Ein Geständnis

Übernachtungsparty trotz Corona – ich habe die Regeln gebrochen

Es waren immerhin fünf Wochen, in denen wir uns und unsere Kinder unter Kontrolle hatten. Fünf Wochen ohne direkten Kontakt zu Freunden, gemütlich zu Hause eingeigelt. Doch dann ...

Gestern war es mit der Disziplin vorbei. Auf der Straße treffe ich einen alten Freund mit seinem Sohn. Ohne große Erwartungen lade ich das Kind auf ein spontanes, abstandgerechtes Tischtennis-Match mit meinem Kindern ein. Der Vater fackelt nicht lange und bringt den älteren Sohn und seine Frau gleich mit. Sie bleiben dann nicht etwa auf das schnelle, aus alter Gewohnheit angebotene Glas Wein. Nein. Er bleibt auf einige Flaschen und ein paar Stunden. Durst auf gute Gespräche, Nähe, Freunde.

Es passiert, was zu erwarten war. Meine jüngere Tochter fragt: "Wenn Leon darf, dann …" "Also gut, ruf Elena an ..." Sie darf wahrscheinlich sowieso nicht, denke ich – weit gefehlt. 15 Minuten später stehen dankbare Eltern vor der Tür, liefern ihre Tochter ab.

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Da es jetzt schon egal ist, bleiben die Kinder auch gleich über Nacht, schlafen zusammen im Bett – wie früher auch. Hätte richtig teuer werden können, wenn der Blockwart-Boom den Geist des Deutschen Denunziantentums erweckt. So weit ist es – noch – nicht. Gott sei Dank.

Die nächsten Monate werden hart. Denn wir wollen keine Kontaktverbote mehr. Müssen jetzt aber auch noch Masken tragen. Wir wollen wieder raus. Freunde treffen, die Kinder sogar wieder in die Schulen gehen, aber wir dürfen nicht – ich befürchte, noch lange nicht.

Auch weil es Menschen gibt, die Überachtungspartys geben, aus denen ganz schnell Corona-Festivals werden können. Menschen wie mich.
Die nächsten fünf Wochen bin ich wieder brav – aber dann, dann kann ich für nichts garantieren.

Autor: Jan Wickmann

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