sein

Oft geht mit der Bescherung an Weihnachten ein XXL-Müllhaufen einher, der so gar nicht ins harmonische Festtagsbild passt. Wir zeigen euch, wie ihr eure Geschenke nachhaltig verpacken könnt. Hübsch und umweltfreundlich zugleich.

Weihnachten – das Fest der Nächstenliebe, aber auch des Konsums. Und jedes Geschenk wird schön einzeln verpackt. Damit die Kleinen auch möglichst viel zum Auspacken haben ... Aber: Die Geschenkverpackungen verursachen einen Haufen Müll und lassen sich meist nicht mal recyceln. Zeit zum Überdenken des eigenen Verbrauchs.

Wie ihr die sich türmenden Geschenkpapierberge über den Haufen werft? Tauscht Glitzerfolie gegen nachhaltige Geschenkverpackungen aus und startet mit gutem Gewissen in die Feiertage. Dafür müsst ihr Weihnachten nicht komplett umkrempeln – jeder kleine Schritt zählt. Gewinnt hier einen Einblick in das Thema Geschenke nachhaltig verpacken mit wertvollen und vor allem hübschen Alternativ-Ideen.

Warum es sinnvoll ist, Geschenke nachhaltig zu verpacken

Alle Jahre wieder ... Es ist nicht bekannt, wie viele Papierrollen für Weihnachtsgeschenke über die Ladentheke wandern und schlussendlich zerknüllt im Müll landen. Doch nimmt man an, dass jeder Deutsche jährlich bloß 100 Gramm Geschenkpapier verwendet, ergibt das unfassbare 8310 Tonnen Abfall. Was wir noch wissen: Von 1990 bis 2018 soll der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch von Papier, Pappe und Karton jährlich zwischen 187 und 274 Kilogramm gelegen haben. Dies geht aus einer Antwort der Regierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Auch ohne grünen Daumen wird klar: Der ansteigende Verbrauch ist für eine gesunde Umwelt untragbar. Es liegt nahe, dass Weihnachtsverpackungen einen bedeutenden Teil zur Müllproduktion beitragen. Von den Wäldern, die für die Holz- und Papierindustrie draufgehen müssen, wollen wir erst gar nicht anfangen ... Zeit, kreativ zu werden!

Upcycling, Reuse und Zero Waste – was bedeutet das?

  • Beim Upcycling steht Wiederverwerten alter Produkte im Fokus. Aus scheinbar Nutzlosem entsteht quasi aufgewertetes Neues.
  • Reuse bedeutet Wiederverwenden. Vor dem Ersetzen werden Sachen so oft wie möglich benutzt oder repariert und somit längst möglich erhalten.
  • Wer Zero Waste lebt, produziert möglichst keinen Müll und recycelt, wo er nur kann. Dahinter stehen sechs Säulen: Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Repair und Rot. Zero Waste Packaging heißt also streng genommen null Verpackungsmüll. Im Prinzip müsste man komplett auf Verpackungen verzichten. (Hier kommt wieder Reuse ins Spiel, ein guter Mittelweg.)

7 DIY-Tipps, wie Nachhaltigkeit das Schenken noch schöner macht

Weihnachten steht vor der Tür? Hier sind raffinierte Tipps für Deko-Fans und Einpackmuffel, die im Handumdrehen gelingen.

1. Clever eingetütet in Säckchen

Ob mit oder ohne Verzierung – Geschenksäckchen aus Naturmaterialien wie Jute oder Leinen sehen herrlich weihnachtlich aus und der Beschenkte kann sie weiterverwenden. Wo gibt es sie? Zum Beispiel auf natuerlich-verpacken.de, echtkind.de und hessnatur.com.

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2. Furoshiki – verpacken in Tüchern

Nachhaltigkeits-Pluspunkt des beliebten Furoshiki-Trends? Die Tücher kommen, auch wenn sie zerknittern, immer wieder zum Einsatz. Selbst ein schnödes Baumwoll-Geschirrtuch wird dank der japanischen Einpack-Kunst zum Hingucker. Wer es etwas edler mag, kauft dem Beschenkten ein feines Seidentuch. Auch cool: ein Mulltuch für frischgebackene Eltern. Eine Kinderdecke, ein Tischtuch ... der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. 

Und so geht das Verpacken mit Furoshiki:

  1. Achte darauf, dass das Tuch dreimal so groß ist wie dein Geschenk und am besten quadratisch. Platziere das Geschenk in der Mitte des Tuchs. Die Spitzen zeigen nach oben, unten und zu den Seiten.
  2. Schlage die obere Ecke ein und um. Jetzt schließt die entstandene gerade Kante mit der anderen Geschenkseite ab.
  3. Wiederhole das Gleiche mit der unteren Tuchecke. Glattstreichen.
  4. Fasse zum Schluss die Seitenzipfel mit einem Doppelknoten zusammen. Et voilà!

3. Zeitungspapier 100 Prozent natürlich dekoriert

Im Wald findet ihr zauberhafte Naturmaterialien zum Verzieren. Sammelt Tannenzapfen, Zweige oder kleine Beerenäste. Das bringt auch Spaß mit Kindern. Getrocknete Orangenscheiben oder Zimtstangen unterstreichen ebenfalls den winterlichen Look.

So geht's:

  1. Geschenk mit Zeitungspapier umwickeln. (Auch schick: recyceltes Kraftpapier, alte Noten, Landkarten, Comics ...)
  2. Deko entweder mit einer Naturkordel anknoten oder aufkleben – und der liebevolle Feinschliff sitzt. Easy!

Extra-Tipp: Beim Kauf von Kraftpapier bitte auf den Blauen Engel achten. Er ist das Umweltzeichen der Bundesregierung. Geschenkpapier mit diesem Zertifikat findest du sogar in gängigen Drogerien. 

4. Körbe oder Kisten für große Geschenke

Platzwunder unterm Weihnachtsbaum: Große oder viele kleine Geschenke lassen sich schwierig nachhaltig verpacken? Stimmt nicht! Drapiert sie einfach in Körben oder Holzkisten. Letztere gibt es auch häufig beim Obsthändler um die Ecke. Der ist froh, wenn er sie loswird. Ideal zum Weiterverschenken, als Interieur-Highlight oder eben zur Aufbewahrung.

5. Geschenke im Glas

Geschenkboxen aus Pappe und Holz oder Einmachgläser lassen sich weiterverschenken oder als Deko nutzen. Geschenke im Glas kommen mit einer Kordelschleife und Naturdeko toll zur Geltung. Darin machen sich die selbstgebackenen Plätzchen besonders gut. Einfach in der Vorweihnachtszeit jedes Marmeladenglas ausspülen und aufbewahren. 

6. Verwerte altes Geschenkpapier wieder

Stichwort Reuse: Vorsichtig ausgepacktes Geschenkpapier lässt sich wunderbar bügeln. Und zwar so: Das Bügeleisen muss auf die niedrigste Stufe (!) eingestellt sein. Nun ein dünnes Tuch über das Papier legen – und vorsichtig losbügeln.

7. Auf Klebeband verzichten!

Tesa braucht ihr nicht. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl als gewohnt einpacken und mit recycelbarem Kordelband oder ökologischem Bastelkleber fixieren.

Autorin: Caroline Busch-Klawun

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