Die Politik muss etwas tun

Handy- und WLAN-Strahlung: schädlich für Kinder?

"Wann gibt es in Deutschland wieder einen Strahlenschutz?" titelt ein offener Brief an das Bundesamt für Strahlenschutz, den ihm die Strahlenschutz-Verbraucherorganisation "Diagnose Funk" geschrieben hat. Handy- und WLAN-Strahlung sei für die Menschen, und vor allem für unsere Kinder, ein unterschätztes Risiko.

"Das Bundesamt für Strahlenschutz hat diesen Namen eigentlich nicht verdient", sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender der Strahlenschutz-Verbraucherorganisation Diagnose Funk. "Das, was Präsidentin Dr. Inge Paulini leitet, ist eher eine Schutzbehörde der Mobilfunk-Industrie als eine Behörde zum Schutz der Bevölkerung vor Gesundheitsschäden durch Mobilfunk- und WLAN-Strahlung. Doch die internationale Studienlage zeigt so viele eindeutige Hinweise auf vielfältige und ernstzunehmende Gesundheitsschäden, dass das Bundesamt dringend seine Ausrichtung selbstkritisch überdenken muss. Mit unseren Handlungsoptionen möchten wir einen Beitrag leisten zu dieser notwendigen Kehrtwende in Salzgitter."

Diagnose Funk schrieb einen offenen Brief an das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Wir fassen die wichtigsten Punkte des Briefes für euch zusammen.

Es gebe eindeutige Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien, die zellverändernde Wirkungen durch Mobilfunkstrahlung zeigen. Das BfS ignoriere diese Studien, da es diese für nicht aussagekräftig halte. Hier geht's zur Studien-Auswertung von Diagnose Funk.

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1. Krebs

Diverse Studien haben gezeigt, dass Mobilfunkstrahlung Krebs auslösen kann. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Mobilfunkstrahlung schon 2011 als "möglicherweise krebserregend" ein. Das BfS habe aus dieser Einstufung keine Konsequenzen gezogen, informiere die Gesellschaft nicht genug, sondern verharmlose sogar vorliegende Studienergebnisse.

2. Fruchtbarkeit

Es gebe fundierte Studien, dass Mobilfunkstrahlung Spermien schädigt. Die werden vom BfS ignoriert.

3. WLAN

Auch hier gebe es eine gute Studienlage, die zeige, dass schon schwache WLAN-Strahlung gesundheitsschädlich sei, unter anderem durch oxidativen Stress/freie Radikale. Wie könne die Regierung überhaupt darüber nachdenken, alle Schulen im Rahmen des "DigitalPaktes Schule" mit WLAN auszustatten. Und das, obwohl das BfS selbst eine krebspromovierende (also krebsfördernde) Wirkung bei Strahlungsstärken unterhalb der geltenden Grenzwerte bestätigte.

4. Immunsystem

Forschungsergebnisse, die zeigen, dass hochfrequente Strahlen (wie beispielsweise bei 5G-Handystrahlung) dem Immunsystem schaden können, missachte das BfS komplett. Diverse Studien zeigen, dass WLAN- und Mobilfunkstrahlung entzündliche Prozesse im Körper auslösen und damit das Immunsystem schwächen.

5. Elektrohypersensibilität – Unwohlsein durch elektromagnetische Strahlung

"Wenn elektromagnetische Felder nachgewiesenermaßen entzündliche Prozesse in Zellen auslösen, heißt das, dass alle Menschen elektrosensibel sind. Und es gibt Menschen, die die Einwirkungen spüren, sei es durch Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung bis hin zu Herzrasen. Viele dieser unspezifischen Symptome sind in den letzten zehn Jahren massiv angestiegen. Das BfS leugnet jedoch die Existenz von Elektrohypersensibilität." So steht es in dem offenen Brief von Diagnose Funk. Der Bevölkerungsanteil der Menschen, die diese Symptome spüren, wird auf 2 bis 8 Prozent geschätzt.

6. Frequenzmix

Das BfS habe bisher keine Studien in Auftrag gegeben, die die Wechselwirkungen der verschiedenen Frequenzen von GSM, UMTS, LTE, 5G, WLAN und Radar sowie die Wechselwirkungen mit anderen gesundheitsschädigenden Stoffen, denen wir in der Umwelt und in unserem Leben ausgesetzt sind, untersuchen. Stattdessen gebe es einfach Entwarnung.

7. Grenzwerte

Zellschädigungen finden bereits unter der in Deutschland geltenden Mobilfunkgrenzwerte statt. Die Grenzwerte berücksichtigen keine Langzeitwirkungen, keine Schwangeren, Kinder, alte und kranke Menschen. Es sei also schlicht falsch zu behaupten, die Menschen seien bei Einhaltung der Grenzwerte geschützt. Das BfS treffe keinerlei Vorsorgemaßnahmen, die die Menschen schützen.

8. 5G

Der geplante 5G-Ausbau sei unverantwortlich, da wissenschaftlich große Unsicherheit besteht, was das alles für Organismen bedeuten kann. Dabei gebe es durchaus Studien, die darauf hindeuten, dass 5G die Gesundheit von Menschen, Pflanzen, Tieren, Insekten und Mikroben beeinträchtigen könnte.

Die Forderung: mehr Schutz für Lebewesen

  • Das Bundesamt für Strahlenschutz müsse dringend Schutzprinzipien formulieren.
  • Eine Grenzwertan­passung auf ein hohes Schutzniveau sei überfällig.
  • Das BfS müsse die Bevölkerung über Risiken für Gesundheit und Fruchtbarkeit informierenn und Schwangere und Eltern über Gefahr von Entwicklungsstörungen durch Mobilfunkstrahlung aufklären.
  • Schulen sollen WLAN-frei sein und stattdessen mit Kabeln arbeiten.
  • Alle WLAN-Geräte und schnurlosen DECT-Telefone müssen abschaltbar sein und über ein Kabel funktionieren.

Den ganzen Brief zum Strahlenschutz mit diversen Quellenangaben und Links zu Studien und Studienauswertungen findet ihr auf der Seite von Diagnose Funk.

Der Diagnose Funk – Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung e. V. empfiehlt das Buch von Martin Blank "Overpowered. What science tells us about the dangers of cell phones and other wifi-era devices"*.

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