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Gut gerüstet für den Fall der Fälle

Versicherungen

Kaum ist das Baby auf der Welt, offerieren Versicherungsmakler ausgefeilte Vorsorgekonzepte. Unsere Autorin Sandra-Valeska Bruhns erklärt, welche Versicherungen Sie für sich und Ihre Familie wirklich brauchen.

Wenn Albträume Realität werden, ein Brand die gesamte Einrichtung zerstört, ein Familienmitglied schwer erkrankt oder schlimmstenfalls sogar eines der Elternteile verstirbt, tut es gut zu wissen, dass man versichert ist und die Versicherungsgesellschaft zumindest die finanzielle Not lindern kann. Doch gerade Familien müssen scharf rechnen – da lohnt es sich, klar zu analysieren, welche Versicherung wirklich nötig ist und auf welche Absicherungen verzichtet werden darf.

Grundsätzlich gilt: Das „Rundum-Sorglos-Paket“ ist immer teurer als eine solide Basisabsicherung. Und: Für die meisten Belange des Lebens reicht aber die Basisabsicherung – denn welcher Familienvater ist schon leidenschaftlicher Tiefseetaucher, Gleitschirmflieger oder Extremkletterer und braucht deshalb eine spezielle Unfallversicherung?

Ein absolutes Muss für alle Familienmitglieder ist eine Krankenversicherung. Ist der Hauptverdiener der Familie gesetzlich versichert, können sowohl der Ehepartner während der Erziehungszeit als auch die Kinder zum gleichen Beitrag mitversichert werden. Das spart gegenüber einer privaten Krankenversicherung, bei der alle Familienmitglieder einzelne Verträge abschließen müssen, sehr viel Geld. Einen Teil der eingesparten Summe sollten Sie in eine private Zusatzversicherung für das Krankenhaus investieren, damit Sie dort im Krankheitsfall optimal versorgt werden. Und für reiselustige Familien lohnt sich eine Auslandsreisekrankenversicherung, die im Idealfall auch die Kosten für den Rücktransport nach Hause abdeckt.

Auch unverzichtbar für eine Familie – nicht nur wenn kleine Rabauken es mit ihrem Fußball auf die Fensterscheiben und Blumenrabatten von Ihnen und den Nachbarn abgesehen haben – ist eine Haftpflichtversicherung. Die bezahlt nicht nur Nachbars neue Scheibe, sondern tritt vor allem ein, wenn durch eigenes Verschulden oder das der Kinder jemand gesundheitlich zu Schaden gekommen ist. Ein Horrorszenario, das ansonsten Familien schnell in den finanziellen Ruin treiben kann, wenn durch Schadenersatzprozesse monatliche Unterstützungen für die verletzte Person festgelegt werden, die locker dem Monatseinkommen eines deutschen Durchschnittsverdieners entsprechen. Denn: Wer keine private Haftpflichtversicherung hat, haftet mit seinem Gesamtvermögen (!!!) bis zur Pfändungsgrenze für den entstandenen Schaden. 

Berufsunfähigkeit, Kinderinvalidität & Co

Ebenfalls unverzichtbar für beide Eltern, aber vor allem für den Hauptverdiener, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn ob, ab wann und wie viel Sie im Fall der Fälle aus der staatlichen Rentenkasse bekommen, wenn Sie in Ihrem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten können, ist mehr als ungewiss. Besser, Sie sorgen in gesunden Zeiten vor, damit neben dem persönlichen Schicksal im Falle einer Berufsunfähigkeit, die oftmals mit einer schweren Erkrankung oder Behinderung verbunden ist, zumindest finanziell alles geklärt ist.

Auch wenn die Vorstellung grausam ist: Setzen Sie sich mit der theoretischen Möglichkeit auseinander, dass der Hauptverdiener durch einen tragischen Unfall ganz plötzlich versterben könnte. Neben dem menschlichen Leid droht vielen Familien dann auch die Verarmung. Schützen Sie Ihre Lieben durch den Abschluss einer Risikolebensversicherung. Anders als bei einer kapitalgebundenen Versicherung zahlt diese Versicherung allerdings nur, wenn der Todesfall eintritt. Es wird kein Vermögen angespart, dass im Erlebensfall, wie es im Versicherungsdeutsch ausgedrückt wird, an den Versicherten ausbezahlt wird. Dafür sind die Beiträge recht erschwinglich. Wer regelmäßig mehr anlegen kann und will, kann sich mit einer kapitalgebundenen Lebensversicherung einen weiteren Beitrag zur Altersvorsorge aufbauen, die dennoch den Todesfall absichert.

Nice to have: Die Hausratversicherung. Ob Feuer, Regen, Sturm, Hagel oder nur ein Wasserschaden nach einem geplatzten Waschmaschinenschlauch: Für alle Schäden dieser Art kommt die Hausratversicherung auf. Allerdings sollten Sie im Gespräch mit dem Versicherungsvertreter genau ausloten, in welcher Höhe Ihr Besitzstand versichert werden soll, damit im Schadensfall nicht ein zu geringer Versicherungsschutz – eine Unterversicherung – besteht.

Wer es sich leisten kann, für seine Kinder vorzusorgen, kann mit einer zusätzlichen Kinderinvaliditätsversicherung seinem Kind eine monatliche Rente ermöglichen, die es erhält, wenn es durch einen Unfall oder eine Krankheit kein gesundes, normales Leben mehr führen und somit auch langfristig seinen Lebensunterhalt nicht selbst verdienen kann. Allerdings decken auch viele Unfallversicherungen dieses Risiko ab, hier lohnt sich ein Vergleich der Angebote, bevor man für die gleiche Leistung zweifach zahlt.

Und was brauchen Sie nicht: Eine Rechtschutzversicherung ist meist überflüssig, da sie bei den meisten familiären Streitigkeiten wie Scheidung oder Zoff ums Erbe sowieso nicht eintritt. Auch eine Reisegepäck- oder Reiserücktrittversicherung können Sie sich sparen und wenn nötig noch bei Buchung der Reise beim Anbieter direkt abschließen. Völlig überflüssig ist zudem eine spezielle Glasversicherung – die Beiträge sind astronomisch hoch, und in den meisten Fällen springt hier die Haftpflicht ein. Autofahrer können auf eine Insassenunfallversicherung verzichten, und über eine Sterbegeldversicherung freuen sich, wenn überhaupt, nur die Hinterbliebenen.

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