US-Umfrage mit neuen Daten

150.000 Euro Jahresgehalt, wenn "Mutter" ein Job wär

Klar, Muttersein wird mit Liebe bezahlt. Satt macht die allerdings nicht – und sichert auch nicht die Rente. Würde Care-Arbeit, also die nicht bezahlten Haushalts- und Fürsorgetätigkeiten, bezahlt werden, könnten Mütter finanziell gesehen mit so manchem Manager auf Führungsebene mithalten. Das zeigt die Umfrage eines US-amerikanischen Softwaredienstes.

Köchin, Taxiservice, Einkaufsdienst, Therapeutin, Friseurin, Putzhilfe, Mathelehrerin – alles Jobs, die Mütter ausüben. Täglich und teilweise gleichzeitig. Urlaubs- und Krankentage Fehlanzeige, Überstunden inklusive. Das gilt natürlich auch für viele Väter, doch die Umfrage, um die es hier geht, bezieht sich ausschließlich auf Frauen. Das beeindruckende Ergebnis der "2019 Mom Salary Survey": Würden Mütter für die Jobs, die sie im Alltag ausüben mit branchenüblichen Gehältern entlohnt werden, betrüge ihr Jahresgehalt umgerechnet etwa 150.000 Euro. Das entspricht einem Stundenlohn von etwa 30 Euro.

Die Studie von Salary.com bezieht sich auf "Stay-At-Home-Moms", also Mütter, die keiner zusätzlichen Erwerbsarbeit nachgehen. Über Eintausend von ihnen hatten angegeben, wie viele Stunden pro Woche sie welchen Tätigkeiten nachgehen und kamen dabei im Schnitt auf eine 96-Stunden-Woche. Neben den Standard-To-Dos wie Haushalt, Familienorganisation, Wäsche waschen oder auch Gartenarbeit wurden dabei auch speziellere Jobs wie beispielsweise Ernährungsberatung, Verwaltungsassistentin oder Partyplanerin berücksichtigt.

Die meisten Arbeitsstunden gingen drauf für:

  • Kochen (14 Stunden pro Woche)
  • Taxidienste (9 Stunden pro Woche)
  • Kinderbetreuung (40 Stunden pro Woche)

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Ohne Frage: Die Zeit mit unseren Kindern ist unbezahlbar. Da jedoch noch immer überwiegend die Mütter zu Hause bleiben oder in Teilzeit arbeiten, ohne dabei in Hinblick auf ihre Rente einen finanziellen Ausgleich zu erhalten, ist es wichtig, den Blick für den Wert von Care-Arbeit zu schärfen. Denn letztendlich ist es ganz einfach: Ohne Care-Arbeit könnte niemand einer Erwerbsarbeit nachgehen (geschweige denn einem Hobby nach Feierabend oder am Wochenende) und unser gesamtes Wirtschaftssystem bräche im Nu zusammen.

Wollt ihr selbst einmal testen, wie es um euer Gehalt stünde, wenn Care-Arbeit bezahlt werden würde? Mit der App "Who Cares?" (iOs und Android) könnt ihr das ganz einfach tracken. Wenn ihr das nächste Mal denkt "Heute wieder nichts geschafft", probiert sie einfach mal aus.

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Unsere Autorin

Nora Ritzschke

Als Kind wollte Nora Ritzschke Lektorin werden, doch dann kam das Internet dazwischen. Ob Artikel für die Website, Instagram oder der eigene Blog – online fühlt sie sich zu Hause.

Als Mama einer Dreijährigen kann sie Lieder über stundenlange Einschlafbegleitung, Kita-Eingewöhnung oder die ersten Schimpfwörter singen – als Teil des Content-Teams nun auch hier!

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