Wie ihr euren Plan in die Tat umsetzt

33 Spartipps für Familien: Spart euch glücklich

Auf der To-Do-Liste vieler Eltern steht weit oben: endlich einen "Puffer" auf dem Familienkonto anlegen! Aber wie kann das klappen? Wir haben Tipps, Tricks und Spar-Empfehlungen von Experten für euch.

Kinder kosten Geld. In den ersten sechs Lebensjahren etwa 7.000 Euro pro Jahr – danach wird es noch teurer*. Laut Statistischem Bundesamt sind es rund 148.000 Euro, die eine Familie für ein Kind bis zu dessen 18. Geburtstag ausgibt. Je älter, desto höher die finanzielle Belastung.

*laut Report "Familie & Finanzen" von mollie.com und Peak Ace AG

Ein Kind ist da: mehr Ausgaben, weniger Einkommen

Gleichzeitig kommt monatlich weniger Geld rein: "In erster Linie haben Eltern die Mehrausgaben im Blick: Windeln, Kleidung und so weiter. Was sich aber meist noch viel stärker verändert, ist das Familieneinkommen", weiß Familienfinanzexpertin Jasmina Dreißel-Ottnad.

"Das beginnt beim Mutterschafts- und Elterngeld, häufig gefolgt von der Frage, ab wann das Kind einen Kita-Platz bekommt. Denn: ohne Betreuungsplatz kein zweites Einkommen. Das kann zur finanziellen Belastungsprobe für Eltern werden." Ist der Kita-Platz schließlich gefunden, muss man für ihn in vielen Bundesländern tief in die Tasche greifen. Und: "Mindestens ein Elternteil begibt sich dann meist in eine Teilzeitbeschäftigung", sagt die Expertin. Kurz gesagt: Zur Höhe des ursprünglichen Einkommens kommt man nicht mehr zurück.

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Unsere Expertin

Familienfinanzexpertin Jasmina Dreißel-Ottnad ist Buch-Autorin ("Familien Finanz Kompass"), Gründerin eines Finanzblogs und selbst Mutter. Die Berlinerin hilft Familien vom ersten finanziellen Überblick bis zum Vermögensaufbau. Mehr Infos: konfettiundtaler.de

Mathekenntnisse allein reichen nicht aus, um Geld zu sparen

Da ist es kein Wunder, dass auf den Konten junger Familien häufig Ebbe herrscht. Für Eltern ist es deshalb unerlässlich, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen. Die Grundlagen dafür haben wir alle in der Schule gelernt – und sie erscheinen so simpel: Es muss mehr eingenommen als ausgegeben werden, damit etwas übrigbleibt. Reicht dieses Wissen nicht?

Nein, weiß Jasmina Dreißel-Ottnad aus Erfahrung: "Richtig, Rechnen haben wir in der Schule gelernt. Welchen Einfluss das auf unseren Kontostand, unser Leben und unsere Altersvorsorge haben kann, das fällt in aller Regel jedoch sprichwörtlich unter die Schulbank. Leider." Und simple Addition und Subtraktion reiche beim Thema Finanzen nun einmal nicht aus, so die Expertin: "Ich kann ein Mathe-Ass gewesen sein und trotzdem tief in den Schulden stecken, und mir mit meinem Geldverhalten ein Desaster in Sachen Rente vorprogrammieren."

Haushaltsbücher und Finanz-Fahrpläne für Familien

Also muss Hilfe her. Googelt man nach Spartipps, so stößt man immer wieder auf ein Schlagwort: das Haushaltsbuch. Ein Tool, auf das auch unser zweiter Interviewpartner schwört: Stefan Masarwa Ist Gründer des Finanzblogs "familienknete". Er vergleicht das Sparen ohne Haushaltsbuch sogar mit Autofahren bei geschlossenen Augen: "Genauso schwierig wird es, Geld zu sparen, wenn ihr eure Ausgaben nicht im Blick behaltet. Ein Haushaltsbuch ist wie ein Tagebuch und hilft dabei, den Überblick zu bewahren, egal wie turbulent euer Alltag ist." Der Vater einer Tochter ist überzeugt, dass durch das Führen eines Haushaltsbuchs viele Eltern weniger Geld ausgeben würden.

Auch Jasmina Dreißel-Ottnad weiß, dass ohne entsprechende Dokumentation häufig der Überblick über die Abbuchungen vom eigenen Konto fehlt: "Für viele ist es eine echte Überraschung, welche Summen sie für Abos, Streaming-Dienste, Fitnessstudio, Bankkonten, Versicherungen und Versorger bezahlen." Der erste schöne Nebeneffekt: Allein das Bewusstwerden dieser Summe sporne häufig schon an, brachliegende Fitnessstudio-Verträge zu überdenken oder Versicherungen und Versorgerverträge zu vergleichen und zu wechseln.

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Unser Experte

Verdienen, Sparen, Investieren: Diesen Themen widmet sich Stefan Masarwa schon seit Jahren – umso intensiver, seitdem seine Tochter auf der Welt ist. Auf seinem Familienfinanzblog teilt der Göttinger seine Erkenntnisse und Erfahrungen mit anderen Eltern. Mehr Infos: familienknete.de

Schnelle Sparideen und langfristige Ziele

Einsparpotenzial gebe es auch gerade in Bezug auf die Kinderausstattung, so Stefan Masarwa: "Wer konsequent Babykleidung gebraucht kauft, spart sehr viel Geld." Um das Familiensparschwein schnell zu füllen, empfiehlt der Experte nicht nur den Second-Hand-Kauf, sondern auch selbst die Möglichkeiten des Verkaufens zu nutzen: "Ein Baby stellt euer ganzes Leben auf den Kopf. Auch eure Wohnung wird sich verändern müssen. Nutzt die Gelegenheit, um konsequent auszumisten. Verkauft alles auf einem Flohmarkt oder über Kleinanzeigen. So könnt ihr schnell mehrere hundert Euro verdienen."

Wenn man für gesicherte Finanzen sorgen möchte, reicht eine einmalige Flohmarktaktion jedoch nicht aus. Jasmina Dreißel-Ottnad rät deshalb zum Kassensturz: "Im ersten Schritt müssen die Zahlen auf den Tisch, Schwarz auf Weiß oder noch besser: In eine digitale Tabelle." Denn eigentlich sei die Sache einfach: "Man muss sich eine kurze Weile etwas intensiver mit den Dingen befassen, das passende Setup für sich und seine Familie finden – und es umsetzen. Das ist die Basis, um zu wissen: Was haben wir? Wohin wollen wir? Und wohin können wir?"

Auch Stefan Masarwa rät dazu, sich finanzielle Ziele zu setzen: "Das kann ein Lebensabend ohne Altersarmut sein, genug Eigenkapital für das Traumhaus oder eine gefüllte Urlaubskasse für den nächsten Sommer." Der abschließende Tipp des Finanz-Experten: "Finde deine Ziele und verpasse ihnen ein Preisschild, schon fällt dir das Sparen leichter."

Die 4 besten Steuer-Spartipps für Familien von den Experten der Steuer-App "Taxfix"

  1. Kinderbetreuung: Kosten, die bei der Betreuung der Kinder entstehen, können als Kinderbetreuungskosten in der Steuererklärung berücksichtigt werden: zum Beispiel Aufwendungen für Kita, Tagesmutter, Haushaltshilfe. Wichtig: Kosten für die Verpflegung sind davon ausgenommen.
  2. Spenden: Spenden (egal ob Geld- oder Sachspenden) zum Beispiel für Kita oder Schule und Mitgliedschaften in wohltätigen Vereinen können steuerlich geltend gemacht werden.
  3. Homeoffice: Infolge der Coronakrise wurde die Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (maximal 600 Euro) für 2020 und 2021 eingeführt. Auch Arbeitnehmer ohne zusätzlichen Raum, die von zu Hause arbeiten, können so ihre Steuerlast mindern.
  4. Brille und Co.: Kommt es zu Krankheitskosten, die von der Krankenkasse nicht oder nur teilweise übernommen werden, können diese als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden (z. B. Brille, Zahnarzt, Krankengymnastik). Hierzu zählen auch Krankheitskosten für Kinder bzw. Ehepartner.

33 Tipps zum Sparen und Dazuverdienen

Kleiderschrank

  • Kindermode antizyklisch kaufen: im Frühjahrs-Sale für den Herbst und umgekehrt. (Achtung Zuwachs: ein bis zwei Nummern größer shoppen!)
  • Kleiderkreisel und Mamikreisel in einem: Die App Vinted vereint beide Plattformen. Perfekt zum Sparen und selber Geld verdienen!
  • Nächste Größe, bitte: Bei manitober.de gibt es für ausgetragene Kleidung bis zu 50 Prozent des Kaufpreises als Gutschein fürs nächste Teil.
  • Günstig mieten statt teuer kaufen: Umstandsmode und besondere Teile für uns Erwachsene kann man mit der App Unown ausleihen.
  • Ihr wollt selbst Kleidung vermieten? Bei wedresscollective.com verdienen eure Klamotten Geld, indem ihr sie tageweise verleiht.

(Erst-)Ausstattung

  • Der Flohmarkt fällt schon wieder aus? Flohmarkt-Apps wie Shpock oder Ebay-Kleinanzeigen sind auch im Lockdown da!
  • Borgen statt kaufen: Was selten gebraucht wird, kann man über Nachbarschaftsportale wie nebenan.de oder Nextdoor ausleihen.
  • Durchrechnen lohnt sich: Wer einen Kombi-Kinderwagen mit Sportsitz wählt, kann später auf einen Buggy verzichten.
  • In "Ein Leben ohne Kinderwagen" auf geborgen-wachsen.de erklärt Susanne Mierau, wie man die Anschaffung sogar ganz sparen kann.
  • Babywelt (Rossmann), Glückskind (dm), Mein Baby (Müller): Viele Drogerien bieten Babyclubs mit Preisnachlässen und Freiprodukten.
  • Tester für Familienreisen und gratis Produkte rund ums Kind könnt ihr auf unserer eigenen Seite mama-reporter.de werden!

Licht und Strom

  • Die Werbung nervt, der Klick lohnt sich aber: Wer auf check24.de Stromanbieter vergleicht, kann bis zu 69 Euro im Monat sparen.
  • Energie sichtbar machen: Zeigt den Kindern den rotierenden Stromzähler. Das animiert zum Licht ausschalten – und Stromsparen.
  • Die Kinder sind noch zu klein für den Lichtschalter (aber mobil)? Dann können Bewegungsmelder helfen, die das automatisch regeln.

Küche

  • Ernennt das Kind zum stolzen Kühlschrankwächter: Die Tür muss immer richtig zu sein! Große Verantwortung, die viel Strom einspart.
  • Aufs (fast immer überflüssige) Vorwärmen verzichten und Restwärme im Backofen nutzen. Spart bis zu 20 Euro pro Jahr!
  • Mit der App "Too Good To Go" findet ihr Lebensmittel, die in der Gastronomie übrigbleiben und könnt sie zum günstigen Preis abholen.  

Förderungen

  • Familien mit geringem Einkommen bekommen 100 Euro je Kind als Kinderfreizeitbonus ausgezahlt. Alle Infos unter bmfsfj.de.
  • Steht euch ein Kinderzuschlag (bis zu 205 Euro pro Kind/Monat) zu? Hier ausrechnen: arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kiz-lotse
  • Corona-Auszeit: Das Familienministerium ermöglicht preiswerten Urlaub in gemeinnützigen Einrichtungen. Info-Telefon: 0800-8661159

Sofortverkauf

  • Ihr habt gut erhaltene Premium-Kinderkleidung im Schrank? Die ohlala-boutique.de kauft bestimmte Marken an – Auszahlung sofort.
  • Eure Marken sind nicht dabei? Dann probiert die App Momox Fashion! Hier ist die Auswahl größer. Das Geld gibt es auch direkt.
  • In der Partner-App Momox werdet ihr fast alles los, was einen Barcode hat: Bücher, CDs, DVDs und Games.
  • Die App Zoxs nimmt auch Spielsachen gegen Sofortauszahlung. Lego, Duplo und Co. sogar kiloweise, wenn die Nachfrage da ist!
  • Smartphones, Tablets, Konsolen und andere technische Geräte werdet ihr ebenfalls bei Zoxs los – und auf cleverbuy.de

Kleine Zusatzverdienste

  • In der App Swagbucks sammelt man mit dem Beantworten von Umfragen Punkte und tauscht diese gegen "PayPal"-Guthaben.
  • Worte erklären, Bilder und Videos beschreiben: Mit der App Neevo trainiert ihr künstliche Intelligenzen – und werdet dafür bezahlt.
  • "Mystery-Shopper" werden: Die App "StreetSpotr" bezahlt ihre "Spotr" für Fotos aus den Geschäften, in denen sie einkaufen.
  • Mit der App Pinecone Research kann man neue Produktkonzepte testen – und erhält für jede Bewertung ganze 3 Euro!
  • Geld durch Datenerfassung: Die App Honeygain zahlt für die ungenutzte Internet-Bandbreite verschiedener Endgeräte Kleinbeträge.

3 Tipps von unseren Experten

  • "Sparbeträge direkt nach Gehaltseingang an ein anderes Konto überweisen", rät Jasmina Dreißel-Ottnad. Und: "Nie ins Dispo gehen."
  • Haushaltsbuch führen hilft – und ist mit der Vorlage von Stefan Masarwa ganz easy: familienknete.de/haushaltsbuch-excel-vorlage-familien
  • Einfach anfangen: 13 Fragen beantworten auf konfettiundtaler.de – schon kommt der persönliche "Familien Finanz Fahrplan" gratis per Mail.

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