Abgesagt

6 Gründe, warum ich den Laternenumzug nicht vermisse

Freitag ist Kolumnen-Tag bei "Leben & erziehen"! Zum Start ins Wochenende lassen wir euch ein bisschen am Leben unserer Redakteure teilhaben. Heute mit Irlana, die froh ist, sich dieses Jahr nicht mit Laternen durch Matsch und Schlamm kämpfen zu müssen.

Seien wir mal ehrlich: Meistens ist pünktlich zum Martinstag (1.) schlechtes Wetter – zumindest bei uns in Hamburg. Und wer hat schon Lust, sich im Matsch die Füße abzufrieren und mit zerknitterten Laternen draußen herumzulaufen?! Ich nicht. Und das ganz unabhängig von Corona.

Zudem ist der Laternenumzug unserer mit rund 500 Kindern doch recht großen Grundschule eher ein (2.) Massenwarten als ein gemütlicher Spaziergang. Zunächst versammeln sich die Kinder mit ihren Familien auf dem Schulhof, da kommen also geschätzt locker 1000 Leute zusammen (die rausgerechnet, die ohnehin nicht teilnehmen), es ist ein Gedrängel, Geschiebe und Gelärme.

Geht es dann endlich los, sind (3.) die meisten Füße schon nass oder zumindest kalt. Abgesehen davon (4.) hören die meisten von uns – aufgrund der Länge des Umzugs – überhaupt nichts vom Spielmannszug. Der Gesang einiger mitlaufender Kinder und Eltern wird sowieso vom Stimmengewirr übertönt – es wird mehr geredet als gesungen.

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Beim ersten Laternenumzug in seiner Schule hat mein Sohn die ganze Zeit nur einen bestimmten Jungen gesucht. Wir warteten also mit der ganzen Familie, bis alle an uns vorübergezogen waren und liefen dann den ganzen Zug von hinten bis vorne ab, nur um diesen Jungen dann doch nicht zu finden. Die Suche hat alles bestimmt, aber nichts gebracht und (5.) Gemütlichkeit ist auch nicht aufgekommen.

Am Ende gibt es (6.) alkoholfreien Punsch auf dem Schulhof, aber auch hier herrscht wieder nur endloses Gedränge, sodass man eigentlich keine Lust hat sich anzustellen, nur um nach einer halben Ewigkeit einen Schluck des klebrigen Zuckergetränks zu ergattern.

Zugegeben, die Idee, St. Martin zu feiern und Laterne zu laufen, finde ich schon schön. Die Frage ist nur wie. In der Kita meines Sohnes hat die Pastorin damals sogar mit ein paar Kindern die Geschichte des Heiligen St. Martin im Park in kleiner Runde als Theaterstück aufgeführt, das war richtig gut.

Und übrigens: In Coronazeiten gibt es tolle Alternativen für einen Massen-Laternenumzug. So berichtete meine Kollegin Claudia heute Morgen in der Redaktionskonferenz, dass sie für die Schulklasse ihrer Zwillinge (sie ist Elternvertreterin) ein Zoom-Meeting zu Ehren der Laternen organisiert habe. Dort darf jedes Kind seine Laterne vorstellen und sagen, welches Laterne-Lied es am liebsten hat. Dann wollen sie probieren, alle zusammen ein Lied zu singen – was aufgrund der Verzögerungen durch Video-Anrufe sicherlich spaßig wird (wir haben es in der Redaktion mit "Happy Birthday" erfolglos getestet …) Anschließend will meine Kollegin dazu aufrufen, dass alle Familien einzeln mit ihren Kindern einen kleinen Abendspaziergang machen. Und wer will, darf dann natürlich seine Laterne mitnehmen.

In der Kita des Sohnes meiner Kollegin Jana wurden auch dieses Jahr Laternen gebastelt und einfach als Deko in der Kita aufgehängt. Das stelle ich mir auch hübsch vor.

Mein Mann und ich werden sicherlich mit unserem Sohn eine kleine "Nachtwanderung", wie er es nennt, unternehmen. Mit drei Laternen, die mein Sohn in den Vorjahren gebastelt hat. Dafür suchen wir uns einen Tag aus, an dem es nicht regnet.

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Unsere Autorin

Irlana Nörtemann

Irlana Nörtemann ist seit vielen Jahren mit Herzblut Redakteurin bei Junior Medien. Zu ihren Aufgaben zählt auch Contentmanagement.

Als Mutter eines Jungen lässt sie ihre Alltagserfahrungen in ihre Artikel mit einfließen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Themen Reise und Gesundheit.

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