Mit Katastrophen wie Krieg und Corona umgehen

Was ihr bei Panik, Verlustangst und Kontrollverlust tun könnt

Menschen sind grundsätzlich auf finanzielle Stabilität, Sicherheit und Wohlstand bedacht. Seit Beginn der Corona-Pandemie vor zwei Jahren sind diese Pfeiler für viele ins Wanken geraten. Auch der nun ausgebrochene Krieg in der Ukraine macht vielen Eltern und auch Kindern Angst, das Gefühl von Sicherheit schwindet. Lebensberaterin Kerstin Scherer gibt Tipps für Momente, in denen Angst und Unwohlsein aufkommen.

Erst die Pandemie, nun ein Krieg in Europa: Kaum haben wir uns an die eine Krise "gewöhnt", folgt die nächste. Eltern spüren in dieser Zeit die Verantwortung, die sie nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder tragen. Sie stellen sich die Frage: Was bedeutet das alles für meine Kinder und ihre Zukunft? Wird unser Leben weitergehen wie bisher?

Verlustangst, Panik und Kontrollverlust sind menschlich

Jetzt ist die Zeit gekommen, um sich über die Frage Gedanken zu machen, ob das bisherige Leben in einer gesunden Balance war oder ob ein Umdenken angemessen ist, sagt Lebensberaterin Kerstin Scherer: "In der jetzigen Situation sehen sich Menschen mit vielen neuen Fragestellungen und Herausforderungen konfrontiert.

Auch ich habe mich mit existenziellen Fragen auseinandersetzen müssen, als mein Unternehmen zu 100 Prozent von den Corona-Maßnahmen betroffen war. Gleichzeitig hatte ich zwei Kinder zu versorgen. Dass dann Emotionen wie Verlustangst, Panik und Kontrollverlust aufsteigen, ist menschlich. Es gilt jedoch, sich immer vor Augen zu halten, dass es sich 'nur' um Gefühle handelt und dass es hingegen Entscheidungen sind, die eine Situation tatsächlich verändern."

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Unsere Expertin

Kerstin Scherer arbeitet seit über 20 Jahren mit Menschen. In verschiedenen Seminaren unterstützt sie ihre Teilnehmer dabei, Blockaden zu lösen, Traumata zu bewältigen und zu sich selbst zu finden. Sowohl Privat- als auch Geschäftspersonen vermittelt sie den Weg von der inneren zur äußeren Bühne und verhilft somit auch Unternehmen zu mehr Erfolg. Ihre Learnings teilt die zweifache Mutter in ihrem eigenen Podcast "Gib Dich ganz". Gemeinsam mit ihrem Mann gestaltet sie die Online-Talksendung "Scherer Daily". Mehr Infos unter facebook.com/kerstinschereroffiziell

Fünf Tipps, was ihr tun könnt, wenn euch alles über den Kopf zu wachsen droht

1. Emotionen und Gefühle akzeptieren

Ein erster Schritt besteht darin, die eigenen Emotionen zu akzeptieren. Es ist völlig normal, Unsicherheit und Angst zu empfinden, und es gibt gute Gründe, warum die menschliche Psyche in Krisenzeiten so aktiv ist. Eltern leiden häufig besonders, da sie eine Verantwortung für ihre Kinder tragen und durch Katastrophen, wie aktuell einen Krieg in unmittelbarer Nähe, besonderen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt sind.

2. Abstand nehmen, Pausen einlegen

Jeder Mensch kann nur bewerten, was ihm bekannt ist. Da sich die Nachrichten jedoch momentan stündlich ändern, gilt es, im Hier und Jetzt zu bleiben. Niemand kann derzeit sagen, was kommen wird und was das für uns bedeutet. Es ist deshalb wichtig, zuverlässige, geprüfte Quellen zu konsumieren. Fühlt ihr euch von den Nachrichten überfordert, erlaubt euch Abstand und beschränkt eure News-Zeit auf ein- bis zweimal täglich.

3. Sich nicht durch Angst lähmen lassen

Anstatt in Panik zu verharren, üben sich manche Menschen in Aktionismus. Die einen haben das Gefühl, durch das Horten von Toilettenpapier, Nudeln, Konserven oder Tiefkühlware in einer Pandemie Ordnung und Sicherheit für sich herzustellen. Andere wiederum verzichteten auf alles um zu testen, mit wie wenig sie wirklich zurechtkommen. Auch daraus kann ein Gefühl der Sicherheit entstehen. Die Situation zu akzeptieren und zu verstehen, dass sich nur der Mensch selbst verändern kann, ist schwierig. Jedoch hilft dieser Gedanke, um sich der lähmenden Angst entgegenzustellen, das gilt für Pandemie- wie für Kriegszustände.

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4. Sich auf die eigene Kraft besinnen

Solange alle Familienmitglieder gesund sind, werden sich immer Wege finden lassen, die dafür sorgen, dass es weitergeht. Schließlich haben Mütter ihre Kinder auf die Welt gebracht und damit eine der größten Herausforderungen gemeistert, die es gibt. Genauso stellen sich Väter einer lebenslangen, unveränderten Verantwortung.

5. Bewusst Zeit miteinander verbringen

Natürlich ist es eine Herausforderung, in Krisenzeiten ruhig zu bleiben. Besinnt euch deshalb auf das, was ihr habt: euch. Nutzt die Zeit für ein intensives Miteinander. Jetzt ist die Zeit, um endlich bewusst Zeit miteinander zu verbringen.

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