So nutzen Eltern ihre Vorteile

Steuern sparen mit Kind

Eltern müssen in Deutschland weniger Steuern zahlen. Jedenfalls dann, wenn sie ihre Möglichkeiten kennen. Und wenn sie verschiedene Bedingungen erfüllen. Wir erklären, was es zu beachten gibt und wie Eltern mehr Geld rausholen.

Steuern sparen in drei Schritten

1. Das Elterngeld erhöhen

Weil das Elterngeld nach dem Nettoverdienst der letzten zwölf Monate vor der Geburt berechnet wird, gilt: Bezieht ein Elternteil länger Elterngeld als der andere, schraubt dieser davor seinen Nettoverdienst hoch. Das geht, wenn die Eltern rechtzeitig die Steuerklasse wechseln. Der betreuende Elternteil geht dann für ein Jahr in die günstigere Steuerklasse drei. Linda Rißmann, Beratungsstellenleiterin der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. weiß: "Der Wechsel in eine 'günstigere' Steuerklasse kann durchaus sinnvoll sein, weil sich dadurch möglicherweise das Elterngeld erhöht."

Achtung: Gewechselt werden muss mindestens sieben Monate, bevor der Mutterschutz beginnt. Und: Das klappt leider nur bei verheirateten Paaren.

2. Steuervorteil durch Kinderfreibetrag nutzen

Der Kinderfreibetrag ist sozusagen eine Alternative zum Kindergeld. Das heißt: Entweder Kindergeld bekommen, oder zu versteuerndes Jahreseinkommen durch den Kinderfreibetrag reduzieren. Pro Elternteil liegt der Freibetrag bei 3.714 Euro, bei gemeinsam veranlagten Paaren zusammen bei 7.428 Euro. Dieser Betrag wird vom Jahresverdienst abgezogen und erst dann wird die Steuer berechnet. Das lohnt sich, wenn die Ersparnis dadurch höher ist als das Kindergeld von 2.700 Euro/Jahr. Das Finanzamt berechnet automatisch aus, was sich für eine Familie lohnt - jedenfalls dann, wenn Eltern Kindergeld beziehen und bei der Steuererklärung die Anlage "Kind" ausfüllen.

3. Ausgaben absetzen

Ob Kosten für die Kita oder die Tagesmutter, ein Au-pair oder den Babysitter: Bis das Kind 14 Jahre alt ist, können Eltern die Betreuung bis zu einem Betrag von maximal 4.000 Euro als Sonderausgaben absetzen. Wenn das Kind auf eine Privatschule in Deutschland oder in einem anderen EU-Land geht, können Eltern 30% der Kosten absetzen. Die Höchstgrenze für diese Sonderausgaben liegt bei 5.000 Euro. Die Expertin Linda Rißmann fügt hinzu: "Wenn das Kind noch Kindergeld erhält, können Eltern sogar beantragen, dass sie die Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung abesetzen können." 

Geheimtipp:

Sogar Oma und Opa können Rechnungen für die Betreuung stellen, sofern sie nicht im Haushalt leben. Dabei müssen die Großeltern natürlich an ihre eigene Steuererklärung denken und gegebenenfalls abchecken, ob sie für den Verdienst Steuern zahlen müssten. Erstatten die Eltern der Oma die Fahrtkosten, können sie diese auch absetzen. Die Oma muss die Fahrtkosten nicht versteuern, weil es sich nur um eine Aufwandsentschädigung handelt. Wichtig: Es muss eien Rechnung vorliegen und das Finanzamt braucht die Bestätigung der Überweisung (keine Barzahlung!).
Ob Eltern und Großeltern besser vorher eine Art Vertrag oder Vereinbarung über die Betreuung abschließen, klärt ihr am besten mit eurem zuständigen Sachbearbeiter beim Finanzamt.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

"Alleinerziehende bekommen einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro pro Jahr für das erste Kind, für jedes weitere kommen 240 Euro pro Jahr hinzu", sagt Linda Rißmann. Bei der Einkommenssteuererklärung machen Eltern in der "Anlage Kind" die entsprechenden Angaben. Gehen Alleinerziehende in die Steuerklasse II, zieht das Finanzamt den Entlastungsbetrag automatisch monatlich ab. Beim zweiten Kind müssen Eltern sich noch mal extra beim Finanzamt melden.

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