Tipps für angehende Eltern

Schwanger heiraten: Aber ja!

Heiraten, weil ein Baby unterwegs ist? Ist das eine gute Idee? Wenn ihr euch für eine Hochzeit mit Babybauch entscheidet, kommen hier sieben Tipps, die ihr beachten solltet.

Eine Schwangerschaft ist für viele Paare ein Grund zum Heiraten, am besten noch vor der Geburt. Ebenso viele Heiratswillige schieben ihre Hochzeit hingegen auf, sobald sich ein Kind ankündigt – denn schwanger zu heiraten, mit diesem Gedanken kann sich nicht jede Frau anfreunden. Durchaus gibt es eine Menge zu beachten, wenn sich die Braut in anderen Umständen befindet; noch mehr als ohnehin schon im Zuge der Hochzeitsvorbereitungen. Das bedeutet aber nicht, dass eine Hochzeit mit Babybauch nicht schön sein kann. Im Gegenteil: Mit folgenden Tipps gelingt die Hochzeitsfeier in der Schwangerschaft garantiert!

Schwanger heiraten – eine Grundsatzentscheidung

Eine Schwangerschaft kommt nicht immer geplant und damit auch nicht unbedingt zum optimalen Zeitpunkt. In jedem Fall stellt sie für die werdenden Eltern einen großen Umbruch im Leben dar, vor allem, wenn es sich um das erste Kind handelt. Eine aufregende Zeit also, sowohl emotional als auch äußerlich. Denn nun steht vielleicht ein Umzug an, um Platz für das Kinderzimmer zu haben, oder es müssen neue Lösungen im Job für die Zeit nach der Geburt gefunden werden – um nur zwei von vielen möglichen Veränderungen zu nennen. Nun auch noch zu heiraten, das ist einigen Paaren zu stressig, vor allem der werdenden Mutter. Denn nicht jede Frau fühlt sich während der Schwangerschaft wohl. Zudem wollen viele Paare beide Lebensphasen in vollen Zügen genießen können, sprich erst die Schwangerschaft und dann die Hochzeit; oder umgekehrt.

Aber es gibt auch Paare, denen es wichtig ist, vor der Geburt verheiratet zu sein. Sie wollen vielleicht, dass ihr Kind in eine "Intakte" Familie geboren wird, oder sie wollen die finanziellen Vorteile ausnutzen. Die Gründe für die Entscheidung, noch in der Schwangerschaft zu heiraten, können vielfältig sein. Schlussendlich gibt es diesbezüglich kein "Richtig" oder "Falsch". Jedes heiratswillige Paar, das ein Kind erwartet, muss also für sich selbst die Grundsatzentscheidung treffen, ob es noch während der Schwangerschaft heiraten möchte oder erst anschließend. Das kann unter Umständen sogar bedeuten, eine bereits geplante Hochzeitsfeier zu verschieben, damit auch die Braut ihren großen Tag in vollen Zügen genießen kann.

Schwangerschaft und Hochzeit: Welche Probleme können auftreten?

Genau diese Befürchtung haben nämlich viele Frauen, wenn sie während der Schwangerschaft heiraten: dass sie den angeblich schönsten Tag im Leben nicht rundum genießen können. Vielleicht ist ihnen durch die Hormonumstellung übel. Vielleicht fühlen sie sich durch den Babybauch nicht schön (genug). Vielleicht müssen sie auf ihr Wunschessen verzichten. Von Alkohol ganz zu schweigen. Es ist also durchaus nachvollziehbar, dass sich viele Bräute gegen eine Hochzeit während der Schwangerschaft entscheiden. Zumal es immer vorkommen kann, dass sich Komplikationen einstellen und die werdende Mutter vielleicht liegen oder ins Krankenhaus muss, sodass die geplante Feier ins Wasser fällt. So etwas kann auch durch Stress getriggert werden. Und Hochzeitsvorbereitungen können für die Braut bekanntlich sehr stressig sein. Eine Schwangerschaft kann also für eine Hochzeit durchaus gewisse Probleme mit sich bringen. Es handelt sich aber um keine Probleme, die sich nicht lösen lassen. Wer also dennoch mit Babyhauch heiraten möchte, sollte daher bei der Hochzeitsplanung einige Besonderheiten beachten. Folgende Tipps helfen dabei.

1. Tipp: Weniger ist mehr!

Brautpaare, die während der Schwangerschaft heiraten wollen, entscheiden sich besser für eine kleinere als eine größere Feier. Das bedeutet weniger Stress und mehr Flexibilität. Einerseits müssen also weniger Vorbereitungen getroffen werden, was die Braut schont und weniger Zeit verschlingt. So bleibt den werdenden Eltern mehr Zeit für andere Dinge, beispielsweise für die Vorbereitungen auf das Kind, für Schwangeren-Yoga, für Arzttermine und Co. Zugleich ist es bei einer Feier im kleinen Rahmen einfacher, diese im Fall der Fälle zu verschieben, falls es doch zu unerwarteten Komplikationen kommt. Und zuletzt bringt die kleinere Hochzeit noch einen weiteren entscheidenden Vorteil mit sich: Sie kostet weniger.

2. Tipp: Prioritäten setzen – auch finanziell!

Geld ist also ein wichtiges Thema für die meisten Brautpaare – auch ohne Schwangerschaft. Viele müssen für eine Hochzeit ohnehin tief in den Geldbeutel greifen. Manchmal werden sogar alle Ersparnisse aufgebraucht oder die Brautleute nehmen einen Kredit auf, um ihre Traumhochzeit bezahlen zu können. Kommt nun noch ein Kind ins Spiel, wird die Sache umso schwieriger. Denn auch die Geburt eines Kindes bedeutet gewisse Kosten, beispielsweise für die Erstausstattung. Zudem ist es für Eltern essentiell, einen finanziellen Puffer zu haben; nun, da sie zusätzliche Verantwortung für ein Kind tragen. Wer also Schwangerschaft und Hochzeit unter einen Hut bringen möchte, muss bei der Feier etwas (mehr) sparen als eigentlich gedacht. Es ist daher wichtig, sich vor der Hochzeitsplanung mit den Finanzen auseinanderzusetzen. Dabei sollte erst einmal geprüft werden, welches Budget zur Verfügung steht. Im zweiten Schritt müssen die Kosten kalkuliert werden, die durch die Geburt des Kindes auf das Paar zukommen – jene Kosten also, die unvermeidlich sind und bei denen nicht gespart werden sollte. Denn das Baby geht vor.

Das verbleibende Budget kann schließlich für die Hochzeit aufgewendet werden, abzüglich des bereits genannten Puffers für Notfälle. Auch deshalb empfiehlt sich in der Schwangerschaft, wie soeben erwähnt, oftmals die kleinere Feier. Bleibt überhaupt kein Budget übrig, kann ein Kredit in Erwägung gezogen werden. Dieser kann auch ohne Verwendungszweck aufgenommen werden, sodass das Geld für die Hochzeit, die Erstausstattung oder andere anfallende Kosten zur freien Verfügung steht. Das bedeutet aber meist schlechtere Konditionen, weshalb ein Vergleich unterschiedlicher Anbieter umso wichtiger ist. Wichtig ist auch, dass das Brautpaar die Schulden problemlos tilgen kann. Denn keine Hochzeit ist es wert, dass die junge Familie ihr gemeinsames Leben mit Geldsorgen startet. Die Finanzierung von Hochzeit, Geburt und Co muss daher auf soliden Beinen stehen. Das bedeutet auch, die Prioritäten richtig zu setzen – und gegebenenfalls die Hochzeitsfeier zu verschieben oder zu verkleinern.

3. Tipp: Nicht zu früh und nicht zu spät

Wer eine Hochzeit während der Schwangerschaft plant, muss den richtigen Zeitpunkt wählen. Optimal ist der vierte bis sechste Schwangerschaftsmonat. Denn dann haben erste Beschwerden wie die Übelkeit zu Beginn meistens nachgelassen, aber der Bauch ist noch nicht so groß, dass er zur Belastung wird. Zudem ist das Risiko noch relativ klein, dass eine Frühgeburt die Hochzeitspläne durchkreuzt, anschließend hat das Paar genug Zeit für entspannte Flitterwochen und um sich dann in Ruhe auf die Geburt vorzubereiten. Eine Garantie gibt es zwar nicht, dass zwischen dem vierten und sechsten Monat alles optimal läuft – doch die Chancen stehen zu diesem Zeitpunkt am besten. Ob die Hochzeit im Sommer oder im Winter stattfindet, diesbezüglich hat das Paar also weniger Auswahlmöglichkeiten.

Wer aufgrund der Schwangerschaft relativ spontan heiraten möchte, für den gibt es noch einen Extra-Tipp: Die Samstage sind in vielen Locations bereits Monate oder sogar Jahre im Voraus ausgebucht. Feier- und Brückentage hingegen nicht. An solchen Daten lassen sich oft noch relativ spontan Termine buchen und viele der Gäste haben ohnehin frei oder die Möglichkeit, sich Urlaub zu nehmen.

4. Tipp: Stress? Nein, danke!

Stress wird bei den Hochzeitsvorbereitungen häufig zum Problem. Vor allem, wenn die Frau schwanger ist, sollte sie den Stress daher auf ein Minimum reduzieren. Am einfachsten geht das mit Hilfe eines Hochzeitsplaners, sofern sich das Brautpaar diesen leisten kann und will. Ansonsten können folgende Tipps dabei helfen, das Stresslevel vor und während der Hochzeit niedrig zu halten:

  • Je weniger Zeit für die Planung bleibt, desto kleiner sollte die Hochzeitsfeier sein. Denn Zeitmanagement ist das A und O zur Stressreduktion.
  • Prioritäten sind ebenfalls wichtig. Es gilt also, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren – und weniger wichtige Dinge guten Gewissens zu vernachlässigen.
  • Perfektion ist nicht der richtige Anspruch, denn auf jeder Hochzeit gehen kleinere oder größere Sachen schief. Es ist daher wichtig, mit solchen "Makeln" zu rechnen, sie zu akzeptieren und darüber lachen zu können.
  • Gesundes Essen im Zuge der Hochzeitsvorbereitungen ist wichtig, vor allem für die schwangere Frau. Denn nur, wenn der Körper mit allen Nährstoffen und ausreichend Energie versorgt wird, kann er trotz langer "To-Do-Liste" gelassen bleiben.
  • Wer sich dennoch gestresst fühlt, sollte gezielt nach den Stressquellen suchen und diese eliminieren. 
  • Stress kann nur abgebaut werden, wenn das Hochzeitspaar hin und wieder abschaltet. Nicht jede freie Sekunde sollte sich um die Trauung oder das Baby drehen. Stattdessen sollte Entspannung einen Platz im Alltag finden, gerne auch als Paar, um noch einmal in Ruhe die Zweisamkeit zu genießen.

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5. Tipp: Ein passendes Brautkleid finden

Viele Frauen träumen schon von ihrem Wunschkleid seit sie kleine Mädchen sind – einen Babybauch beinhaltet diese Traumvorstellung bei einigen jedoch nicht. In der Schwangerschaft muss also ein Kompromiss gefunden werden zwischen dem Wunsch-Hochzeitskleid und dem Fakt, dass die Braut unter Umständen gerade nicht ihre Wunschfigur hat. Selbst, wenn der Babybauch noch klein ist, darf in der Schwangerschaft keinesfalls mit einer Diät begonnen werden. 

Die gute Nachricht lautet: In jedem Fall gibt es ein passendes Brautkleid! Denn die Auswahl ist heutzutage so groß, dass jede Braut fündig wird, sogar in der Schwangerschaft. Die meisten Frauen wünschen sich ein klassisches, weißes Hochzeitskleid. Ein Muss ist es jedoch nicht. Auch andere Farben, ungewöhnliche Schnitte oder eine Hochzeit in ganz anderer Kleidung wie einer Tracht sind möglich. Hier kann jedes Paar selbst entscheiden. Hauptsache, Braut und Bräutigam fühlen sich wohl.

Wünscht sich die Braut ein klassisches Kleid, können folgende Grundregeln in der Schwangerschaft hilfreich sein:

  • Sinnvoll ist, sich vor dem Besuch im Brautladen bereits Gedanken über den Stil des gewünschten Kleides zu machen.
  • Es ist für die Verkäufer hilfreich, ein Bild vom gewünschten Hochzeitskleid zu sehen – beziehungsweise von der gewünschten Stilrichtung.
  • Wichtig ist jedoch, dass diese Bilder ebenfalls von schwangeren Bräuten stammen, denn mit Babybauch sieht jedes Kleid anders aus als ohne.
  • Es ist daher wichtig, realistisch zu bleiben, wenn es um die eigenen Wünsche und Vorstellungen geht.
  • Mittlerweile gibt es spezielle Umstandsbrautmode, die tolle Kleider für schwangere Bräute bietet.
  • Das Kleid kann und sollte frühzeitig ausgesucht werden. Es ist aber wichtig, die Verkäufer über die Schwangerschaft zu informieren (falls sie noch nicht offensichtlich ist).
  • Zudem sollte der Termin für die letzte Änderung so kurz wie möglich vor der Hochzeit liegen. Denn der Körper der Schwangeren verändert sich schnell und so könnte es bei zu großen zeitlichen Abständen passieren, dass das Kleid nicht mehr optimal passt.
  • Fließende Stoffe sind besonders angenehm auf der Haut und fallen schön über den Babybauch.
  • Bei der Form bietet sich eine A-Linie an, aber auch Wickelkleider, ein Empirekleid oder enganliegende Brautkleider können toll an Schwangeren aussehen.
  • Für die Schuhe gilt: Bitte keine oder nur kleine Absätze wählen. Denn mit Babybauch kommt die Braut schneller aus dem Gleichgewicht und die Füße können in Absatzschuhen unangenehm schmerzen.

Wer diese Tipps berücksichtigt, findet garantiert ein Brautkleid, das den eigenen Vorstellungen entspricht und trotz – oder gerade wegen dem – Babybauch toll aussieht.

6. Tipp: Den großen Tag genießen – aber in Ruhe!

Wenn der Hochzeitstag gekommen ist, möchten Braut und Bräutigam natürlich nur eines: diesen rundum genießen. Aufregung ist vor allem am Morgen, bevor es losgeht, ganz normal. Dennoch sollte die Hochzeit für die Braut unterm Strich eher entspannt als zu aufregend oder eben stressig ablaufen. Die Gründe hierfür wurden bereits genannt. Einige Voraussetzungen dafür können bereits im Zuge der Vorbereitungen geschaffen werden: Zum Beispiel sollte die Braut während der Trauung die Möglichkeit zum Sitzen haben. Das Shooting kann auch eine Woche später stattfinden, sodass kein Terminstress zwischen Trauung und Feierlichkeiten entsteht. Und die Gäste können bereits in den Einladungen gebeten werden, keine Spiele vorzubereiten – oder zumindest nicht die falschen wie sportliche oder Trinkspiele. Wer also bereits bei der Hochzeitsplanung mitdenkt, stellt die Weichen für einen entspannten Hochzeitstag, vor allem für die schwangere Braut.

Trotzdem kann und sollte sie ihren großen Tag natürlich genießen. Übertriebene Vorsicht ist nicht notwendig; ausgenommen natürlich, sie wurde vom Arzt verordnet. Ansonsten darf die Braut selbstverständlich wie gewohnt mit den Gästen paludern, lustige Spiele mitmachen oder ausgelassen tanzen. Etwas Vorsicht ist geboten, wenn es am Hochzeitstag sehr heiß ist. Dann lautet die Devise: Viel Wasser trinken und die direkte Sonne meiden! Zudem ist es hilfreich, wenn der Schwangeren für den Fall der Fälle ein Nebenraum zur Verfügung steht, um sich für ein paar Minuten auszuruhen, falls ihr doch mal alles zu viel wird. In Ruhe lässt sich der Hochzeitstag schließlich noch intensiver genießen als unter ständiger Anspannung. Das kann eben auch bedeuten, sich mal für einige Minuten auszuklinken.

7. Tipp: Spaß geht auch mit Verzicht

Schwanger zu heiraten bedeutet also keinesfalls, keinen Spaß an der Sache zu haben. Ein bisschen Verzicht gehört aber trotzdem hinzu, vor allem bezüglich Alkohol. Denn dieser ist in der Schwangerschaft natürlich tabu. Auch beim Essen kann es Abstriche geben, je nach Hochzeitsmenü, denn es gibt einige Lebensmittel, die Schwangere nicht verzehren dürfen. Auch das will im Voraus bedacht sein, beispielsweise bei den Besprechungen mit dem Catering. Schlussendlich kommt es beim Heiraten aber nicht auf das Essen oder auf das Trinken an. Das Heiraten kann also trotz Schwangerschaft schön sein – vielleicht sogar der schönste Tag im Leben. Viele Brautpaare empfinden diese sogar als noch schöner, wenn das Baby sozusagen mit dabei ist und die Hochzeit geprägt ist von der Vorfreude auf das gemeinsame Kind.

Fazit: Schwanger heiraten – ja oder nein?

Schlussendlich muss jeder selbst entscheiden, ob die Hochzeit während der Schwangerschaft gewünscht ist oder das Paar lieber bis nach der Geburt wartet. Dann gibt es jedoch neue Herausforderungen, denn eine Hochzeit mit Baby zu planen und durchzuführen, bringt ebenfalls gewisse Hürden mit sich. Es gibt also kein "Richtig" oder "Falsch". Das Heiraten mit Babybauch kann daher zwar als Last empfunden werden, aber die Hochzeit auch umso schöner machen. Unterm Strich ist es nur eine Frage der Einstellung und der richtigen Hochzeitplanung wird die Hochzeitsfeier in jedem Fall unvergesslich schön; sei es während oder nach der Schwangerschaft.

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